Posts Tagged ‘neue rechte’

Hommen oder die homophoben „neuen 68er“

Samstag, April 27th, 2013

Quelle: stophomophobie.com

Hommen-Demonstrant gegen die "Homo-Ehe". Quelle: stophomophobie.com

Die perverse Wirlassen­uns­das­negersagen­nicht­verbieten- alias Frauen­gehtbügeln-Bewegung im deutschen Internet mit ihren Tausenden von mastur­batorischen User-Kommentaren und Face­book-Likes, die der konservative Spiegel-Kolumnist Jan Fleischhauer bereits überschwänglich als Ausdruck einer 68er-Bewegung von rechts charakterisierte, findet jenseits des Rheins ihre Entsprechung wohl am ehesten auf der Straße und dort gleich eine ganze Nummer größer in der politischen Kampagne gegen die „Ehe für alle“. Denn genau wie erstere beansprucht, sich im sprachlichen Modus der sexuellen Befreiung gegen lust­feindliche „Neuro­tiker_innen“ und linkes „Bet­schwester­tum“ zu richten, ist auch letztere von dem Versuch gekennzeichnet, den ehedem als links geltenden Habitus der Norm­übertretung und des politischen Protests für restaurative gesellschaftliche Zwecke in Beschlag zu nehmen. Hier für die Affirmation des Rassismus, dort für das rechtliche Supremat der „Heterosexualität“. Bernhard Schmid beschreibt die verblüffenden Ausmaße des französischen Frühlings der Homophobie und versucht sich an einer gesellschaftspolitischen Erklärung:

Als neuntes Land in der Europäischen Union, und als vierzehnter Staat weltweit, hat Frankreich – einige Tage nach Neuseeland – die Ehe nunmehr auch homosexuellen Paaren geöffnet. […] Die Demonstrationen dagegen zogen mindestens mehrere hunderttausende Teilnehmer an, ihre Veranstalter behaupten sogar: Millionen. In jedem Falle erheblich mehr als die gewerkschaftlichen und sozialen Protestdemonstrationen in derselben Zeitspanne, obwohl es für Letztere Anlässe genug gab. (mehr …)

Das perverse Genießen der politisch Unkorrekten

Dienstag, April 23rd, 2013

Bei der taz-Kolumne von Deniz fällt mir immer wieder der alte Text von Slavoj Žižek mit dem witzigen Titel ein: „Gibt es ein perverses Genießen in der Politik?“ (in Jahrbuch für klinische Psychoanalyse, Bd. 1: Perversion). Und um gleich ein mögliches Missverständnis auszuräumen: Perversion bezeichnet in der lacanschen Tradition keine „sexuelle Abweichung“, sondern eine von drei fundamentalen Arten des Genießens, konkret die, sich an den entsetzten Blicken von Leuten zu erfreuen, deren Tabugrenzen man gerade übertritt. Etwa indem man ganz oft das N-Wort sagen muss, weil Leute das jetzt problematisieren; oder indem man den Kolonialismus in seinen „positiven“ Aspekten hochleben lässt, wenn Menschen beginnen, der 60 Millionen Verhungerten zu gedenken, die er allein am Ende des 19. Jahrhunderts gefordert hat (siehe Mike Davis: Die Geburt der Dritten Welt).

Perverses Genießen in der Politik ist für Žižek die prototypische Haltung der neuen Rechten, die die „Political Correctness“ verspottet und Herrschafts­verhältnisse affirmiert, nur weil sie es kann. Jeder soll den großen Pimmel bewundern, mit dem sich das in der Rolle des Outlaws gefallende herrschaftliche Subjekt exhibitionistisch über die Grenzen hinwegsetzt, die ihm die Subalternen auf ihrem Weg nach oben ziehen wollen. Es funktioniert aber nur so lange, wie es ein linkes hysterisches Gegenüber gibt, das sich an die Schwanzparade der weißen, männlichen, heterosexuellen und auch sonst recht gut bestückten neoliberalen Rebellen von achgut.com, kreuz.net und wie-sie-alle-heißen noch nicht gewöhnt hat. Ich jedenfalls fand die laue Kopie, die sich die TAZ für diese gähnend langweilige Anti-PC-Tour vor Jahren ins Blatt geholt hat (natürlich mit mindestens einem askriptiven Diskriminierungs­merkmal!), schon immer einfach nur: unspannend.

PI-News-Leser diskutieren über Homosexualität

Donnerstag, Mai 26th, 2011

"Das hat nichts mit Intoleranz zu tun" (mehr …)

Über die ideologischen Verstrickungen rechter und linker „Islamkritik“. Teil 1

Montag, Mai 2nd, 2011

Es ist nicht wirklich neu, dass sich Vertreter der sog. „anti“deutschen Strömung, einer islamfeindlichen Fraktionierung innerhalb der deutschen Linken, seit geraumer Zeit an rechte Populisten heranschmeißen. Das gemeinsame Feindbild „Moslem“ hilft, die ideologischen Gräben zwischen links und rechts zu überbrücken und eine neue Querfront zu begründen. So attestierte, um ein Beispiel zu nennen, das als zentraler Ideologiegeber der „Anti“deutschen fungierende Frontblatt Bahamas dem berüchtigten Rechtsextremisten Jean-Marie Le Pen bereits 2003, im Besitz „vernünftige[r] Einwände gegen die ungebremste Islamisierung“ französischer Vorstädte zu sein.

Konsequenzen hatten diese regelmäßigen Sympathiebekundungen für Faschisten nie: So störte sich das Leipziger Jugendzentrum „Conne Island“ bei seiner jüngsten Ausladung eines Bahamas-Redakteurs nicht etwa an der Nähe der Zeitschrift zur Neuen Rechten und deren rassistischer „Islamkritik“, sondern lediglich an dem pöbelnden Ton, mit dem der Oberwirrkopf der „Anti“deutschen gegen Feministinnen und „hässliche Linke“ zu Felde zog.

Bahamas-Karikatur

Bahamas sieht sich als Opfer einer Verschwörung von Linken und Muslimen

Eine zentrale Rolle für die massenhafte Verbreitung dieser Ideologie spielt die sich selbst als links betitelnde Wochenzeitung Jungle World. Seit zehn Jahren bietet sie Bahamas-Redakteuren, ungeachtet aller Kritik, eine Plattform zur Verbreitung ihrer rassistischen Ansichten. So hob die Zeitung erst unlängst einen Autoren dieser Zeitschrift in die Position des Leiters ihres Dossiers. Nicht von ungefähr erschien dort kurze Zeit später der Vorabdruck eines Kapitels aus dem kulturrassistischen Machwerk Sex, Djihad und Despotie (Maul 2010) – ein Buch, bei dem es sich um den Versuch des Bahamas-Autors Thomas Maul handelt, sich die Thesen des rechtsradikalen Islamwissenschaftlers Hans-Peter Raddatz und seines Werkes Allahs Schleier (Raddatz 2004) für die postantideutsche Ideologiebildung produktiv anzueignen. (mehr …)

Die neuen Männer. Oder: da wächst zusammen, was zusammengehört

Mittwoch, Februar 16th, 2011

So wird den Individuen im „Queerfeminismus“ noch einmal gerade das genommen, was einzig das Moment ihrer Rettung wäre, die Einheit ihrer Individualität, Geschlecht, Lust, Sexualität. Das Subjekt wird theoretisch um seine Substanz gebracht. Voraus­gedacht ist all das natürlich bei der Täterschützerin Judith Butler. —Martin Dornis, 2011

Im wirklichen Leben begegnen wir uns hingegen als die geschlechtslosen Softies, die unsere Politiker schon heute sind: Androgyne Zombies wie Frau Merkel, Frau Nahles oder Frau Künast, die man selbst in seinen wildesten Macho-Phantasien nicht missbrauchen möchte. —Jürgen Elsässer, 2010

Ihr ganzen verschwulten Pazifisten-Veganer, hängt euch auf an euren aus dem Arsch gezogenen Sexismusdebatten, fickt euch alle ins Knie gegenseitig, damit Ihr wieder wisst, ob Ihr Männlein oder Weiblein seid, und geht den Leuten nicht auf den Sack, die wirklich Revolution machen wollen. —MaKss Damage, 2010

Endstation rechts

Donnerstag, März 25th, 2010

Herr Grigat, wo treiben Sie sich denn geistig rum?