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Was aus Fukushima zu lernen wäre

Montag, März 14th, 2011

Der Blog Hintergrundstrahlung fasst prägnant zusammen, was man an staats- und gesellschafts­kritischen Einsichten aus dem gegenwärtigen Atom-Desaster in Japan mitnehmen kann:

  1. „Kein vernünftiger Mensch würde unter den technisch möglichen Mitteln ausgerechnet eines auswählen, das ihn im besten Fall langsam, im schlimmsten akut verstrahlt, um sich mit benötigtem Strom zu versorgen. Das tut auch niemand, denn diese Entscheidung fällen Regierende, die damit erklärtermaßen Ziele wie ‚Energie­sicherheit‘ und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft verfolgen. Nur als nationales Konkurrenzmittel macht Atomkraft Sinn.“
  2. „Das Risiko großflächiger Verstrahlungen und deren Folgen einzugehen, ist Wahnsinn. (Ebenso wie die Schaffung eines unentsorgbaren Atom­müllbergs.) Und doch stellt […] eine ganze gesellschaftliche Bewegung offensichtlich nicht die Frage, warum dieser Wahnsinn betrieben wird.“
  3. „Über solche nationale Fragen wird nicht per Wahl entschieden, am wenigsten bei dieser Größenordnung. Atomgegner können die Grünen wählen, AKWs können sie damit nicht abschalten. Schließlich kennen alle demokratischen Parteien noch einige andere Entscheidungs­kriterien als die Verstrahlungsgefahr für ihre Bürger und schalten dann ab, wenn SIE das für richtig halten.“
  4. „Dass kapitalistischen Konkurrenznationen das ‚Restrisiko‘ eines Super-GAUs die Sache wert ist, solange es ihren Zwecken dient, ist keine Neuigkeit. Anschaulich wird aber, was ein moderner, kapitalistischer und demokratischer Staat seinen Einwohnern zuzumuten bereit ist.“