Couscous Global wirft einen Blick auf die unspektakulären Aspekte schwulen Lebens im Iran – ein Kontrapunkt zu der häufig bloß sensationsheischenden Berichterstattung in zahlreichen westlichen Medien:
Archiv für das 'iran'-tag

“The anger at European readings of Iranian social and sexual mores began to reconfigure structures of desire by introducing a demarcation to distinguish homosociality from homosexuality. Iranians began to find themselves ‘explaining’ to European visitors that at least some of the practices that the latter read as homosexuality, such as men holding hands, embracing, and kissing each other in public, were not so: the Europeans were misreading homosociality for homosexuality. Disavowal of homosexuality out of homosociality — a cultural work that has continued into the present — set in motion two seemingly contradictory, yet in fact enabling, dynamics. It marked homosociality as devoid of sexuality, thus making homosexuality ‘homeless,’ endangered because denied. At the same time, by insisting on that exclusion, it provided homosexuality a homosocial home for masquerade. [...] Naming through denial and disavowal was productive through negation: ‘What you see is not how you name it and categorize it’ produces a particular it as a distinct form of desire. Formation of homosexuality through denial and disavowal becomes its condition of possibility and reproducibility. The denial of any overlap between the now separate domains of homosociality and homosexuality paradoxically provides a shelter, a masqueraded home, for homosexuality. We can continue to hold each other’s hand in public because we have declared it to be a sign of homosociality that is void of sexuality.”
Denial and disavowal was only one response to coming under the European gaze. Dissimulation and ‘cross-representation’ was another: the disappearance of the male beloved from visual representation, like his disappearance from love poetry in the same period, may have been an alternative resolution to the moral and cultural challenges posed by European judgments. As ‘another gaze’ entered the scene of desire, as if an intruder had entered one’s private chamber, the scene of homoerotic desire had to be disguised.”
→ Afsaneh Najmabadi, Women with Mustaches and Men without Beards: Gender and Sexual Anxieties of Iranian Modernity (Berkeley: University of California Press, 2005), 38.
In einem hervorragend recherchierten Artikel hat der amerikanische Journalist Doug Ireland in der New Yorker Zeitung Gay City News auf das aktuelle Schicksal von zwölf iranischen Jugendlichen aufmerksam gemacht, denen wegen (angeblicher) sexueller Betätigung mit anderen Jungen die Hinrichtung droht. Wer dagegen protestieren will, kann dieses E-Mail-Formular benutzen! Hier eine auszugsweise Übersetzung, um die wichtigsten Hintergründe dieser Fälle zu beleuchten:
Zehn junge iranische Männer, davon acht Teenager, warten gegenwärtig auf eine Hinrichtung wegen mann-männlichen Analverkehrs [im Folgenden, entsprechend dem amerikanischen Sprachgebrauch, "Sodomie" genannt], und gegen zwei weitere wird auf Basis des gleichen Vorwurfs neu verhandelt.
“Ein verhafteter Demonstrant [mit Namen Majid] wird in Frauenkleidern fotografiert, um ihn zu verhöhnen. Die Männer der [iranischen] Opposition lassen das nicht auf sich sitzen – und verschleiern sich” (der Freitag).
Letzte Woche habe ich meine sich über etwa ein Jahr erstreckende Vortragstour mit insgesamt zwei Dutzend Veranstaltungen vorläufig abgeschlossen. Ferngebliebene oder Leute aus Städten, in die eingeladen zu werden ich leider nicht die Gunst hatte (Frankfurt, München, Stuttgart), verweise ich hiermit auf Chilligays, eine Sendung auf Radio F.R.E.I., die meinen Vortrag in Erfurt am 20. August diesen Jahres aufgezeichnet hat. Die sich daran anschließende Diskussion mit dem Publikum ist im Mitschnitt leider nicht enthalten. Aber man kann ja auch nicht alles haben!
Download Homophobe Moslems, toleranter Westen? (ca. 41 min.)
Nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen wurden seit der islamistischen Machtergreifung im Jahre 1979 im Iran etwa 6.000 männliche Homosexuelle hingerichtet.
… schreibt das als rechtskonservative Konkurrenz zu Hagalil von dem Naziaussteiger Jörg Fischer gegründete “Nachrichtenmagazin” haOlam. Eine Quelle nennt es dafür freilich nicht. Das wäre auch schwer möglich, da haOlam die erste Internetseite ist, die diese Phantasiezahl in Umlauf setzt. Zwar ist in diversen Internet-Nachrichtendiensten schon seit mehr als zehn Jahren von “vermutlich” 4.000 durch die Mullahs hingerichteten iranischen Schwulen die Rede. Allerdings hat auch hier bisher noch keine einzige dieser Seiten eine seriöse Menschenrechtsorganisation herbeizitieren können, die diese abwegige Schätzung tatsächlich unterschreibt.
Online-Redakteure – die meisten davon wie Fischer ohne jede journalistische Qualifikation – hindert das allerdings nicht daran, diese Zahl wenigstens gegenseitig so lange voneinander abzupinseln, bis sie zu einer Art “known truth” geworden ist. Dass Fischer sie trotzdem noch einmal um 50% aufstockt, weil ihm 4.000 unbelegte Fälle noch nicht hoch genug erscheinen, ist jedoch der Gipfel eines nach Aufsehen gierenden Lumpenjournalismus, der statt kritischer Analyse nur noch publizistische Schockeffekte zu erzielen versucht.
Das ändert freilich nichts an der Tatsache, dass Menschenrechtsorganisationen unter Mahmud Ahmadinedschad tatsächlich einen drastischen Anstieg der Hinrichtungen wegen lavāt (Analverkehr zwischen Männern) registrieren. So fiel beispielsweise der letzte Fall einer Exekution wegen lavāt vor der faktischen Machtübernahme der Revolutionsgarden im Jahr 2005 auf das Jahr 1995, als Mehdi Barazandeh, ein bekannter Derwisch und Mystiker, wegen Ehebruchs und mann-männlichen Beischlafs zum Tod durch Steinigung verurteilt wurde. (mehr …)
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Sarrazin, die „wutschäumende Mitte“ und die kulturalistische Lösung sozialer Exklusion. Von Karl-Heinz Lewed
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When people protested Communist regimes in Eastern Europe, the large majority of them did not ask for capitalism. They wanted the freedom to live their lives outside state control, to come together and talk as they pleased; they wanted a life of simplicity and sincerity, liberated from the primitive ideological indoctrination and the prevailing cynical hypocrisy.
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Die USA haben vor 22 Jahren in einer Welle der Aids-Hysterie HIV-positiven Ausländern die Einreise komplett verboten. Dadurch konnten keine Aids-Konferenzen und nur bedingt internationale Homo-Konferenzen in den USA abgehalten werden.
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Im Iran sitzen 3 junge Männer in der Todeszelle, weil sie als 16-Jährige gleichgeschlechtlichen Sex gehabt haben sollen
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Der UN-Menschenrechtsausschuss hat Russland kritisiert, weil das Land Gefängnisinsassen, Journalisten, politische Aktivisten sowie Schwule und Lesben nicht schütze.
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In Schottland protestieren Katholiken und Evangelikale gegen ein Theaterstück, in dem Jesus eine Geschlechtsanpassung vornehmen will. Transsexuelle bezeichneten die Christen generell als "Perverse".
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30 westfälische Pfaffen starten Homoheiler-Kreuzzug gegen ihren Präses
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LOL, was das Einstampfen wohl gekostet hat?
(Zu finden auf Teheran ist Bremen)

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