Posts Tagged ‘lgbt’

Zwischen Etatismus und Affirmation des Andersseins

Dienstag, Dezember 2nd, 2014

Akademie Waldschlösschen bei Göttingen, 5. bis 7. Dezember 2014:

Politiken in Bewegung: Die Emanzipation der Homosexuellen im 20. Jahrhundert (mehr …)

The Way He Looks (Brazil, 2014)

Samstag, Februar 15th, 2014

Blinder Teenager verliebt sich in Mitschüler: Die Spielfilmfassung eines brasilianischen Kurzfilm-Hits auf Youtube („Eu Não Quero Voltar Sozinho“, engl. „I don’t want to go back alone“) gewinnt den Teddy Award auf der diesjährigen Berlinale.


(Untertitel nach dem Start des Films mit Klick auf CC einschalten!)

BBC World: „Gay Pakistan: Where sex is available and relationships are difficult“

Mittwoch, November 13th, 2013

Audioausschnitt aus einem Beitrag der Sendereihe „Crossing Continents“ von BBC Radio 4 mit dem Titel „Inside Gay Pakistan“:

[ Full Audio ]

Aus dem zugehörigen Artikel:

Just occasionally, though, Pakistani parents do reconcile themselves to children entering a long-term gay relationship.

Akbar and Ali are one such couple who have made things work, against the odds.

„Ali’s family was run by a matriarch,“ recalls Akbar.

„His grandmother was the head of the house so I knew that winning her over would mean everything else would fall into place. I took the time to talk to her and convince her that I was a good person. That was first and foremost. It wasn’t about ‚coming out‘ in a formal sense. It’s more important to convince Ali’s family that I’m a good human being.

„She once gave me a hand-embroidered decorative cloth that she had made as a teenager. She said she was giving it to me because she knew I ‚take care of things‘. It was a kind gesture and a very personal kind of acceptance.“

Akbar and Ali have now set up home together with the support of their families. Akbar has a good relationship with Ali’s mother.

„She comes to stay with us and I love watching soaps with her. At the end of the night she goes to her room and Ali and I will retire to our room. Two men sleeping in the same bed? Sure she knows what is going on. We don’t have to have a big discussion about it.“

Stories like this are, however, exceptionally rare. For many gay men in Pakistan, a heterosexual marriage and a life of anonymous groping is the long-term reality.

Hulkling (Young Avengers) vs. the Christian forces of evil

Freitag, August 9th, 2013

(Click to enlarge)
hulkling
From Avengers: The children’s crusade #1

Homophobe Franzosen, aufgeklärtes Südafrika?

Montag, April 15th, 2013

Siehe auch „Protest gegen Homo-Ehe in Frankreich wird radikaler“ und „‚Es wird Bürgerkrieg geben‘: Homo-Ehe spaltet Frankreich„.

An Archeology of Failure: Early LGBT Activism in the U.S.

Montag, April 15th, 2013

Interessanterweise starten Hagiographien der US-amerikanischen Lesben- und Schwulenbewegung immer mit der 1951 von dem CPUSA-Mitglied Harry Hay gegründeten, aber dann aus Angst vor der Staatsmacht sehr schnell sehr konservativ gewordenen Mattachine Society als dem angeblich ersten politischen Zusammenschluss für die »Rechte von Homosexuellen« in Nordamerika. Von daher ist es ganz interessant, in einem Artikel, der 1980 in Urgent Tasks, einer Zeitschrift der revolutionären Linken in den USA, erschienen ist, folgende historische Episode zu entdecken, die in den zurechtgebügelten Geschichtsnarrativen der amerikanischen LGBT-Bewegung schon aus Grundsatz unterschlagen wird. Nach dem Motto: Was sich dem Kriterium des Erfolgs nicht fügt, das hat in unserem Epos nichts zu suchen. Geschichte dient hier vor allem der Legitimation ihres Resultats: »uns« und der Art, wie wir Politik betreiben. Erfahrungen des Scheiterns stören da nur den Flow der Erzählung. (mehr …)

Ganz in Weiß mit einem Blumenstrauß…

Samstag, April 13th, 2013

Liebe Grüne Jugend Würzburg! Es ist ja klar: Eine Hartz-IV-Partei braucht symbolpolitische Themen wie die »Ehe für Homosexuelle«, um sich noch irgendwie als fortschrittlich vorzukommen. Während sie in den 90er Jahren an einer Politik mitwerkelte, die immer mehr Menschen von immer mehr Gütern des gesellschaftlichen Lebens exkludierte, darf sie sich hier endlich als eine Partei der »Inklusion« fühlen.

»Ehe ist für ALLE da.« Grüne Jugend Würzburg

»Ehe ist für ALLE da.« Grüne Jugend Würzburg, 2013. Quelle: Facebook.

Die Ehe ist also »für alle da« – mit Ausnahme derjenigen natürlich, die aus irgendeinem dummen Grund nicht heiraten wollen. Dass ausgerechnet die Regenbogenfahne, die, auch wenn sie schon immer für ein gerüttelt Maß an Einfalt stand, zugleich so etwas wie eine irreduzible Vielfalt an Lebensformen repräsentieren wollte, welche sich nicht gegeneinander ausbooten lassen würden, euch zu einem geeigneten Symbol gerät, das Monopol einer einzigen, nämlich der staatlich sanktionierten Lebensform der Ehe als ein »für alle« geeignetes Modell zu bewerben, kommt euch nicht irgendwie Spanisch vor? (mehr …)

„Was sagt der Islam zu Homosexualität?“ (Köln, 6. Nov.)

Montag, Oktober 29th, 2012

Turkish Wine Boy „Was sagt der Islam zu Homosexualität?“
Zur Dekonstruktion einer Fragestellung

Seit dem 11. September 2001 ist nicht nur der Islam, sondern auch seine angebliche Haltung zu Frauen- und Schwulenrechten ins Zentrum gesellschaftlicher Debatten gerückt. Aber ist der Islam überhaupt ein Subjekt, das eine „Haltung“ formulieren könnte? Und wie soll er etwas zu einer sexualwissenschaftlichen Konstruktion aussagen, die das Produkt biopolitischer Diskurse aus dem Ende des 19. Jahrhunderts ist?

Der Begriff der „Homosexualität“ definiert einen bestimmten Typus von Person, dem gleichgeschlechtliches Begehren als „Anormalität“, als psychische und häufig auch körperliche Besonderheit, eingeschrieben wird. Klassische Texte aus der islamischen Welt kennen diese normalisierende Konstruktion nicht; sie gehen vielmehr davon aus, dass gleichgeschlechtliches Begehren eine universelle Anlage aller Menschen und alles andere als „widernatürlich“ ist. So schreibt die Überlieferung selbst dem Propheten Mohammed ganz selbstverständlich die Sorge zu, von schönen Burschen in Versuchung geführt zu werden.

Wozu sich klassische religiöse Diskurse äußern, sind spezifische Handlungen wie Analverkehr oder Tribadie, die als Ausdruck vor- und außerehelicher Sexualität eine Sünde darstellen und je nach Rechtsschule weniger, gleich und manchmal sogar schwerer als ein „heterosexueller“ Ehebruch wiegen. Interessant ist es, wie die europäisch-neuzeitliche Vorstellung von Homosexuellen als einer „Spezies“ (Foucault) in modernen islamischen Diskursen verarbeitet wird und wie sie eine radikale Reinterpretation der Aussagen traditioneller religiöser Texte erforderlich macht. Stellen wir uns die Frage nach der realen Praxis, sind wir aber nicht mehr bei „dem Islam“, sondern bei konkreten Machtverhältnissen und Akteuren.

So erweist sich am Ende vor allem eines: Genau wie man die essentialistische Konstruktion „des Homosexuellen“ hinterfragen muss, um klassische islamische Texte zu verstehen, ist auch die essentialistische Konstruktion „des Islams“ zurückzuweisen, um zu begreifen, wie sich unterschiedliche politisch-religiöse Kräfte mit der rasanten Modernisierung der gesellschaftlichen Vorannahmen über gleichgeschlechtliche Liebe und Lust arrangieren.

Di., 6. Nov., 19:30 Uhr
Veranstalterin: Autonomes Lesben- und Schwulenreferat
Uni Köln, Universitätsstraße 35, Hörsaal G
Veranstaltung auf Facebook

Sternstunden der Aufklärung

Montag, Juli 16th, 2012

Christian teens start weeping when a gay activist criticizes „the bullshit in the bible.“ Man, that’s pathetic!

And some funny stuff on the Pope.

Offene Worte an die Veranstalter_innen des t*CSD

Donnerstag, Juni 21st, 2012

Der diesjährige transgeniale CSD: Erst ein Werbevideo machen, in dem jemand das Schild «Queer gehört niemandem!» hochhält. Und dann schwulen Antifas einen Antirepressions-Stand verweigern, weil sie angeblich «nicht queer» seien. Irgendwie sehr widersprüchlich, findet ihr nicht auch? Und überhaupt: Ist dieses Queer-Dingens jetzt so etwas wie die neue Orthodoxie? Darf man an eurem CSD nicht mehr teilnehmen, wenn man sich dieses Gummiwort nicht überstülpt und einen entsprechenden Habitus an den Tag legt? Wenn dem so ist, dann soll diese hippe Gender-Szene doch einfach unter sich feiern. Ich geh dann dort auch nicht mehr hin.

Wenigstens muss ich mich so nicht mehr über eure Plakate ärgern – etwa jenes, auf dem, neben einem Execution-Porn-Foto aus dem Iran, «Fighting against Killing Homosexuals in the Middle East» steht. Was soll das aussagen? Dass in eurem orientalistischen Weltbild das Mullah-Regime mit dem gesamten Nahen Osten identisch ist? Dass außerhalb des Nahen Ostens keine LGBTs umgebracht werden? Und als wäre es angesichts des seit Jahren von bürgerlichen Lobbygruppen geschürten Rassismus in der lesbisch-schwulen Szene, wo Leute öffentlich bespuckt werden, die sich aufgrund ihres Klassenbewusstseins gegen kulturelle Essentialismen stellen (so geschehen mit Genossen der DKP queer während des Motzstraßenfests), nicht schon übel genug, für euer Mobilisierungsvideo ein Plakat auszuwählen, das mit homogenisierenden Zuschreibungen an eine sehr heterogene Region arbeitet, untertitelt ihr das Ganze dann auch noch suggestiv mit dem Wort «antifaschistisch»!

Der Antifa-Charakter des transgenialen CSD macht sich für euch also daran fest, dass ihr – in der Terminologie der internationalen Kriegspropaganda – gegen «Islamfaschismus» demonstriert? Na, dann wundert es mich überhaupt nicht mehr, dass ihr schwule Antifas, die wirklich – und nicht nur qua Einfühlung in westliche Bomberpiloten – gegen faschistische Tendenzen vorgehen; die um praktische Solidarität für einen Genossen bitten, der wegen seiner politischen Aktivitäten zurzeit in Untersuchungshaft sitzt; die schon allein deshalb wesentlich plausibler an die Tradition des Aufstands in der Christopher Street anknüpfen, weil sich dieser nicht abstrakt gegen «Homo- und Transphobie», sondern gegen die konkrete Drangsalierung durch die «Bullenschweine» richtete; dass ihr solche Leute bei eurem «Queer»-Spektakel nicht dabei haben wollt.

Sagt’s doch bitte frei heraus, wenn es der Antiimperialismus ist, der euch an unseren Genossen stört. Aber schiebt nicht solche absurden Begründungen vor wie die, dass sie nicht «queer» wären, während ihr gleichzeitig damit hausieren geht, dass dieses Konzept «niemandem gehört». Aber meinetwegen dürft ihr es gerne behalten!