Archiv für das 'antisemitismus'-tag

Der Nationalismus der Anderen

Die Haupt­be­trof­fe­nen und -leid­tra­gen­den die­ses staats­bür­ger­li­chen Ras­sis­mus, die Juden Euro­pas, haben sich im Zio­nis­mus zu einer Ant­wort von glei­chem Kali­ber, bekannt. Sie waren nichts als die Opfer der gewalt­tä­ti­gen Fik­tion einer natio­na­len Schicksals­gemeinschaft von Volk und poli­ti­scher Füh­rung, die jedem anstän­di­gen Unter­ta­nen als per­sön­li­cher Cha­rak­ter­zug mit in die Wiege gelegt sei, ihn vor allen anders­ar­ti­gen Gat­tungs­ge­nos­sen aus­zeichne und zu ihrer Ver­ach­tung berech­tige. Und doch haben die poli­ti­sier­ten Juden Euro­pas sich nie zu einer Kri­tik des patrio­ti­schen Wahns selbst, geschweige denn sei­nes Grun­des, der klas­sen­staat­li­chen Gewalt, ver­stan­den. Die fatale Stärke der Ideo­lo­gie des Natio­na­lis­mus - die ja nach­ge­rade ein Gefühl sein soll und wohl auch ist! - liegt eben darin, daß sie durch die Greuel, die in ihrem Namen ange­rich­tet wer­den - und kein nen­nens­wer­ter Greuel der moder­nen Zeit war nicht durch Vater­lands­liebe inspi­riert! -, ein­fach nicht zu bla­mie­ren ist. An den Gesin­nungs­ge­nos­sen fremd­län­di­scher Obser­vanz ent­deckt noch jeder Patriot die Schäd­lich­keit und Ver­lo­gen­heit die­ser Ideo­lo­gie, und daß Men­schen durch sie zu Mas­sen­mör­dern wer­den - mit dem bes­ten Gewis­sen! Bemerkt und kri­ti­siert, mit Ent­set­zen und Ver­ach­tung bedacht wird da aller­dings nie der Natio­na­lis­mus, son­dern der Natio­na­lis­mus der ande­ren, gerade so als wäre der der wahre und eigent­li­che Gegen­satz zum eige­nen! So dient, was der Fana­tis­mus der einen Nation anrich­tet, stets aus­ge­rech­net dem einer ande­ren als Rechts­ti­tel und Güte­sie­gel, also als gutes Gewis­sen sei­ner Rück­sichts­lo­sig­keit. Und mit eben die­ser natio­na­lis­ti­schen Selbst­gerechtigkeit sind die Zio­nis­ten ange­tre­ten. Ganz im Sinne des Wahns ihrer Geg­ner und Ver­äch­ter haben sie das Opfer­da­sein der Juden als "völ­ki­sche" Eigen­art inter­pre­tiert, als eine kol­lek­tive Iden­ti­tät der Betrof­fe­nen von der Art eines natio­na­len Volks­tums, die ihren Inha­bern ein unwi­der­sprech­li­ches Recht auf kol­lek­tive Unter­tä­nig­keit unter einer eige­nen, und zwar beson­ders macht­vollen Staats­ge­walt verliehe.

Aus: H. L. Fertl, Abwei­chende Mei­nun­gen zu Israel. Mün­chen: Resul­tate Ver­lag, 1982.

Allein unter Deutschen: A Study in Self-Righteousness

Tuvia Tenenbom: I Sleep in Hitler's Room Vor weni­gen Wochen hat der Suhrkamp-Verlag, nach­dem Rowohlt abge­sprun­gen war, nun end­lich Tuvia Tenen­boms Rei­se­be­richt Allein unter Deut­schen (engl. "I Sleep in Hitler's Room") ver­öf­fent­licht. Die feuille­to­nis­ti­sche Auf­re­gung dar­über kann man sich nur schwer­lich erklä­ren. Dass Tenen­bom in einem Land, das in den letz­ten Jah­ren einen ras­sis­ti­schen Best­sel­ler nach dem ande­ren auf­ge­legt hat, ernst­hafte Schwie­rig­kei­ten hatte, einen Ver­le­ger zu fin­den, zeugt von eben jener Selbst­gerechtigkeit, die den Deut­schen vorzu­werfen man Tenen­bom nicht so recht ver­zei­hen will. Mei­nungs­frei­heit für Stu­dien über den eth­ni­schen »Kol­lek­ti­vcha­rak­ter« von Leu­ten: ja bitte, aber nur wenn es um die Kri­tik des Ande­ren geht! (Click here to continue…)

Jesus war's nicht, die Heiden sind es gewesen!

… meint man zumin­dest in der Baha­mas, wo sich der Raddatz-Imitator Tho­mas Maul, den wir­ren Gedan­ken­gän­gen sei­nes gro­ßen Vor­bilds fol­gend, an einer essen­tia­lis­ti­schen Rein­wa­schung des Chris­ten­tums vom his­to­ri­schen Makel des Anti­ju­da­is­mus ver­sucht. Rüdi­ger berichtet:

Ja, gele­sen habe ich bis­her: einen wun­der­ba­ren Text von Tho­mas Maul, in dem er die Grund­lage nahezu aller His­to­ri­ker, die über christ­li­chen Anti­ju­da­is­mus schrei­ben, als irr­sin­nig ent­larvt: Der Vor­wurf des Got­tes­mor­des an die Juden ist nicht christ­lich, son­dern heid­nisch. Sehr über­zeu­gend, wobei sich natür­lich wie­der die Frage stellt, ob nicht das als heid­nisch iden­ti­fi­zierte im Laufe der Jahr­hun­derte so sehr im Chris­ten­tum fest­ge­setzt hat, dass es von ihm gar nicht mehr getrennt wer­den kann. Auf diese Frage weiß aber Maul die Ant­wort, dass die Kir­che zumin­dest den Wider­spruch zwi­schen Got­tes­mord und Selbst­op­fer nicht los wird. Es gibt also im Chris­ten­tum selbst etwas, dass dem Anti­ju­da­is­mus zutiefst wider­strebt. Maul führt das auch auf den jüdi­schen Ursprung des Chris­ten­tums zurück. Da wäre es viel­leicht hilf­reich, doch noch mal zwi­schen jüdi­schen und grie­chi­schen Ele­men­ten zu dif­fe­ren­zie­ren, aber Maul schreibt selbst, dass es sich um vor­läu­fige Ergeb­nisse eines län­ge­ren Denk­pro­zes­ses han­delt. Außer­dem wäre span­nend, wie die pro­tes­tan­ti­sche Wende gegen den Ablass (der über­zeu­gend als Reak­tion auf das Aus­blei­ben der Wie­der­kunft des Mes­sias gedeu­tet wird) in die­sem Fall zu beur­tei­len ist.

Viel­leicht sollte der Mann weni­ger Rot­wein trin­ken und lie­ber wie­der an sei­nen bil­li­gen Amateur-Pornos schnip­peln - falls das mit Jesus und dem "wah­ren Chris­ten­tum" nach Maul über­haupt ver­ein­bar ist. ;)

»Warum Juden nicht das Geschäft der Rassisten besorgen sollten«

Ohne ihn beim Namen zu nen­nen, rech­net Alan Pose­ner in einer Kolumne mit sei­nem ehe­ma­li­gen Kol­le­gen Hen­ryk M. Bro­der von der Achse des Guten ab…

Auch in Deutsch­land haben sich die meis­ten Juden und ihre Orga­ni­sa­tio­nen an jene Faust­re­gel des Über­le­bens in der Dia­spora gehal­ten: Die Tole­ranz ist unteil­bar. Seit eini­ger Zeit aber haben einige wenige Juden, bemit­lei­dens­werte Geschöpfe, diese Faust­regel ver­ges­sen. Als selbst erklärte Rich­ter über das, was als anti­se­mi­tisch zu gel­ten habe und was nicht, stel­len sie jenen Ari­ern einen Kaschrut-Schein aus, die heute einen unver­blüm­ten euge­ni­schen und kul­tu­rel­len Ras­sis­mus gegen Mus­lime pre­di­gen: Geert Wil­ders, Thilo Sar­ra­zin, den Befür­wor­tern von Minarett­verboten und Klei­der­vor­schrif­ten für mus­li­mi­sche Frauen.

Wie kommt das?

Die Ant­wort gibt Pose­ner hier… »

Antisemitismus und antimuslimischer Rassismus -- Oder: was heißt Lernen aus der Geschichte?

Wolfgang BenzAus der Abschieds­vor­le­sung von Prof. Dr. Wolf­gang Benz, dem Lei­ter des Zen­trums für Anti­se­mi­tis­mus­for­schung (ZfA) an der TU Berlin:

Die aktu­elle Islam­kri­tik, wie sie auch von jüdi­scher Seite (aus nach­vollziehbaren Grün­den ange­sichts der Bedro­hung Isra­els und offen­siv geleb­ter Juden­feind­schaft von Mus­limen) vehe­ment vor­ge­tra­gen wird, hat kein his­to­ri­sches Gedächt­nis und kein Pro­blem­be­wusst­sein für die Aus­tausch­bar­keit der Stig­ma­ti­sie­rung von Grup­pen. Fixiert auf ihr Feind­bild müs­sen Popu­lis­ten gegen dif­fe­ren­zie­rende Betrach­tungs­wei­sen wüten und ihre ein­di­men­sio­nale Welt­sicht ver­tei­di­gen. Dass dem­ago­gi­sche Islam­feind­schaft, die Hass gegen eine fremde Kul­tur pre­digt und Into­le­ranz pro­kla­miert, an ande­ren Tra­di­tio­nen der Feind­se­lig­keit gegen Men­schen wie dem Anti­se­mi­tis­mus oder dem Antiziganis­mus zu mes­sen ist, steht wis­sen­schaft­lich außer Frage. (Click here to continue…)

Phobien der Nation

Micha Brum­lik stellt in der Frank­fur­ter Rund­schau die Frage, ob Isla­mo­pho­bie der neue Anti­se­mi­tis­mus sei - und belegt an Zita­ten Hein­rich von Treitsch­kes eine struk­tu­relle Ver­wandt­schaft mit dem anti­jü­di­schen Dis­kurs des spä­ten 19. Jahrhunderts.

Im Inter­view mit dem Frei­tag äußert Jas­bir Puar für das deut­sche Feuille­ton unge­wöhn­lich scharf­sin­nige Gedan­ken über die Schnitt­stel­len von Ras­sis­mus, Migra­tion, Homo­pho­bie, Klas­sen­frage und neo­li­be­ra­ler Ökonomie.

David Schwarz wirft im Hin­ter­land-Maga­zin des Baye­ri­schen Flücht­lings­rats einen Blick auf Homo­pho­bie als iden­ti­täts­stif­ten­des Ele­ment im post­ko­lo­nia­len Subsahara-Afrika.

Ein Aspekt, der bei Schwarz völ­lig fehlt, ist der zen­trale Auf­hän­ger eines Arti­kels in der Washing­ton Post: Der wach­sende Ein­fluss evan­ge­li­ka­ler US-Prediger gene­riere in Afrika eine Spring­flut der Homo­pho­bie.

Antisemitischer Übergriff auf 17-jährigen Israeli

Ein Neo­na­zian­griff auf einen jun­gen Israeli in Sachsen-Anhalt setzt eine Fami­li­en­tra­gö­die fort. Tages­spie­gel und Frank­fur­ter Rund­schau berichten.

Peter Novick über Daniel J. Goldhagen

Auf lange Sicht haben fast alle Gelehr­ten [Han­nah] Arendts These über­nom­men, der typi­sche Holo­caust­tä­ter sei "erschre­ckend nor­mal" und kein­wes­wegs ein über­zeug­ter Anti­se­mit. Der Holo­caust­his­to­ri­ker Yehuda Bauer schreibt: "Die Deut­schen muß­ten die Juden nicht has­sen, um sie zu töten … Man ver­mu­tet, daß, wenn sie die Anwei­sun­gen erhal­ten hät­ten, alle Polen oder Fran­zo­sen zu töten, sie sie genauso effi­zi­ent aus­ge­führt hät­ten." Aus die­sen und ande­ren Grün­den haben Holo­caust­ex­per­ten Daniel Jonah Gold­ha­gens Argu­ment abge­lehnt, daß eine Gene­ra­tio­nen umspan­nende sys­te­ma­ti­sche Sozia­li­sie­rung im mör­de­ri­schen Haß auf Juden eine not­wen­dige Bedin­gung für den Holo­caust war. (Es ist ein beru­hi­gen­des Argu­ment: Wenn ein so tie­fer und lange beste­hen­der Haß eine not­wen­dige Bedin­gung für einen Mas­sen­mord ist, sind wir sehr viel siche­rer, als viele von uns den­ken.) Aber der Wunsch, die Täter in der tra­di­tio­nel­len Weise zu beschrei­ben, bleibt stark - des­halb war Gold­ha­gens Buch ein Langzeitbestseller.

Peter Novick, Nach dem Holo­caust: Der Umgang mit dem Mas­sen­mord (Stutt­gart: Deut­sche Verlags-Anstalt, 2001), 184 f.

Kampagne gegen Antisemitismusforscher

Kanon absur­der Beschul­di­gun­gen: Wie der wis­sen­schaft­li­che Ver­gleich zwi­schen Anti­se­mi­tis­mus und Islam­feind­lich­keit zum Aus­lö­ser einer maß­lo­sen Hetz­kam­pa­gne gegen das "Zen­trum für Anti­se­mi­tis­mus­for­schung" wurde.

Lunatic Christians for Israel

Ein beson­de­res Kurio­sum der fana­tisch "pro"-israelischen Lobby in den USA, die den Frie­dens­pro­zess durch ihre bedin­gungs­lose Soli­da­ri­tät mit der israe­li­schen Sied­lungs­po­li­tik seit Jahr­zehn­ten tor­pe­diert, ist die Tat­sa­che, dass sie zu nicht unwe­sent­li­chen Tei­len gar nicht von ame­ri­ka­ni­schen Juden (die in ihrer übergro­ßen Mehr­heit libe­rale Obama-Wähler sind), son­dern min­des­tens ebenso sehr von radi­ka­len Anti­se­mi­ten wie dem Magachurch-Pastor John Hagee getra­gen wird.

http://www.youtube.com/watch?v=IWMmVIAtHAU

Neben sei­ner Rolle als geis­ti­ger Anfüh­rer der Bewe­gung "Chris­ti­ans United for Israel" (CUFI) ist Hagee einer der best­be­zahl­ten fun­da­men­ta­lis­ti­schen Fern­seh­pre­di­ger in den USA und Vor­stands­vor­sit­zen­der der "Hagee Minis­tries", die mit ihrem natio­na­len Rund­funk­pro­gramm 160 TV- und 50 Radio-Stationen ver­sor­gen. Angeb­lich ist es sei­nem Kir­chen­kon­zern damit mög­lich, jede Woche bis zu 99 Mil­lio­nen ame­ri­ka­ni­scher Haus­halte zu erreichen.

Obwohl von füh­ren­den ame­ri­ka­ni­schen Poli­ti­kern wie John McCain, Joseph Lie­ber­man und Tom DeLay umwor­ben, ist Hagee nicht gerade leichte Kost, was seine Ansich­ten über Juden und Homo­se­xu­elle angeht - über die man bis­lang aller­dings groß­zü­gig hin­weg­ge­se­hen hat. Ein extre­mes Bei­spiel dafür ist eine kürz­lich bekannt gewor­dene Pre­digt aus dem Jahr 2006, in der er Hit­ler unter Ver­weis auf die Bibel zu einem Teil von Got­tes Plan erklärt mit dem Ziel, die Juden nach Israel zu treiben:

http://www.youtube.com/watch?v=3EFVNrjOpJA

Der Anti-Christ, erklärt Hagee in einer wei­te­ren Pre­digt, werde wenigs­tens zum Teil jüdisch sein - wie Karl Marx und, Hagees Ansicht zufolge: Adolf Hit­ler -, sich dar­über hin­aus aber auch als Got­tes­läs­te­rer und Homo­se­xu­el­ler zu erken­nen geben. Eine Pro­phe­zei­ung, die Hagee aus einer lite­ra­lis­ti­schen Deu­tung von zufäl­li­gen Bruch­stü­cken der Bibel ableitet:

Trotz sei­ner von reli­giö­sem Wahn­sinn geschüt­tel­ten Ansich­ten ver­steht es der homo­phobe Holocaust-Revisionist John Hagee gleich­wohl immer wie­der, sich in einen Man­tel der Hono­rig­keit zu hül­len - etwa indem er sich für eine halbe Mil­lo­nen Dol­lar den jüdi­schen Nobel­preis­trä­ger Elie Wie­sel als öffent­li­chen Red­ner und Gesprächs­part­ner einkauft.

Mit sei­nen schier uner­schöpf­li­chen Geld­mit­teln betei­ligt sich Hagee aber auch direkt an der Finan­zie­rung ille­ga­ler Sied­lungs­pro­jekte im West­jor­dan­land, wie der ame­ri­ka­ni­sche Jour­na­list Max Blu­men­thal (Repu­bli­can Gomor­rah) her­aus­ge­fun­den hat. In einem sei­ner mitt­ler­weile berüch­tig­ten Video-Clips kon­tras­tiert Blu­men­thal die durch die groß­zü­gi­gen Spen­den Hagees ermög­lich­ten luxu­riö­sen Lebens­ver­hält­nisse in der jüdi­schen Sied­lung Ariel mit dem Elend der in unmit­tel­ba­rer Nach­bar­schaft ein­ge­pferch­ten und durch schieß­wü­tige Sied­ler und IDF-Soldaten in ihrer Sicher­heit bedroh­ten Paläs­ti­nen­ser, die sich auf­grund feh­len­der Bau­ge­neh­mi­gun­gen auf immer klei­ne­rem Raum zusam­men­drän­gen müssen:

http://www.youtube.com/watch?v=UMNEKvOAiv4

Das Bei­spiel John Hagees erscheint zunächst wie eine exo­ti­sche Blüte in der Geschichte des nicht-jüdischen Pro­zio­nis­mus, setzt aber in Wirk­lich­keit eine lange Kette der Ver­schwis­te­rung zio­nis­ti­scher und anti­se­mi­ti­scher Posi­tio­nie­run­gen fort, die von Arthur James Bal­four über Richard Nixon bis zu Jean Marie LePen hin­auf­reicht. Trotz sei­ner osten­ta­ti­ven Israel­freund­lich­keit blieb die­ser Pro­zio­nis­mus stets radi­kal gegen die Juden gerich­tet - zu Bal­fours Zei­ten, weil er die eng­li­schen Juden als frem­des "Gast­volk" mar­kie­ren sollte, das die bri­ti­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit gleich­sam nur unter Vor­be­halt genieße. Und schlim­mer noch in Hagees reli­giö­ser Wahn­welt, wel­che die Juden zum Kano­nen­fut­ter im End­zeit­kampf gegen den mus­li­mi­schen Erz­feind erkürt, wofür jede auf Land­zu­ge­ständ­nisse beru­hende Frie­dens­in­itia­tive zum Unsinn erklärt und Israel für das bevor­ste­hende "Arma­ged­don" bis oben hin mit Waf­fen voll­ge­stopft wer­den muss.

Scho­ckie­rend ist dabei vor allem, wie wenig Anstoß "pro"-israelische Poli­ti­ker an die­ser sich freu­dig nach Krieg und nuklea­rer Ver­nich­tung seh­nen­den christlich-messianischen Bewe­gung neh­men, die den Holo­caust offen als Got­tes List bejaht und in Washing­ton trotz­dem als eine ernst­zu­neh­mende Lobby gilt. Dass ihre Mit­glie­der genauso wahn­sin­nig wie ihre Anfüh­rer sind, beweist Blu­men­thal indes mit einer Reihe von Inter­views, die er auf sei­ner "Chris­ti­ans United for Israel Tour" 2007 in Washing­ton sam­melte. Und wie bei allen sei­nen Videos kann man sich auch hier trotz - oder gerade wegen - all des rech­ten Irr­sinns, den er vor­führt, ein gewis­ses Schmun­zeln nicht verkneifen:


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