Archiv für das 'klassenkampf'-tag

Nate57, „Immigranten“

via anthra­xit

It’s the class, stupid!

Was mich an die­sen gan­zen von ehe­ma­li­gen Anti­fas orga­ni­sier­ten Antikap-Demos, die jetzt wie­der Hoch­kun­junk­tur haben, stört, ist die Abwe­sen­heit jeder Per­spek­tive, die auf den Begriff der Klasse und damit das Ver­hält­nis von „unten und oben“ reflek­tiert. Es ist, als woll­ten die schö­nen Eloi end­gül­tig nichts mehr mit den häss­li­chen Mor­locks zu tun haben. Kapi­ta­lis­mus wird von einem abs­trak­ten Außen, dem Stand­punkt des „frei­schwe­ben­den Intel­lek­tu­el­len“ (Mann­heim), kri­ti­siert, der sich über die „Imma­nenz“ von Klas­sen­kämp­fen theo­re­tisch längst erha­ben weiß. Und dann stel­len sich diese Leute auch noch ernst­haft die Frage, warum sie fast nur Mehr­heits­deut­sche anzie­hen. Ob das denn daran läge, dass sie ihr „Weiß­sein“ nicht genug reflek­tier­ten. Schließ­lich rich­ten sie kri­ti­sche Lese­kreise zu dem Thema ein, schaf­fen damit noch mehr Bil­dungs­hür­den und wun­dern sich, warum sie wei­ter unter sich blei­ben, wäh­rend die in letz­ter Zeit über­all aus dem Boden schie­ßen­den Roten Anti­fas, die noch nie in ihrem Leben was über „Cri­ti­cal Whi­ten­ess“ gehört haben, von migran­ti­schen Jugend­li­chen nur so über­rannt werden.

„Das Wachstum der Finanzmärkte hat mit einem enorm erfolgreichen Klassenkampf des besitzenden Bürgertums zu tun“

Michael Hein­rich zu den struk­tu­rel­len Ursa­chen der aktu­el­len Finanz­krise (erschie­nen als Inter­view in: ana­lyse & kri­tik 551, 18.6.2010):

In den letz­ten 20 bis 30 Jah­ren spiel­ten bei den Kri­sen die Finanz­märkte eine beson­ders wich­tige Rolle. Dies hat damit zu tun, dass die Finanz­märkte im „Post­for­dis­mus“, der mit der Welt­wirt­schafts­krise von 1974/75 ein­ge­läu­tet wurde, immens ange­wach­sen sind. […] Die Dere­gu­lie­rung ver­schaffte den Finanz­märk­ten ihre wahn­sin­nige Beweg­lich­keit und die Mög­lich­keit, immer neue „Finanz­pro­dukte“ zu schaf­fen. Das rie­sige Wachs­tum der Finanz­märkte hat aber mit gewal­ti­gen Umver­tei­lungs­pro­zes­sen, letzt­lich mit einem enorm erfolg­rei­chen Klas­sen­kampf des besit­zen­den Bür­ger­tums zu tun. Diese Umver­tei­lung fand vor allem auf zwei Ebe­nen statt. (Click here to continue…)

Antimuslimischer Rassismus und Krise (GSK Berlin)

Don­ners­tag | 6.5.2010 | 18:00 Uhr bei All­mende e.V., Kott­bus­ser Damm 25/26, U Hermannplatz:

Die Ver­an­stal­tung zu anti­mus­li­mi­schen Ras­sis­mus greift in Anbe­tracht aktu­el­ler sozia­ler Kri­sen und ihren poli­ti­schen Lösun­gen kri­tisch in rechts­po­pu­lis­ti­sche und ras­sis­ti­sche Ent­wick­lun­gen ein. Denn Sar­ra­zins het­ze­ri­sche Äuße­run­gen gegen „Kopf­tuch­mäd­chen“ und die „unpro­duk­ti­ven Mas­sen“, Mobi­li­sie­run­gen gegen den Bau von Moscheen und Mina­ret­ten oder Tref­fen der euro­päi­schen Rech­ten zu „Anti-Islam Kon­gres­sen“ fin­den ver­stärkt Zuspruch in der Mitte der Gesell­schaft. In Zei­ten zuneh­men­der staat­li­cher Über­wa­chung, auto­ri­tä­rer Kri­sen­po­li­tik, sozia­len Ver­ar­mungs­pro­zes­sen und ras­sis­ti­schen Ent­wick­lun­gen, reiht sich somit der anti­mus­li­mi­sche Ras­sis­mus als ein wei­te­res Unter­drü­ckungs­mo­ment in die Struk­tur des glo­ba­len Nor­dens ein. Soziale Wider­sprü­che gera­ten durch die Wie­der­be­le­bung von „deut­scher Leit­kul­tur“ und der Bekämp­fung einer angeb­li­chen „demo­kra­tie­feind­li­chen Isla­mi­sie­rung der Gesell­schaf­ten“ in den Hintergrund.

Die Gruppe Soziale Kämpfe stellt den anti­mus­li­mi­schen Ras­sis­mus in den Kon­text der Krise(n). Anti­mus­li­mi­scher Ras­sis­mus wird hier­bei ver­stan­den als Teil von Pro­zes­sen der Kul­tu­ra­li­sie­rung der sozia­len Frage und zur Bewäl­ti­gung der Krise durch die Schaf­fung des Feind­bil­des „Islam“, wie aktu­elle Bei­spiele ver­deut­li­chen werden.

Vas­si­lis Tsia­nos ord­net Anti-Islamismus und anti­mus­li­mi­schen Ras­sis­mus in den „post­li­be­ra­len Ras­sis­mus“ ein und stellt die­sen ins Ver­hält­nis zu wei­te­ren gesell­schaft­lich Kon­flik­ten. Wie etwa sieht der Zusam­men­hang zum Femi­nis­mus und zu Homo­ph­pbie aus? Was hat das alles mit der Krise des Neo­li­be­ra­lis­mus zu tun?

Die Platt­form gegen Ras­sis­mus ent­wi­ckelt schließ­lich Per­spek­ti­ven für eine anti­ras­sis­ti­sche Pra­xis ent­lang ihrer Kam­pa­gne „Integration?-Nein Danke!“, die mit dem gesell­schaft­li­chen Dis­kurs über defi­zi­täre und gefähr­li­che, näm­lich „des­in­te­grierte“ Men­schen bricht.

Ver­an­stal­te­rin: Gruppe soziale Kämpfe

Klassenziel Klassenkampf

via after­show


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