Archiv für das 'gender'-tag

Transgender im Süd-Irak (1956)

Sig­rid Westphal-Hellbusch. „Trans­ves­ti­ten : Insti­tu­tio­na­li­sierte Mög­lich­kei­ten des Ableh­nens übli­cher Frauen– und Män­ner­rol­len im Süd-Irak“. In: Bri­gitta Häuser-Schäublin, Hrsg. Eth­no­lo­gi­sche Frauen-Forschung : Ansätze, Metho­den, Resul­tate. Ber­lin : Diet­rich Rei­mer Ver­lag, 1991. S. 176–189. Erst­ma­lig 1956 unter dem Titel: „Trans­ves­ti­ten bei Ara­bi­schen Stäm­men“. Socio­lo­gus, N. F. 6, 1. Berlin.

… ein Bei­spiel für eine „vor­kri­ti­sche“, nicht-reflexive Eth­no­lo­gie, in der der eigene kolo­niale Blick und das patri­ar­chale Geschlech­ter­re­gime in der Her­kunfts­ge­sell­schaft der For­schen­den nie­mals mit­the­ma­ti­siert wer­den. (In der Zeit, in der der Auf­satz ent­stand, durfte eine Frau in Deutsch­land ohne die Zustim­mung ihres Man­nes weder ein Bank­konto eröff­nen noch einen Arbeits­ver­trag unter­schrei­ben, was die Auto­rin nicht daran hin­dert zu insi­nu­ie­ren, dass die Frauen in der BRD „dem Manne gleich“ seien.) Trotz­dem gewährt der Auf­satz ein paar inter­es­sante Ein­bli­cke in die jün­gere Ver­gan­gen­heit des Südirak…

Wäh­rend unse­rer Unter­su­chung der Ma’dan-Stämme am Unter­lauf des Euphrat-Tigris war es mög­lich, enge­ren Kon­takt zu einer Dich­te­rin loka­ler Berühmt­heit auf­zu­neh­men. Sie führte ihr Leben als mus­ter­gil, d.h. in männ­li­cher Klei­dung als Mann. Die Erschei­nung der Trans­ves­ti­ten ist z. B. auch von süd– und nord­ame­ri­ka­ni­schen Stäm­men berich­tet, für die ara­bi­sche Welt hat sie noch wenig Beach­tung gefun­den. Da unsere Dich­te­rin kein Ein­zel­fall ist – sie behaup­tete, daß allein in ihrem eige­nen Stamm etwa 50 Frauen als Män­ner leb­ten – ver­dient die Frage nach den Grün­den die­ser Erschei­nung Beach­tung. (Click here to continue…)

Gender Policing and Transphobia

via wendy

Die neuen Männer. Oder: da wächst zusammen, was zusammengehört

So wird den Indi­vi­duen im „Queerfe­mi­nis­mus“ noch ein­mal gerade das genom­men, was ein­zig das Moment ihrer Ret­tung wäre, die Ein­heit ihrer Indi­vi­dua­li­tät, Geschlecht, Lust, Sexua­li­tät. Das Sub­jekt wird theo­re­tisch um seine Sub­stanz gebracht. Voraus­gedacht ist all das natür­lich bei der Täter­schüt­ze­rin Judith But­ler. —Mar­tin Dor­nis, 2011

Im wirk­li­chen Leben begeg­nen wir uns hin­ge­gen als die geschlechts­lo­sen Sof­ties, die unsere Poli­ti­ker schon heute sind: Andro­gyne Zom­bies wie Frau Mer­kel, Frau Nah­les oder Frau Künast, die man selbst in sei­nen wil­des­ten Macho-Phantasien nicht miss­brau­chen möchte. —Jür­gen Elsäs­ser, 2010

Ihr gan­zen ver­schwul­ten Pazifisten-Veganer, hängt euch auf an euren aus dem Arsch gezo­ge­nen Sexis­mus­de­bat­ten, fickt euch alle ins Knie gegen­sei­tig, damit Ihr wie­der wisst, ob Ihr Männ­lein oder Weib­lein seid, und geht den Leu­ten nicht auf den Sack, die wirk­lich Revo­lu­tion machen wol­len. —MaKss Damage, 2010

Disguising Girls as Boys in Afghanistan

„Fac­ing Social Pres­su­res, Fami­lies Dis­guise Girls as Boys in Afgha­nis­tan.“ New York Times, 20. Sept. 2010 (Video).

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Vom Mythos des Matriarchats zur modernen Gender-Forschung

In The Myth of Matri­ar­chal Pre­history – Why An Inven­ted Past Won’t Give Women A Future (2000) fasst die Femi­nis­tin Cyn­thia Eller die poli­ti­sche und wis­sen­schaft­li­che Kri­tik an der sog. Matriarchats-These bün­dig zusam­men. Für eine „patri­ar­chale Revo­lu­tion“ in der Vor– und Früh­ge­schichte indo­europäischer und semi­ti­scher Gesell­schaf­ten gebe es nicht nur keine Beweise; es lasse sich sogar zei­gen, dass die Gesell­schaf­ten davor nicht einen Deut weni­ger andro­zen­trisch, män­ner­do­mi­niert und „patri­ar­chal“ waren als ihre Nachfolger.

So bla­miert sich die — jüngst von Tho­mas Maul wie­der auf­ge­wärmte — anti­se­mi­ti­sche Legende, wonach der von Moham­med adap­tierte jüdisch-monotheistische Glaube auf der ara­bi­schen Halb­in­sel „das Patri­ar­chat“ ein­ge­führt habe, schon an der Tat­sa­che, dass eine der wesent­li­chen Neue­run­gen des Koran auf dem Feld der Geschlech­ter­ver­hält­nisse im Ver­bot der bis dahin gebräuch­li­chen Tötung weib­li­cher Klein­kin­der bestand: Töch­ter gal­ten in dem von Maul her­bei­phan­ta­sier­ten voris­la­mi­schen „Matri­ar­chat“ als schlecht­hin uner­wünscht, „weni­ger wert“ als ihre Brü­der. (Click here to continue…)

Judith Butler verweigert Preisannahme

CSD-Veranstalter bloß­ge­stellt:

Judith But­ler […] hat am Sams­tag­abend einen Zivilcourage-Preis auf der CSD-Bühne am Bran­den­bur­ger Tor abge­lehnt. […] Die Ver­an­stal­tung sei ihr zu kom­mer­zi­ell aus­ge­rich­tet und richte sich nicht genü­gend gegen Pro­bleme wie Ras­sis­mus und dop­pelte Dis­kri­mi­nie­rung […]. Aus­drück­lich Lob beka­men von But­ler Grup­pen, die eine Art alter­na­ti­ven Chris­to­pher Street Day jedes Jahr in Kreuz­berg orga­ni­sie­ren. In die­ser Ber­li­ner Sub­kul­tur werde sich noch mit den gro­ßen Fra­gen von Krieg und Frie­den und sexu­el­ler Iden­ti­tät in einer moder­nen Gesell­schaft aus­ein­an­der­ge­setzt. Der alter­na­tive, soge­nannte Trans­ge­niale CSD fin­det in die­sem Jahr nicht par­al­lel zum gro­ßen CSD statt, son­dern am 26. Juni.

Wer nicht weiß, wer Judith But­ler ist: Eine ARTE-Dokumentation por­trä­tiert die jüdisch-amerikanische Phi­lo­so­phin, Queer-Theoretikerin und, auch wenn das im Film viel zu kurz kommt: Anti­mi­li­ta­ris­tin auf 52 Minuten:

Doppelte Vergesellschaftung von Frauen

Sté­pha­nie Mer­cier et al., „Girls suck at video games“ / „Les fil­les sont nulles aux jeux vidéo“:

via male­dei

Through righteous lenses

Differents views on sex & gender
(via open salon)

Sei ein Mann. Schick uns dein Bild als Frau.

„Ein ver­haf­te­ter Demons­trant [mit Namen Majid] wird in Frau­en­klei­dern foto­gra­fiert, um ihn zu ver­höh­nen. Die Män­ner der [ira­ni­schen] Oppo­si­tion las­sen das nicht auf sich sit­zen – und ver­schlei­ern sich“ (der Frei­tag).


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