Posts Tagged ‘same-sex desire’

Männerliebe im Islam

Samstag, August 17th, 2013

„Als Männerliebe im Islam noch kein Tabu war“
Thomas Bauer im Dradio, 16.08., Tag für Tag

Some cute & funny stuff from Korea

Montag, Juli 23rd, 2012

Boys‘ kissing game on TV:

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Love and Violence in Ottoman Poetry

Donnerstag, März 1st, 2012

Ein Buch über Liebe in der „frühmodernen osmanischen und europäischen Kultur und Gesellschaft“, das ich immer ein bisschen ignoriert habe, ist Andrews‘ und Kalpaklıs The Age of Beloveds. Der Grund ist die von Fach­rezensenten zurecht für ziemlich haarsträubend erachtete These, die osmanische Liebesdichtung bilde in jener Epoche, die man in Europa die „frühe Neuzeit“ nennt, ein kulturelles Kontinuum nicht etwa mit der arabischen und persischen Kultur, sondern mit der höfischen Gesellschaft der europäischen Renaissance. Es scheint mir fast, als schlüge die Westbindung der modernen Türkei den beiden ein ideologisches Schnippchen, indem sie die Autoren dazu animiert, die Frankophilie der spätosmanischen Gesellschaft einfach mal um drei Jahrhunderte vorzuverlegen. Dass sich hier und da Ähnlichkeiten zwischen europäischer und osmanischer Dichtung fest­stellen lassen – wen wundert’s, da die Troubadoure das arabische Konzept mortaler Liebe schon im 12. Jahr­hundert aus dem andalusischen Spanien nach Südfrankreich holten, es allerdings zugleich, je weiter es nach Norden vordrang, zunehmend „heterosexuell“ rekodierten. Wie in der Philosophie, Theologie und Medizin erwiesen sich die Christen als große Kopisten: Thomas von Aquin – was war er anderes als ein Abklatsch von Muhammad al-Ghazali?

Doch ungeachtet des zweifelhaften Versuchs, die Westlichkeit der historischen „Türkei“ anhand von Similaritäten zu belegen, die ihre Ursprünge ganz woanders, nämlich in der kulturellen Ausstrahlungs­kraft des maurischen Spaniens haben, ist The Age of Beloveds als Quellen­sammlung für die aufgrund der historischen Sprachbarrieren in der Regel nur wenigen Experten zugängliche osmanisch­sprachige Literatur allemal von großem Interesse. Eine dieser Quellen hat mich aufgrund ihres morbiden Charakters dabei besonders fasziniert. Es ist die Geschichte von Ferdi, dem Dichter und „Liebhaber-Killer“: (mehr …)

Ibn Hazm (7): Die Vortrefflichkeit der Keuschheit

Montag, August 15th, 2011

Bevor ich’s ganz vergesse: das letzte Stück aus der Abhandlung von Ibn Hazm über die Liebe. Worauf es mir ankommt – dass das Geschlecht des Begehrten im gesamten Werk von Ibn Hazm keinen wie auch immer gearteten Unterschied konstituiert, die Kategorien von „Homo-“ und „Heterosexualität“ also gänzlich fehlen -, sollte mittlerweile klar geworden sein.

Wie mag es nun aber einem ergehen, der im Herzen etwas geborgen hat, was heißer war als Tamariskenkohle, im Busen etwas gehütet, was schärfer war als ein Schwert, der Bissen geschluckt hat herber als Koloquinte und seine Seele gegen ihren Willen von dem abgekehrt hat, was sie verlangte, was sie überzeugt war zu erreichen, worauf sie eingestellt und was ihr durch nichts verwehrt war? Wahrlich, er verdient, morgen, am Tag der Auferstehung, Freude zu erleben, an der Stätte der Belohnung und in der Welt der Ewigkeit im Kreise der Gottesfreunde zu weilen, vor den Schrecken des Jüngsten Tages und dem Entsetzen der Auferstehung sicher zu sein, und daß Gott ihm am Tage des Weltgerichts für diese Wunde Geborgenheit schenkt.

Der Arzt Abu Mūsā Hārūn ibn Mūsā hat mir folgendes erzählt: (mehr …)

Der Westen und der Orientalismus der Sexualität (Interview)

Montag, August 8th, 2011

Zur Vertiefung siehe den Essay “Re-Orienting Desire: The Gay International and the Arab World”. Eine Kritik des auf diesem Essay basierenden Buchs, Desiring Arabs, findet sich auf den Seiten der Feminist Review. Nachfolgend ein Gespräch mit dem Autor Joseph Massad. Interview: Ernesto Pagano. Unautorisierte Übersetzung: /me.

Homosexuelle in der arabischen Welt? Sie wurden vom Westen „erfunden“. In seinem Buch Desiring Arabs versucht Joseph Massad, ein Jordanier palästinensischer Herkunft und Assoziierter Professor an der Columbia-Universität, dem Prozess nachzugehen, durch den die in den USA entstandene Schwulenbewegung in einer homosexuellen Identität resultierte und sich mühte, sie jenen Arabern aufzudrängen, die Beziehungen mit Personen ihres eigenen Geschlechts unterhalten. Ein Prozess, der laut Massad den Geleisen des westlichen Imperialismus folgt. […] (mehr …)

No Homo

Sonntag, August 7th, 2011

Zu meinen letzten Beiträgen hab ich via E-Mail ein amüsantes Musikvideo zugesandt bekommen, das eigentlich ganz gut in die Debatte passt – und das ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte! 😉

Der Westen und der Orientalismus der Sexualität (Einleitung)

Sonntag, August 7th, 2011

Seit einigen Jahren befindet sich eine Reihe neurechter Publizisten auf dem Kreuzzug gegen Joseph Massad, der an der New Yorker Columbia-Universität moderne arabische Politik und Geistesgeschichte lehrt und mit Colonial Effects (2001), The Persistence of the Palestinian Question (2006) und Desiring Arabs (2007) bereits drei Bücher zu postkolonialen Themen veröffentlichte. Der Versuch, seine Festanstellung (tenure) als Assistenzprofessor zu hintertreiben, etwa durch die bellizistische Watchdog-Organisation „Scholars for Peace in the Middle East“ (der u.a. auch Matthias Küntzel angehört), erwies sich am Ende jedoch als folgenlos. Die Universität ließ sich durch den Druck der Neokonservativen nicht korrumpieren.

Der Hauptgrund für die Opposition gegen den in Jordanien geborenen Politikwissenschaftler ist recht unzweifelhaft seine christlich-palästinensische Herkunft und seine damit in Verbindung stehende Kritik am Zionismus, die ihm – wie üblich – den Vorwurf des „neuen Antisemitismus“ eingetragen hat. Als letzter Auslöser der Kampagne gegen Massad erwies sich jedoch sein Aufsehen erregender Essay „Re-Orienting Desire: The Gay International and the Arab World“ (Public Culture, 14/2002), der dem Autor sogar ein eigenes Dossier auf Daniel Pipes berüchtigter Denunzianten-Seite Campus Watch bescherte. Und eine kleine Gruppe beflissener Neocon-Imitatoren aus Österreich trug Massads Ruf als schlimmer Postkolonialist und Feind des „freien Westens“ sogar bis in (anti)deutsche Gefilde – obwohl er ins Deutsche noch überhaupt nicht übersetzt worden war. (mehr …)

The Fire That Burns (Trailer)

Mittwoch, Mai 25th, 2011

Muss ick mir ma runterladen!


The Fire That Burns = Gay Themed Preview

Saudi Arabia: Kingdom in the Closet

Montag, Januar 10th, 2011

Wie lebt es sich als – in unseren Begriffen – „Schwuler“ in Saudiarabien? Die Journalistin Nadya Labi hat das für einen außergewöhnlichen Artikel in der Zeitschrift The Atlantic etwas genauer recherchiert:

The Kingdom in the Closet

SODOMY IS PUNISHABLE BY DEATH IN SAUDI ARABIA, BUT GAY LIFE FLOURISHES THERE. WHY IT IS “EASIER TO BE GAY THAN STRAIGHT” IN A SOCIETY WHERE EVERYONE, HOMOSEXUAL AND OTHERWISE, LIVES IN THE CLOSET

[…] When Yasser hit puberty, he grew attracted to his male cousins. Like many gay and lesbian teenagers everywhere, he felt isolated. “I used to have the feeling that I was the queerest in the country,” he recalled. “But then I went to high school and discovered there are others like me. Then I find out, it’s a whole society.” (mehr …)

The Heteronormative Power of the European Gaze

Montag, Mai 3rd, 2010

Nepali Men Holding Hands

„The anger at European readings of Iranian social and sexual mores began to reconfigure structures of desire by introducing a demarcation to distinguish homosociality from homosexuality. Iranians began to find themselves ‚explaining‘ to European visitors that at least some of the practices that the latter read as homosexuality, such as men holding hands, embracing, and kissing each other in public, were not so: the Europeans were misreading homosociality for homosexuality. Disavowal of homosexuality out of homosociality — a cultural work that has continued into the present — set in motion two seemingly contradictory, yet in fact enabling, dynamics. It marked homosociality as devoid of sexuality, thus making homosexuality ‚homeless,‘ endangered because denied. At the same time, by insisting on that exclusion, it provided homosexuality a homosocial home for masquerade. […] Naming through denial and disavowal was productive through negation: ‚What you see is not how you name it and categorize it‘ produces a particular it as a distinct form of desire. Formation of homosexuality through denial and disavowal becomes its condition of possibility and reproducibility. The denial of any overlap between the now separate domains of homosociality and homosexuality paradoxically provides a shelter, a masqueraded home, for homosexuality. We can continue to hold each other’s hand in public because we have declared it to be a sign of homosociality that is void of sexuality.“

Arab Men Rubbing Noses

Denial and disavowal was only one response to coming under the European gaze. Dissimulation and ‚cross-representation‘ was another: the disappearance of the male beloved from visual representation, like his disappearance from love poetry in the same period, may have been an alternative resolution to the moral and cultural challenges posed by European judgments. As ‚another gaze‘ entered the scene of desire, as if an intruder had entered one’s private chamber, the scene of homoerotic desire had to be disguised.“

Afsaneh Najmabadi, Women with Mustaches and Men without Beards: Gender and Sexual Anxieties of Iranian Modernity (Berkeley: University of California Press, 2005), 38.