Archiv für das 'geschichte'-tag

Zur Kritik der kritischen Kritik

Zur gerade auf einigen Blogsport-Blogs tobenden Klassenkampf-Disko haben mir Karl M. und Friedrich E. folgenden Diskussionsbeitrag mit der Bitte um Veröffentlichung zugesandt.

“Die kritische Kritik” als die Ruhe des Erkennens

Das Proletariat vollzieht das Urteil, welches das Privateigentum durch die Erzeugung des Proletariats über sich selbst verhängt, wie es das Urteil vollzieht, welches die Lohnarbeit über sich selbst verhängt, indem sie den fremden Reichtum und das eigne Elend erzeugt. [...]

Wenn die sozialistischen Schriftsteller dem Proletariat diese weltgeschichtliche Rolle zuschreiben, so geschieht dies keineswegs, wie die kritische Kritik zu glauben vorgibt, weil sie die Proletarier für Götter halten. Vielmehr umgekehrt [...], weil der Mensch in ihm sich selbst verloren, aber zugleich nicht nur das theoretische Bewußtsein dieses Verlustes gewonnen hat, sondern auch unmittelbar durch die nicht mehr abzuweisende, nicht mehr zu beschönigende, absolut gebieterische Not – den praktischen Ausdruck der Notwendigkeit – zur Empörung gegen diese Unmenschlichkeit gezwungen ist, darum kann und muß das Proletariat sich selbst befreien. Es kann sich aber nicht selbst befreien, ohne seine eigenen Lebensbedingungen aufzuheben. Es kann seine eigenen Lebensbedingungen nicht aufheben, ohne alle unmenschlichen Lebensbedingungen der heutigen Gesellschaft, die sich in seiner Situation zusammenfassen, aufzuheben. [...]

“Die kritische Kritik” darf dies um so weniger anerkennen, als sie sich selbst zum ausschließlich schöpferischen Element der Geschichte proklamiert hat. Ihr gehören die geschichtlichen Gegensätze, ihr die Tätigkeit, sie aufzuheben. [...] Besitz und Besitzlosigkeit haben die metaphysische Weihe kritisch spekulativer Gegensätze erhalten. Nur die Hand der kritischen Kritik kann sie daher antasten, ohne ein Sakrilegium zu begehn. Kapitalisten und Arbeiter haben sich in ihr wechselseitiges Verhältnis nicht einzumischen.

Arabo-Islamic Texts on Female Homosexuality, 850 – 1780 A.D.

Arabo-Islamic Texts on Female Homosexuality, 850 - 1780 A.DÜber die Geschichte weib-weiblicher Liebe in der islamischen Welt gibt es bislang einen eklatanten Mangel an Forschung und ent­sprechender Sekundärliteratur. 2009 ist die Australierin Samar Habib angetreten, dieses Manko mit ihrer nun als Taschenbuch erschienenen Monographie sowie einer ein­schlägigen Quellensammlung endlich zu be­heben. Zu letzterer hier der Klappentext:

Increasingly in mainstream dis­course and rhetoric, there only seems to be one very serious and conservative face to Islam, Muslim communities, and their govern­ments. Mainstream modern Islamic hermeneutics condemn homosexual orientations, sometimes with punishments as severe as death. Nevertheless, there were also instances in Muslim history, culture, and society where religiosity was playful not punitive, where the sexual body was inscribed with markers of pleasure not those of perdition. Exploring instances within the Arabian Islamic Empire that negate impressions about Muslim cultures as eternally monolithic, conservative, and orthodox, we can come to a better and more nuanced understanding of the complexities of former and contemporary Muslim civilizations. The question of gay and lesbian human rights in the Muslim world is a topical and pressing one, and the need now for alternative ways of approaching Islam in the modern world is more important than ever. The answers to today’s modern crisis in human rights for LGBTIQ people lies in looking at the past and highlighting elements that can assist in the creation of a more equitable future. This publication discovers and brings to the English reader an array of surviving texts penned by Muslim scholars discussing female samesex desire. From the tolerant days of the Abbasid caliphate to the celebratory text of Yusuf Tifashi in the thirteenth century and onwards toward growing strictures and greater intolerance, Arabo-Islamic Texts reveals a dynamic and lively discourse on sexuality in the Arabo-Islamic empire. The English translation of a lecture delivered in Arabic in Haifa by Samar Habib is also included in this book.

A history timeline of American Imperialism

Es ist ja seit zehn Jahren so richtig aus der Mode gekommen, in der “radikalen” deutschen Linken noch von Imperialismus zu sprechen – nur weil Antiimperialisten, zugegebenermaßen, nicht immer alle Tassen im Schrank haben.

Deshalb ein paar simple Fakten, wovon da eigentlich abstrahiert wird – und wofür diese Linke nicht mal mehr ein Lexem besitzen zu müssen glaubt:

Interview mit Hannah Arendt (1964)

Sehr, sehr sehenswert! Da der erste Teil nur biographisches Vorgeplänkel ist, fang ich gleich mit Teil 2 an:

Und hier der nicht minder spannende Teil 3, in dem Arendt die zentrale These ihrer politischen Philosophie referiert: (Continue...)

Homophober Moslem, toleranter Westen?

Ein kleiner Hinweis auf drei kommende Vorträge (inkl. Diskussion) zum Thema “Europa und die Heteronormalisierung der islamischen Welt“:

Homophober Moslem, toleranter Westen?GÖTTINGEN
Mo, 26. Oktober ’09, 20:00 Uhr
Apex pro Art e.V.
Burgstr. 46
Veranst.: Gruppe 180°

BERLIN
So, 8. November ’09, 19:30 Uhr
Sonntagsclub
Greifenhagener Str. 28
Veranst.: “Wir sind Pankow”

WIEN
Do, 12. November ’09, 19:30 Uhr
Uni-Campus (Aula)
Spitalgasse 2-4 (Hof 1), 9. Bezirk
Veranst.: QWIEN

(Continue...)

Révisionnisme à l‘Allemande

Halbmond und Hakenkreuz. Das 'Dritte Reich', die Araber und Palästina. Wow, eigentlich war es genau das, worüber ich als nächstes eine Story schreiben wollte: das unsägliche Interview von Klaus-Michael Mallmann, Koautor des Buchs Halbmond und Hakenkreuz, mit der postantideutschen Jungle World. Nun hat das suqong schon sehr viel besser — und mit mehr Faktenwissen — erledigt, als ich das je könnte. Trotzdem möchte ich es mir nicht ganz nehmen lassen, noch etwas bei den Absurditäten dieses Gesprächs zu verweilen. (Continue...)


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