Posts Tagged ‘berlin’

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Samstag, November 24th, 2012

Foto: Gabriele Senft

Firoz Safi, Afghanistan, geb. 1993:

Meine Geburtsort ist Laghman, doch aufgewachsen bin ich in Dschalabad.

Durch die schlimmen Zustände in meinem Land konnte ich nie zur Schule gehen. Ich kann weder lesen noch schreiben. Mutter und Vater wurden von den Taliban ermordet. Ob meine älteren Geschwister, ein Bruder und vier Schwestern, noch leben, das weiß ich nicht. Ich kann keinen Kontakt zu ihnen herstellen.

Nach dem Tod der Eltern half ein Onkel, bei dem ich in der Landwirtschaft arbeitete.

Seit 1 1/2 Jahren bin ich auf der Flucht über Pakistan, Iran, Türkei, Griechenland, Italien, Frankreich bis nach Deutschland. Das Asylheim in Aub ist nun mein Zuhause. Dort vegetieren wir, bekommen Esspakete und dürfen uns nicht entfernen, nicht arbeiten, nicht lernen. Darum bin ich mit anderen nach Würzburg und nun nach Berlin gekommen.

Ich möchte keine Sozialhilfe, sondern arbeiten, um zu leben wie andere Menschen.

Doch noch wichtiger ist es für mich, das ist mein größter Wunsch und ich hoffe, es bleibt kein Traum: Ich möchte zur Schule gehen.

Ich habe Fragen im Kopf: Warum behandeln sie uns so? Wir wollten unsere Heimat nicht verlassen. Wie lange müssen wir warten, um als Menschen wahrgenommen zu werden, bis wir verrückt werden oder Selbstmord begehen?

Bis wann, bis wann, bis wann?

Überwachen und Bestrafen: Heinz Buschkowskys Buch „Neukölln ist überall“ (Berlin)

Mittwoch, November 14th, 2012

vorgestellt von Anne Seeck und Karl-Heinz Schubert

Der Neuköllner Bürgermeister, Heinz Buschkowsky, ist dafür bekannt, dass er kein Blatt vor den rassistischen Mund nimmt – so auch in seinem Buch „Neukölln ist überall“. Das stört sogar einige seiner sozialdemokratischen Parteifreunde. Was sie nicht stört, sind seine Vorschläge des Überwachens und Bestrafens, die den kapitalistischen Umbau profitträchtiger Stadtteile in Neukölln und anderswo vorbereiten, fördern und absichern sollen.

Anknüpfend an den Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung soll zunächst gezeigt werden, welches Ausmaß an sozialen Verwerfungen in den heutigen Zeiten der Krise entstanden ist. Speziell in Nordneukölln, wo es sich für das mit Immobilien spekulierende Kapital von der Lage und der Bausubstanz her lohnt zu investieren, wohnen heute Menschen, die als potentielle Kunden für den zukünftigen Nordneuköllner Immobilienmarkt nicht mehr in Frage kommen.

Wir werden dann anhand des Buches „Neukölln ist überall“ darstellen, dass sozialdemokratische Stadtpolitik in der Lesart von Heinz Buschkowsky bedeutet, eine Wohnbevölkerung so abzurichten, dass sie den kapitalistischen Stadtumbau akzeptiert, ihn mitträgt und die Vertreibung widerständiger und/oder nicht zahlungsfähiger BewohnerInnen begrüßt. Buschkowsky nennt dies „Integration aller in unser Wertesystem“. (mehr …)

Verantaltungshinweis Berlin

Donnerstag, August 25th, 2011

Neue Reden an die deutsche Nation. Über die linke “Türken Raus!”-Ideologie

Veranstaltung zur ideologischen Verstrickung rechter und linker “Islamkritik”

Hat sich eine linke Gruppierung mit ihrer Ahmedinejadsympathie 2009 unmöglich und lächerlich gemacht, folgen ihnen spätestens 2011 die linksnationalen Islamkritiker mit ihrem ewigen Islamkram.

Nicht nur weltgeschichtliche Ereignisse ereignen sich zweimal, zuerst als Tragödie, dann als Farce, auch auf idealistische Wirklichkeits­zugänge trifft das zu. Schwor Fichte noch die deutsche Nation auf den französischen Feind ein, so hat sich daran bis heute nichts geändert. Die Nation gilt weiterhin [als] das Subjekt der Geschichte und die Menschen [werden] feinsäuberlich in Kollektive einsortiert, woraus auch alles entspringt: die Sitten, die Kultur und schließlich der ökonomische Stand.

Im Vortrag von Attila Steinberger wird es nicht um Fichte und den Hass auf die Franzosen, sondern vielmehr um den linksnationalen Idealismus in seiner islamkritischen Verfallsform und ihrem selbstgesetzten Hass auf Moslems unter dem Deckmantel der “Feindaufklärung” gehen.

Org: North East Antifascists (NEA)
Veranstaltung auf Facebook
Mo., 29. August 2011 | 19:00 Uhr | Café Morgenrot | Kastanienallee 85 | Berlin

via zusammen handeln

„So funktioniert die linksextreme Mafia“ (Springer/B.Z.)

Montag, April 18th, 2011

Nachdem die B.Z. gestern unter dem Titel: „So funktioniert die linksextreme Mafia“ eine siebenteilige Serie über die autonome Szene in Berlin angekündigt hat, liefert das Springer-Blatt heute ein erstes Schaubild über „Das geheime Netz der linken Chaoten“. Man beachte auch die Box unten links!

B.Z.: "Das geheime Netz der linken Chaoten"

B.Z.: "Das geheime Netz der linken Chaoten"

Anklicken für Vollbild!

Moslemhass im Mehringhof

Montag, Juni 28th, 2010

Pro-Deutschland-Klima auf einer linken Buchmesse.

Judith Butler verweigert Preisannahme

Sonntag, Juni 20th, 2010

CSD-Veranstalter bloßgestellt:

Judith Butler […] hat am Samstagabend einen Zivilcourage-Preis auf der CSD-Bühne am Brandenburger Tor abgelehnt. […] Die Veranstaltung sei ihr zu kommerziell ausgerichtet und richte sich nicht genügend gegen Probleme wie Rassismus und doppelte Diskriminierung […]. Ausdrücklich Lob bekamen von Butler Gruppen, die eine Art alternativen Christopher Street Day jedes Jahr in Kreuzberg organisieren. In dieser Berliner Subkultur werde sich noch mit den großen Fragen von Krieg und Frieden und sexueller Identität in einer modernen Gesellschaft auseinandergesetzt. Der alternative, sogenannte Transgeniale CSD findet in diesem Jahr nicht parallel zum großen CSD statt, sondern am 26. Juni.

Wer nicht weiß, wer Judith Butler ist: Eine ARTE-Dokumentation porträtiert die jüdisch-amerikanische Philosophin, Queer-Theoretikerin und, auch wenn das im Film viel zu kurz kommt: Antimilitaristin auf 52 Minuten:

Antimuslimischer Rassismus und Krise (GSK Berlin)

Mittwoch, Mai 5th, 2010

Donnerstag | 6.5.2010 | 18:00 Uhr bei Allmende e.V., Kottbusser Damm 25/26, U Hermannplatz:

Die Veranstaltung zu antimuslimischen Rassismus greift in Anbetracht aktueller sozialer Krisen und ihren politischen Lösungen kritisch in rechtspopulistische und rassistische Entwicklungen ein. Denn Sarrazins hetzerische Äußerungen gegen „Kopftuchmädchen“ und die „unproduktiven Massen“, Mobilisierungen gegen den Bau von Moscheen und Minaretten oder Treffen der europäischen Rechten zu „Anti-Islam Kongressen“ finden verstärkt Zuspruch in der Mitte der Gesellschaft. In Zeiten zunehmender staatlicher Überwachung, autoritärer Krisenpolitik, sozialen Verarmungsprozessen und rassistischen Entwicklungen, reiht sich somit der antimuslimische Rassismus als ein weiteres Unterdrückungsmoment in die Struktur des globalen Nordens ein. Soziale Widersprüche geraten durch die Wiederbelebung von „deutscher Leitkultur“ und der Bekämpfung einer angeblichen „demokratiefeindlichen Islamisierung der Gesellschaften“ in den Hintergrund.

Die Gruppe Soziale Kämpfe stellt den antimuslimischen Rassismus in den Kontext der Krise(n). Antimuslimischer Rassismus wird hierbei verstanden als Teil von Prozessen der Kulturalisierung der sozialen Frage und zur Bewältigung der Krise durch die Schaffung des Feindbildes „Islam“, wie aktuelle Beispiele verdeutlichen werden.

Vassilis Tsianos ordnet Anti-Islamismus und antimuslimischen Rassismus in den „postliberalen Rassismus“ ein und stellt diesen ins Verhältnis zu weiteren gesellschaftlich Konflikten. Wie etwa sieht der Zusammenhang zum Feminismus und zu Homophpbie aus? Was hat das alles mit der Krise des Neoliberalismus zu tun?

Die Plattform gegen Rassismus entwickelt schließlich Perspektiven für eine antirassistische Praxis entlang ihrer Kampagne „Integration?-Nein Danke!“, die mit dem gesellschaftlichen Diskurs über defizitäre und gefährliche, nämlich „desintegrierte“ Menschen bricht.

Veranstalterin: Gruppe soziale Kämpfe

Wenn Täter-Enkel sich empören: Finkelstein, Antisemitismus und Israel

Montag, Februar 15th, 2010

Am 26. Februar soll der amerikanische Politikwissenschaftler Norman Finkelstein, unter anderem auf Einladung der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost, in Berlin einen Vortrag halten, der den etwas sperrigen Titel trägt: „Ein Jahr nach dem Überfall der israelischen Armee auf Gaza – die Verantwortung der deutschen Regierung an der fortgesetzten Aushungerung der palästinensischen Bevölkerung“. Vermutlich wird der Vortrag vor allem eine Collage seines neuen Buches ‚This Time We Went Too Far‘ sein, über dessen Grundthesen man sich in zahlreichen Youtube-Videos informieren kann.

Indessen hat der Landesarbeitskreis (LAK) „Shalom“, der sich vor wenigen Jahren gründete, um die Linkspartei auf einen stramm proisraelischen Kurs einzuschwören, im Verbund mit anderen Gruppen zu einer Kundgebung aufgerufen, um unter dem Motto „Was zu viel ist, ist zu viel“ aus diesem Vortrags- und Diskussionsabend, der nunmehr sogar in den Räumen der eigenen Parteistiftung stattfinden soll, eine Art öffentlichen Skandal zu zaubern. (mehr …)