Posts Tagged ‘Imperialismus’

Die Krise in der Ukraine: Washington und Berlin suchen Streit

Montag, März 10th, 2014

Es wird von Tag zu Tag deutlicher, dass die Vereinigten Staaten und Deutschland die Krise in der Ukraine angefacht haben, um eine Konfrontation mit Russland zu provozieren. Sie haben ein rechtes nationalistisches Regime an die Macht gebracht, das sich völlig Washington und der Nato unterordnet. […]

Die Kriegshetze der USA ist derart unbesonnen, dass selbst der ehemalige Außenminister Henry Kissinger, ein skrupelloser imperialistischer Machtpolitiker, alarmiert ist. […]

Washingtons strategisches Drehbuch ist unmissverständlich: es nutzte faschistische „Demonstranten”, um den gewählten Präsidenten Wiktor Janukowitsch zu stürzen und die vollständige Kontrolle über die Ukraine zu erlangen. […]

Aber die USA suchen keinen Kompromiss mit Russland. Sie wollen, dass Russland einen erniedrigenden Rückzug antritt, und riskieren dabei den Ausbruch eines Atomkriegs. Die Vereinigten Staaten verlangen nichts weniger, als dass Moskau eine feindliche Ukraine akzeptiert, die als Vorposten für US- und Nato-Streitkräfte und als Operationsbasis für die Zersplitterung Russlands dient. (mehr …)

Islamhass als neoliberale Ideologie

Montag, März 5th, 2012
UT: „Islamfaschismus“ und „muslimisch-bolschewistische Verschwörung“

Antimuslimischer (Kultur-)Rassismus wird von Neokonservativen, bürgerlichen Nazigegnern und „Ideologiekritikern“ ebenso verbreitet wie von Neuen Rechten und Nazis. Erklären lässt sich dieser gesellschaftliche Hass-Konsens nur, wenn die aggressive Hetze gegen den Islam, Muslime und deren angeblichen „Umma-Sozialismus“ nicht allein als eine Form von Fremdenfeindlichkeit, sondern auch als Legitimationsideologie für neoimperialistische Kriege analysiert und ihre Verknüpfung mit dem Anti­kommunismus in den Fokus genommen wird.

Diskussionsveranstaltung mit:

Prof. Dr. Heinrich Fink, Bundesvorsitzender der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA)

Susann Witt-Stahl, Journalistin und Autorin, Hamburg

Dr. Sabine Schiffer, Leiterin Institut für Medienverantwortung, Erlangen

Moderation: Markus Bernhardt (junge Welt)

Veranstalter: junge Welt & Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin (ARAB)

17.04.2012, Beginn 19:00 Uhr
jW-Ladengalerie, Torstraße 6, 10119 Berlin

Von hier…

Liberalism, Cultural Imperialism, and The Birth of „Civilisation“

Sonntag, Februar 19th, 2012

Im 2011 veröffentlichten vierten Band seines 1974 begonnenen Hauptwerks Das moderne Weltsystem beschreibt der amerikanische Sozialwissenschaftler Immanuel Wallerstein für den Zeitraum zwischen 1789 und 1914 (das sog. lange 19. Jahrhundert) die Entstehung des liberalen Fortschrittsnarrativs sowie seiner linken und rechten Variante – Radikalismus und Konservatismus – als Prozess der Formierung einer globalen Geokultur für das von ihm als erstem so getaufte „kapitalistische Weltsystem“.

Dessen Ursprünge datieren zwar bis ins lange 16. Jahrhundert zurück. Aber „das 19. Jahrhundert sah“, im Rahmen des liberalen Nationalstaats und des dort ausgefochtenen Kampfs um Bürgerrechte, „die Schaffung unseres gesamten zeitgenössischen Apparats an Identitäten“ (S. 217): „Bourgeois und Proletarier, Mann und Frau, Erwachsener und Minderjähriger, Brotverdiener und Hausfrau, Mehrheit und Minderheit, weiß und schwarz, europäisch und nicht-europäisch, gebildet und unwissend, […] hetero­sexuell und homosexuell, normal und abnorm, befähigt und behindert und selbstverständlich die Urkategorie, die alle diese anderen impliziert — zivilisiert und barbarisch“ (S. 146).

Warum er die letzte aus dieser langen Liste bürgerlicher Antinomien als eine Art ideologische Basis betrachtet, die den anderen mehr oder weniger verborgen zugrundeliegt, erschließt sich mir nicht gleich. Eine Andeutung gibt aber vielleicht die nachfolgende Passage (deren englisches Original sich, samt Kontext, auch online unter „Citizens All? Citizens Some! The Making of the Citizen“ findet):

Im 19. Jahrhundert gelangten die sogenannten Mittelschichten in die Lage, die westliche Welt zu dominieren, und Europa in die Position, die Welt zu beherrschen. Wenn man die oberste Spitze erreicht hat, ist das Problem nicht länger, wie man dorthin kommt, sondern wie man dort bleibt. Die Mittelschichten national und Europa global suchten, ihren Vorteil zu erhalten, indem sie sich zur Sicherung ihres Privilegs den Mantel der Natur und der Tugend verschafften. Sie nannten es Zivilisation, und dieses Konzept war ein Hauptbestandteil ihres Strebens. In der westlichen Welt wurde es in Bildung übersetzt, und Bildung wurde zu einem Mittel, die Massen zu kontrollieren. Auf der globalen Bühne, beginnend mit Napoleon (aber später von allen anderen europäischen Mächten übernommen), „wurde aus dem Begriff der Zivilisation als Ideologie … auf schamlose Weise eine Form des kulturellen Imperialismus“ (Woolf, 1989, 119). [S. 156]

Im Ganzen eine interessante Verlagerung des monumentalen Hauptwerks von Immanuel Wallerstein auf das Gebiet der Ideologiekritik – eine Verschiebung, die sich in den letzten zehn Jahren bereits abzeichnete. Es entspricht der methodischen Herangehensweise, jedem seiner Bände einen völlig neuen Fokus zu geben, um angesichts des Immergleichen globaler kapitalistischer Ausplünderung und Verarmung endlose theoretische Wiederholungen zu vermeiden.

Immanuel Wallerstein, The Modern World-System IV: Centrist Liberalism Triumphant, 1789-1914. Berkeley u.a.: University of California Press, 2011.

Immortal Technique — The 4th Branch

Dienstag, Oktober 11th, 2011

Rap, nicht Antilopenscheiße.

Ideologische Kindersoldaten der NATO

Mittwoch, Mai 25th, 2011

In meiner Kindheit haben wir immer den folgenden Reim gesungen: „Benni, geh doch zur Bundeswehr / Benni, hol dir ein Schießgewehr / Benni, dann schießt du alle tot / Benni, du bist ein Voll…“ Nicht anderes fällt mir dazu ein:

Worüber die jW nicht schreibt ist, dass sämtliche Änderungsanträge aus NRW und Hamburg, die die gegenwärtigen Kriege als “neo-imperialistisch” einschätzen, keine Mehrheit gefunden haben. Die Arbeit des BAK Shalom zeigt Wirkung!

Felix Baum: German Psycho. A Meta Comment

Samstag, März 5th, 2011

So ein Reinfall: Da startet Felix Baum in seinem Artikel German Psycho, der in der amerikanischen Zeitschrift Platypus Review als Antwort auf ein Manifest der Freiburger ISF erschienen ist, zunächst einmal richtig cool durch, indem er sowohl die ideologischen Fehler der antiimperialistischen Linken als auch den „Wahn“ aufs Korn nimmt, den die sog. „Antideutschen“ vorstellen – und produziert am Ende, statt Erkenntnis, doch selbst nur einen großen blinden Fleck. Baum, der sich als Repräsentant einer dritten, „kosmoproletarischen“ Strömung jenseits der „spiegelbildlichen ideologischen Schemata“ von Antiimp und AntiD versteht, hält zunächt ein paar richtige Kritikpunkt an beiden fest:

The idea that anti-colonial movements such as the Vietnamese Stalinists under Ho Chi Minh stood for universal emancipation, rather than being harbingers of the state-capitalist modernization of their societies, was shared by the Left, Old and New, the world over. This was ideology in the strict sense: it had a foundation in reality and could thus be criticized. In contrast, only German leftists could come to the conclusion that Ariel Sharon represents a triumvirate of Lenin, Durruti, and Walter Benjamin, and maintain that Israel is a sort of “dictatorship of the proletariat,” an “armed attempt by the Jews to reach communism while still alive.” [Joachim Bruhn] This is not ideology but delusion, and, as such, it can be analyzed, but no longer criticized. Its psychological driving force is a macabre desire for the “revenge for the dead” attributed to Sharon’s politics—as if the West Bank and the Gaza Strip were a retirement home for the SS.

Nachdem er das „Antideutschtum“ nicht als Ideologie, sondern als delusion, nicht als fehlerbehaftet, sondern als den Fehler selbst bestimmt hat, geht Baum auch mit dem rohen Antiimperialismus der 70er Jahre ins Gericht: (mehr …)

Immortal Technique — Open Your Eyes

Montag, Februar 14th, 2011

A history timeline of American Imperialism

Montag, Juli 5th, 2010

Es ist ja seit zehn Jahren so richtig aus der Mode gekommen, in der „radikalen“ deutschen Linken noch von Imperialismus zu sprechen – nur weil Antiimperialisten, zugegebenermaßen, nicht immer alle Tassen im Schrank haben.

Deshalb ein paar simple Fakten, wovon da eigentlich abstrahiert wird – und wofür diese Linke nicht mal mehr ein Lexem besitzen zu müssen glaubt:

Fundstück

Donnerstag, Mai 6th, 2010

„Daß Rassismus die politische Waffe des Imperialismus war, ist so evident, daß es scheint, als hätten manche Forscher es vorgezogen, Theorien zu erfinden, nur um eine solche Binsenwahrheit nicht zu Papier bringen zu müssen.“ — Hannah Arendt

links for 2009-10-31

Samstag, Oktober 31st, 2009