Posts Tagged ‘evangelikale’

Video on Youtube shows gay son coming out to evangelical parents

Mittwoch, September 10th, 2014

Das ist dann wohl die berühmte Nächstenliebe, angewandt auf den eigenen Sohn…

Hintergrund- bzw. Folgeinfos im Independent.

Mein Kommentar dazu…

U.S. Evangelicals Crusading for Homophobia in Africa

Donnerstag, Juli 26th, 2012

The Guardian, 24. Juli 2012 (Übersetzung):

Christlich-evangelikale Gruppen in den USA versuchen sich an einer «kulturellen Kolonisierung» Afrikas und eröffnen Büros in zahlreichen Ländern, um Angriffe auf Homosexualität und Abtreibung zu befördern, so der Untersuchungsbericht einer liberalen Expertenkommission. Amerikanische religiöse Organisa­tionen expandieren ihr Operationsgebiet über den ganzen Kontinent, betreiben Lobby-Arbeit für konservative politische Strategien und Gesetze und fachen Homophobie an, behaupten die Political Research Associates (PRA) mit Sitz in Boston. (mehr …)

Missionaries of Hate: Uganda, „Kill the Gays“ und die christliche US-Rechte

Dienstag, Mai 10th, 2011

In den nächsten 48 Stunden könnte die Entscheidung über die sog. „Kill the Gays“ Bill fallen, ein Gesetzentwurf in Uganda, der lebenslange Haft für einfache und die Einführung der Todesstrafe für „erschwerte“ Homosexualität vorsieht. Eine Online-Petition, die bereits 300.000 Menschen unterzeichnet haben, fordert Präsident Yoweri Museveni auf, sein Veto gegen das Gesetz einzulegen. (Wäre schön, wenn du das auch unterschreibst!)

Der folgende Dokumentarfilm beleuchtet auf 45 Minuten die Hintergründe des Gesetzes und die Verstrickung US-amerikanischer Fundamentalisten – jener Missionaries of Hate, die dem Film den Titel gaben – in die Verbreitung einer fanatischen, religiös ideologisierten Form von Homophobie in Afrika.

Olivier Roy: „Die Salafisten wenden sich ja zuallerst gegen die muslimische Kultur“

Freitag, August 20th, 2010

Olivier Roy - Heilige Einfalt Der auf den Islam spezialisierte Religions­soziologe Olivier Roy brilliert im Interview mit den Thesen seines neuesten Buchs Heilige Einfalt: Über die politischen Gefahren entwurzelter Religionen (2010).

„Die Presse“: Die deutsche Femi­nistin Alice Schwarzer fordert ein totales Verbot der Burka – diese bedeute „den end­gültigen Sieg des politisierten Islam“. Stimmt das?

Olivier Roy: Es ist total absurd. Der politische Islam hat nie die Burka gefordert, im Iran gibt es den Schleier. Jene, die das fordern, etwa die Salafisten, sind gerade nicht in großen Organisationen. Die Burka, das ist der Rückzug auf die individuelle Gläubigkeit, die Sekte, also genau das Gegenteil eines politischen Islam.

Der Westen sieht gemeinhin religiöse Fundamentalisten als sehr traditionsgebunden – Sie sagen in Ihrem neuen Buch, „Heilige Einfalt“, das Gegenteil, es handle sich um „entwurzelte Religionen“. Entwurzelt wovon?

Roy: Von der Kultur. In einer Kultur sind Normen und Symbole nicht von der Religion abgetrennt. […] Die Religion wird dadurch zu einer weichen Religion. […] Nicht alle fasten im Ramadan, aber alle tun so als ob. Als die Päpste die Herren Roms waren, gab es Bordelle – stellen Sie sich vor, man fände heute ein Bordell im Vatikan! Heute trennen sich die zwei Sphären, und zwar in allen Religionen.

Religionen ohne Kultur werden fundamentalistisch, sagen Sie. Dann wäre der Fundamentalismus eine Folge der Säkularisie­rung.

Roy: Das ist er auch. Die Säkularisierung hat die Religion nicht zerstört, sondern isoliert. Die dominante Kultur verliert das religiöse Wissen – mit Atheismus hat das nichts zu tun, die Atheisten des 19. Jahrhunderts, Marx, Freud, kannten die Religion sehr gut. Umgekehrt denkt die Religion die Kultur als etwas Externes und versucht sich allein auf den Glauben zu stellen. […]

Doch extremistische Gruppierungen wie al-Qaida stoßen doch auf gewisses Verständnis auch in traditionellen Gesellschaften.

Roy: Keine einzige politische Gruppierung in den arabischen Ländern unterstützt bin Laden. Seine Basis sind die globalisierten Moslems. Bin Laden ist kein Traditionalist, die Scharia interessiert ihn gar nicht. Er kümmert sich auch einen Dreck um die arabischen Staaten. Soeben hat er eine englischsprachige Seite lanciert – warum? Weil die Leute, die sich für ihn begeistern, eben nicht Arabisch können! Weltweit gibt es immer mehr Konvertiten, gerade unter den Fundamentalisten, al-Qaida besteht zu circa 20 Prozent daraus. Sie sind der sichtbarste Ausdruck der „ent­wurzelten Religionen“.

Der Trend zur Ablösung von der Kultur trifft Ihnen zufolge alle Religionen – im Christentum etwa analysieren Sie die weltweite Ausbreitung der Evangelikalen. Abgesehen von der Politik – was haben diese christlichen Bewegungen mit den islamischen gemeinsam?

Roy: Sie verweigern den Kompromiss, man ist drin oder draußen. Die jeweils bei den Angehörigen der Religion dominante Kultur ist für sie heidnisch – die Salafisten wenden sich ja zuallererst gegen die muslimische Kultur. Es genügt nicht, nominell gläubig zu sein, man befindet sich also nicht mehr in einer Kirche, sondern einer Glaubensgemeinschaft, einer Sekte. Verloren hat man die Kontinuität von Kirche und Gesellschaft inklusive den Nicht­gläubigen. […]

Der Multikulturalismus ist eine Illusion, schreiben Sie, es gehe nicht um Kultur, sondern um Religion. Aber auch Migranten­vertreter sprechen von Kultur und Identität…

Roy: Weil das akzeptiert wird. Aber der Glaube ist keine Identität, der Glaube ist ein Glaube. Das Problem ist, dass man die Spezifität des Religiösen heute nicht sehen will, die Sprache des Glaubens ist unverständlich geworden. Deswegen werden auch die Kirchen zu Sekten – weil die anderen das, was sie motiviert, nicht mehr verstehen.

Uganda: Evangelikale forcieren Todesstrafe für Schwule & Freunde

Freitag, Februar 19th, 2010

Unter dem offenen Einfluss der religiösen Rechten in den USA, die so etwas wie den ideologischen „Betriebssystemkern“ des internationalen christlichen Fundamentalismus repräsentiert, forcieren evangelikale Kräfte in Uganda seit Monaten ein Gesetz, das für eine Reihe homosexualitätsbezogener Delikte die Hinrichtung oder – in minder schweren Fällen – Gefängnisstrafen bis zu lebenslanger Haft vorsieht.

In diesem Youtube-Video werden verschiedene Details des Gesetzes etwas näher beleuchtet und gezeigt, dass laut Parlamentsentwurf für eine Verurteilung nicht einmal der Vollzug sexueller Handlungen erforderlich ist. Es genügt bereits, sich für die Freiheit gleichgeschlechtlicher Liebe einzusetzen, LGBT-Organisationen zu fördern oder als Autoritätsperson Gesetzesbrecher nicht binnen 24 Stunden an die Polizei zu melden.

Wer gegen die bereits in wenigen Tagen drohende Verabschiedung des Gesetzes online petitionieren will, hat dazu hier eine letzte Gelegenheit.