Archiv für das 'thomas maul'-tag

Jesus war's nicht, die Heiden sind es gewesen!

… meint man zumin­dest in der Baha­mas, wo sich der Raddatz-Imitator Tho­mas Maul, den wir­ren Gedan­ken­gän­gen sei­nes gro­ßen Vor­bilds fol­gend, an einer essen­tia­lis­ti­schen Rein­wa­schung des Chris­ten­tums vom his­to­ri­schen Makel des Anti­ju­da­is­mus ver­sucht. Rüdi­ger berichtet:

Ja, gele­sen habe ich bis­her: einen wun­der­ba­ren Text von Tho­mas Maul, in dem er die Grund­lage nahezu aller His­to­ri­ker, die über christ­li­chen Anti­ju­da­is­mus schrei­ben, als irr­sin­nig ent­larvt: Der Vor­wurf des Got­tes­mor­des an die Juden ist nicht christ­lich, son­dern heid­nisch. Sehr über­zeu­gend, wobei sich natür­lich wie­der die Frage stellt, ob nicht das als heid­nisch iden­ti­fi­zierte im Laufe der Jahr­hun­derte so sehr im Chris­ten­tum fest­ge­setzt hat, dass es von ihm gar nicht mehr getrennt wer­den kann. Auf diese Frage weiß aber Maul die Ant­wort, dass die Kir­che zumin­dest den Wider­spruch zwi­schen Got­tes­mord und Selbst­op­fer nicht los wird. Es gibt also im Chris­ten­tum selbst etwas, dass dem Anti­ju­da­is­mus zutiefst wider­strebt. Maul führt das auch auf den jüdi­schen Ursprung des Chris­ten­tums zurück. Da wäre es viel­leicht hilf­reich, doch noch mal zwi­schen jüdi­schen und grie­chi­schen Ele­men­ten zu dif­fe­ren­zie­ren, aber Maul schreibt selbst, dass es sich um vor­läu­fige Ergeb­nisse eines län­ge­ren Denk­pro­zes­ses han­delt. Außer­dem wäre span­nend, wie die pro­tes­tan­ti­sche Wende gegen den Ablass (der über­zeu­gend als Reak­tion auf das Aus­blei­ben der Wie­der­kunft des Mes­sias gedeu­tet wird) in die­sem Fall zu beur­tei­len ist.

Viel­leicht sollte der Mann weni­ger Rot­wein trin­ken und lie­ber wie­der an sei­nen bil­li­gen Amateur-Pornos schnip­peln - falls das mit Jesus und dem "wah­ren Chris­ten­tum" nach Maul über­haupt ver­ein­bar ist. ;)

Über die ideologischen Verstrickungen rechter und linker "Islamkritik". Teil 1

Es ist nicht wirk­lich neu, dass sich Ver­tre­ter der sog. "anti"deutschen Strö­mung, einer islam­feind­li­chen Frak­tio­nie­rung inner­halb der deut­schen Lin­ken, seit gerau­mer Zeit an rechte Popu­lis­ten her­an­schmei­ßen. Das gemein­same Feind­bild "Mos­lem" hilft, die ideo­lo­gi­schen Grä­ben zwi­schen links und rechts zu über­brü­cken und eine neue Quer­front zu begrün­den. So attes­tierte, um ein Bei­spiel zu nen­nen, das als zen­tra­ler Ideo­lo­gie­ge­ber der "Anti"deutschen fun­gie­rende Front­blatt Baha­mas dem berüch­tig­ten Rechts­ex­tre­mis­ten Jean-Marie Le Pen bereits 2003, im Besitz "vernünftige[r] Ein­wände gegen die unge­bremste Isla­mi­sie­rung“ fran­zö­si­scher Vor­städte zu sein.

Kon­se­quen­zen hat­ten diese regel­mä­ßi­gen Sym­pa­thie­be­kun­dun­gen für Faschis­ten nie: So störte sich das Leip­zi­ger Jugend­zen­trum "Conne Island" bei sei­ner jüngs­ten Aus­la­dung eines Bahamas-Redakteurs nicht etwa an der Nähe der Zeit­schrift zur Neuen Rech­ten und deren ras­sis­ti­scher "Islam­kri­tik", son­dern ledig­lich an dem pöbeln­den Ton, mit dem der Ober­wirr­kopf der "Anti"deutschen gegen Femi­nis­tin­nen und "häss­li­che Linke" zu Felde zog.

Bahamas-Karikatur

Baha­mas sieht sich als Opfer einer Ver­schwö­rung von Lin­ken und Muslimen

Eine zen­trale Rolle für die mas­sen­hafte Ver­brei­tung die­ser Ideo­lo­gie spielt die sich selbst als links beti­telnde Wochen­zei­tung Jungle World. Seit zehn Jah­ren bie­tet sie Bahamas-Redakteuren, unge­ach­tet aller Kri­tik, eine Platt­form zur Ver­brei­tung ihrer ras­sis­ti­schen Ansich­ten. So hob die Zei­tung erst unlängst einen Auto­ren die­ser Zeit­schrift in die Posi­tion des Lei­ters ihres Dos­siers. Nicht von unge­fähr erschien dort kurze Zeit spä­ter der Vor­ab­druck eines Kapi­tels aus dem kul­tur­ras­sis­ti­schen Mach­werk Sex, Dji­had und Des­po­tie (Maul 2010) - ein Buch, bei dem es sich um den Ver­such des Bahamas-Autors Tho­mas Maul han­delt, sich die The­sen des rechts­ra­di­ka­len Islam­wis­sen­schaft­lers Hans-Peter Rad­datz und sei­nes Wer­kes Allahs Schleier (Rad­datz 2004) für die post­an­ti­deut­sche Ideo­lo­gie­bil­dung pro­duk­tiv anzu­eig­nen. (Click here to continue…)

Sex, Lügen und Huntington

Einen Hoax, d.h. Schwin­del, auf­zu­de­cken, bedarf es manch­mal nicht mehr als einer gründ­li­chen Über­prü­fung der Fuß­no­ten. Der Blog­ger Abdel Kader hat das kürz­lich anhand eines 2002 in der Zeit­schrift "Baha­mas" erst­ver­öf­fent­lich­ten und 2007 im Ça-ira-Verlag nach­ge­druck­ten Arti­kels von Nata­scha Wil­ting demons­triert: Für ihre frei erfun­dene Behaup­tung, mus­li­mi­sche Jun­gen wür­den bis zum ach­ten Lebens­jahr an der Brust ihrer Mut­ter gestillt (wes­halb sie "das größte psy­cho­pa­tho­lo­gi­sche Kol­lek­tiv" form­ten, "das die Welt bis jetzt gese­hen hat"), suchte sich die Auto­rin, nach­dem sie dafür mehr­fach öffent­lich ver­spot­tet wor­den war, ein­fach eine fal­sche Quelle.

Gerhard Scheit und Natascha Wilting

Eine ras­sis­ti­sche Lüge macht unter "anti­deut­schen" Auto­ren die Runde: Nata­scha Wil­ting in einer Fuß­note von Ger­hard Scheits "Sui­cide Attack".

Ein ähnli­cher Hoax lässt sich, neben zahl­rei­chen Pla­gia­ten, aber auch in Tho­mas Mauls "Ahma­dined­schad in New York" fin­den - ein Auf­satz, der fast die glei­che Publi­ka­ti­ons­kar­riere hin­ter sich hat wie Wil­tings "Psy­cho­pa­tho­lo­gie des Islam": erst­mals 2008 in der BaHa­mas erschie­nen, um zwei Jahre spä­ter bei Ça ira als sieb­tes Kapi­tel sei­ner Mono­gra­phie Sex, Dji­had und Des­po­tie ein klei­nes Come­back zu fei­ern. Und genau wie Wil­ting scheut auch Maul nicht davor zurück, seine Quel­len zu fäl­schen, wenn es darum geht, ras­sis­ti­sche Vor­stel­lun­gen über den Ande­ren zu unter­mau­ern. So heißt es an ent­spre­chen­der Stelle:

Zu die­ser pre­kä­ren Zwangs­ho­mo­se­xua­li­tät [in isla­mi­schen Gesell­schaften] schreibt [der schwule Exi­li­ra­ner Ali] Mahd­joubi: "Es war die Hölle."1

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  1. Tho­mas Maul, Sex, Dji­had und Des­po­tie (Frei­burg: ça ira, 2010), 165. []

Sex, Djihad und Plagiat

Nun hab ich mir doch mal das Buch von Tho­mas Maul, Sex, Dji­had und Des­po­tie, besorgt, um die dafür ver­aus­gab­ten Spe­sen nach einer hal­ben Stunde Lek­türe auch schon wie­der zu bereuen. Den mit Belei­di­gun­gen gegen­über dem Main­stream der Gender-Forschung nur so gespick­ten por­no­gra­phi­schen Ras­sis­mus des Autors auch noch inhalt­lich zu kom­men­tie­ren, ver­bie­tet wohl der gute Geschmack. Zur Arbeits­weise kann ich mir ein paar per­sön­li­che Anmer­kun­gen aller­dings nicht verkneifen.

So hat sich Maul nir­gends die Mühe gemacht, die von ihm ver­wen­dete Sekun­där­li­te­ra­tur erst umständ­lich zu para­phra­sie­ren. Er kopiert sie ein­fach durch stil- und wort­ge­treute Über­nahme gan­zer Absätze selbst dort, wo es sich um Auto­ren han­delt, die er - so dreist war wirk­lich noch kein Pla­gia­tor vor ihm - öffent­lich angreift, belei­digt und schließ­lich sogar als "Abschrei­ber" (S. 130) denun­ziert. Wie bitte?! Scham­lo­sig­keit, sagte einst Freud, ist das erste Anzei­chen von Schwachsinn.

Um nicht mit end­lo­sen Bei­spie­len zu lang­wei­len, greife ich hier nur ein ein­zel­nes Beleg­stück her­aus. (Click here to continue…)

Moslemhass im Mehringhof

Pro-Deutschland-Klima auf einer lin­ken Buch­messe.


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