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„Von dieser rassistischen Komplizenschaft muss ich mich distanzieren“

Sonntag, Juni 20th, 2010

Judith Butlers Rede zur Ablehnung des Zivilcourage-Preises auf dem bürgerlichen CSD – mitsamt Gesichtsentgleisung der Veranstalter_innen, die auf die Kritik völlig unsouverän mit Beschimpfung jenes Teils des Publikums reagierten, der es gewagt hatte, dieser bösen Frau öffentlichen Beifall zu spenden:

via SUSPECT/No Homonationalism

Judith Butler verweigert Preisannahme

Sonntag, Juni 20th, 2010

CSD-Veranstalter bloßgestellt:

Judith Butler […] hat am Samstagabend einen Zivilcourage-Preis auf der CSD-Bühne am Brandenburger Tor abgelehnt. […] Die Veranstaltung sei ihr zu kommerziell ausgerichtet und richte sich nicht genügend gegen Probleme wie Rassismus und doppelte Diskriminierung […]. Ausdrücklich Lob bekamen von Butler Gruppen, die eine Art alternativen Christopher Street Day jedes Jahr in Kreuzberg organisieren. In dieser Berliner Subkultur werde sich noch mit den großen Fragen von Krieg und Frieden und sexueller Identität in einer modernen Gesellschaft auseinandergesetzt. Der alternative, sogenannte Transgeniale CSD findet in diesem Jahr nicht parallel zum großen CSD statt, sondern am 26. Juni.

Wer nicht weiß, wer Judith Butler ist: Eine ARTE-Dokumentation porträtiert die jüdisch-amerikanische Philosophin, Queer-Theoretikerin und, auch wenn das im Film viel zu kurz kommt: Antimilitaristin auf 52 Minuten:

Der Orientalismus der (Homo)Sexualität

Montag, Juni 14th, 2010

Veranstaltungshinweis zum CSD – oder wie es jetzt heißt: „Gay Pride“ – in Köln:

Der von Edward Said 1978 geprägte Begriff „Orientalismus“ bezeichnet den eurozentrischen westlichen Blick auf den Orient bzw. die arabische Welt. Sein Werk ist ein wichtiger Beitrag für die aktuelle postkoloniale Wissenschaft und zeigt, wie sehr der Blick auf den Orient von kolonialistischen Annahmen geprägt ist. So werden heute sexuelle Pressionen in islamischen Staaten oft zur Unterstützung einer Argumentation benutzt, die Muslime als „rückständig“ darstellt. Diese Wahrnehmung ist auch charakteristisch für die hiesigen politischen Reaktionen auf die Verfolgung iranischer Männer, die Sex mit Männern haben. Statt daraus ein Argument für die Liberalisierung des Asylrechts zu machen, wird häufig eine Verschärfung des Zuwanderungsgesetzes gefordert, um „das Vormoderne aus dem Westen auszusperren“. Entsprechend müssen lesbische und schwule Flüchtlinge weiter mit ihrer Ausweisung rechnen, während gleichzeitig überlegt wird, die Toleranz gegenüber homosexuellen Lebensweisen zur Voraussetzung einer Einbürgerung nach Deutschland zu machen.

Vortrag und Diskussion mit Georg Klauda, Berliner Soziologe und Autor des Buchs Die Vertreibung aus dem Serail: Europa und Heteronormalisierung der islamischen Welt (Hamburg: Männerschwarm, 2008).

Zeit: Do., 24. Juni 2010, 19:30 Uhr.
Ort: RUBICON Köln, Rubensstraße 8-10.