Archiv für das 'antideutsche'-tag

Torte ins Gesicht

Klei­ner Schlag­ab­tausch über den Poststrukturalismus

intros via audio­ar­chiv (Zusammenschnitt)

Burn, u feminists! oder: Der westlich-weiße Mann als Festung der Moderne

Das gesamte moderne Ver­ständ­nis von Mensch und Natur wäre ohne die Hexen­ver­fol­gung undenk­bar – die Schei­ter­hau­fen der Hexen­ver­fol­gung waren das Zünd­feuer für die Fackel der Auf­klä­rung. Das spä­tere bür­ger­li­che Sub­jekt schmie­dete in die­ser Zeit seine Frei­heit und Autonomie.

— Mar­tin Dor­nis in der (lacht nicht!) femi­nis­ti­schen Zeit­schrift outs­ide the box, zit. n. Cars­ten Weber, „Fes­tung MWW“.

Berlin: Rechtspopulismus und die Linke

Die bis­he­rige Geschichte der BRD ist ohne die Exis­tenz rechts­ra­di­ka­ler Par­teien undenk­bar. Rich­tete sich deren Ras­sis­mus über viele Jahr­zehnte gegen „die Aus­län­der“ schlecht­hin, ent­wi­ckelte sich nach dem 11. Sep­tem­ber 2001 im rech­ten Lager eine Strö­mung, die sich auf den Kampf gegen Mus­lime spe­zia­li­sierte. Das Beson­dere daran sind die ideo­lo­gi­schen Schnitt­stel­len zu Strö­mun­gen der Lin­ken. Deren offene Flanke ins rechts­po­pu­lis­ti­sche Lager ist das Resul­tat eines Jahr­zehnts „anti­deut­scher“ Debat­ten. Was als Kri­tik an der vor­geb­li­chen „Volks­nähe“ von klas­sen­kämp­fe­ri­schen Posi­tio­nen begann, hat sich längst in ein kul­tur­ras­sis­ti­sches Aus­stei­ger­pro­gramm für angeb­li­che Ideologie­kritiker_innen gewan­delt. Bis­lang scheint die Linke nicht fähig oder wil­lens, sich die­ser Ent­wick­lung zu stel­len und die Flanke ins rechts­po­pu­lis­ti­sche Lager zu schlie­ßen. Um eine über­fäl­lige Debatte über die­sen Zustand zu beför­dern, laden wir am 17. Dezem­ber 2011 um 19 Uhr zu einem TREND-Teach-in im Meh­ring­hof ein.

Es dis­ku­tie­ren:
Ger­hard Han­lo­ser (Sozi­al­wis­sen­schaft­ler)
Bern­hard Schmid (Jurist)
Attila Stein­ber­ger (Publizist)

Mode­ra­tion: Georg Klauda, Karl-Heinz Schubert

Veranstalter_innen:
Trend Online­zei­tung: http://www.trend.infopartisan.net/
North East Antifa (NEA): http://nea.antifa.de/

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Verantaltungshinweis Berlin

Neue Reden an die deut­sche Nation. Über die linke “Tür­ken Raus!”-Ideologie

Ver­an­stal­tung zur ideo­lo­gi­schen Ver­stri­ckung rech­ter und lin­ker “Islamkritik”

Hat sich eine linke Grup­pie­rung mit ihrer Ahme­di­ne­jad­sym­pa­thie 2009 unmög­lich und lächer­lich gemacht, fol­gen ihnen spä­tes­tens 2011 die links­na­tio­na­len Islam­kri­ti­ker mit ihrem ewi­gen Islamkram.

Nicht nur welt­ge­schicht­li­che Ereig­nisse ereig­nen sich zwei­mal, zuerst als Tra­gö­die, dann als Farce, auch auf idea­lis­ti­sche Wirklichkeits­zugänge trifft das zu. Schwor Fichte noch die deut­sche Nation auf den fran­zö­si­schen Feind ein, so hat sich daran bis heute nichts geän­dert. Die Nation gilt wei­ter­hin [als] das Sub­jekt der Geschichte und die Men­schen [wer­den] fein­säu­ber­lich in Kol­lek­tive ein­sor­tiert, wor­aus auch alles ent­springt: die Sit­ten, die Kul­tur und schließ­lich der ökono­mi­sche Stand.

Im Vor­trag von Attila Stein­ber­ger wird es nicht um Fichte und den Hass auf die Fran­zo­sen, son­dern viel­mehr um den links­na­tio­na­len Idea­lis­mus in sei­ner islam­kri­ti­schen Ver­falls­form und ihrem selbst­ge­setz­ten Hass auf Mos­lems unter dem Deck­man­tel der “Fein­d­auf­klä­rung” gehen.

Org: North East Anti­fa­scists (NEA)
Ver­an­stal­tung auf Face­book
Mo., 29. August 2011 | 19:00 Uhr | Café Mor­gen­rot | Kas­ta­ni­en­al­lee 85 | Berlin

via zusam­men handeln

Über die ideologischen Verstrickungen rechter und linker „Islamkritik“. Teil 1

Es ist nicht wirk­lich neu, dass sich Ver­tre­ter der sog. „anti„deutschen Strö­mung, einer islam­feind­li­chen Frak­tio­nie­rung inner­halb der deut­schen Lin­ken, seit gerau­mer Zeit an rechte Popu­lis­ten her­an­schmei­ßen. Das gemein­same Feind­bild „Mos­lem“ hilft, die ideo­lo­gi­schen Grä­ben zwi­schen links und rechts zu über­brü­cken und eine neue Quer­front zu begrün­den. So attes­tierte, um ein Bei­spiel zu nen­nen, das als zen­tra­ler Ideo­lo­gie­ge­ber der „Anti„deutschen fun­gie­rende Front­blatt Baha­mas dem berüch­tig­ten Rechts­ex­tre­mis­ten Jean-Marie Le Pen bereits 2003, im Besitz „vernünftige[r] Ein­wände gegen die unge­bremste Isla­mi­sie­rung“ fran­zö­si­scher Vor­städte zu sein.

Kon­se­quen­zen hat­ten diese regel­mä­ßi­gen Sym­pa­thie­be­kun­dun­gen für Faschis­ten nie: So störte sich das Leip­zi­ger Jugend­zen­trum „Conne Island“ bei sei­ner jüngs­ten Aus­la­dung eines Bahamas-Redakteurs nicht etwa an der Nähe der Zeit­schrift zur Neuen Rech­ten und deren ras­sis­ti­scher „Islam­kri­tik“, son­dern ledig­lich an dem pöbeln­den Ton, mit dem der Ober­wirr­kopf der „Anti„deutschen gegen Femi­nis­tin­nen und „häss­li­che Linke“ zu Felde zog.

Bahamas-Karikatur

Baha­mas sieht sich als Opfer einer Ver­schwö­rung von Lin­ken und Muslimen

Eine zen­trale Rolle für die mas­sen­hafte Ver­brei­tung die­ser Ideo­lo­gie spielt die sich selbst als links beti­telnde Wochen­zei­tung Jungle World. Seit zehn Jah­ren bie­tet sie Bahamas-Redakteuren, unge­ach­tet aller Kri­tik, eine Platt­form zur Ver­brei­tung ihrer ras­sis­ti­schen Ansich­ten. So hob die Zei­tung erst unlängst einen Auto­ren die­ser Zeit­schrift in die Posi­tion des Lei­ters ihres Dos­siers. Nicht von unge­fähr erschien dort kurze Zeit spä­ter der Vor­ab­druck eines Kapi­tels aus dem kul­tur­ras­sis­ti­schen Mach­werk Sex, Dji­had und Des­po­tie (Maul 2010) — ein Buch, bei dem es sich um den Ver­such des Bahamas-Autors Tho­mas Maul han­delt, sich die The­sen des rechts­ra­di­ka­len Islam­wis­sen­schaft­lers Hans-Peter Rad­datz und sei­nes Wer­kes Allahs Schleier (Rad­datz 2004) für die post­an­ti­deut­sche Ideo­lo­gie­bil­dung pro­duk­tiv anzu­eig­nen. (Click here to continue…)

Felix Baum: German Psycho. A Meta Comment

So ein Rein­fall: Da star­tet Felix Baum in sei­nem Arti­kel Ger­man Psy­cho, der in der ame­ri­ka­ni­schen Zeit­schrift Pla­ty­pus Review als Ant­wort auf ein Mani­fest der Frei­bur­ger ISF erschie­nen ist, zunächst ein­mal rich­tig cool durch, indem er sowohl die ideo­lo­gi­schen Feh­ler der anti­im­pe­ria­lis­ti­schen Lin­ken als auch den „Wahn“ aufs Korn nimmt, den die sog. „Anti­deut­schen“ vor­stel­len — und pro­du­ziert am Ende, statt Erkennt­nis, doch selbst nur einen gro­ßen blin­den Fleck. Baum, der sich als Reprä­sen­tant einer drit­ten, „kos­mo­pro­le­ta­ri­schen“ Strö­mung jen­seits der „spie­gel­bild­li­chen ideo­lo­gi­schen Sche­mata“ von Anti­imp und AntiD ver­steht, hält zunächt ein paar rich­tige Kri­tik­punkt an bei­den fest:

The idea that anti-colonial move­ments such as the Viet­na­mese Sta­li­nists under Ho Chi Minh stood for uni­ver­sal eman­ci­pa­tion, rather than being har­bin­gers of the state-capitalist moder­niza­tion of their socie­ties, was shared by the Left, Old and New, the world over. This was ideo­logy in the strict sense: it had a foun­da­tion in rea­lity and could thus be cri­ti­ci­zed. In con­trast, only Ger­man lef­tists could come to the con­clu­sion that Ariel Sharon rep­res­ents a tri­um­vi­rate of Lenin, Dur­ruti, and Wal­ter Ben­ja­min, and main­tain that Israel is a sort of “dic­ta­tor­ship of the pro­le­ta­riat,” an “armed attempt by the Jews to reach com­mu­nism while still alive.” [Joa­chim Bruhn] This is not ideo­logy but delu­sion, and, as such, it can be ana­ly­zed, but no lon­ger cri­ti­ci­zed. Its psy­cho­lo­gi­cal dri­ving force is a macabre desire for the “revenge for the dead” attri­bu­ted to Sharon’s politics—as if the West Bank and the Gaza Strip were a reti­re­ment home for the SS.

Nach­dem er das „Anti­deutsch­tum“ nicht als Ideo­lo­gie, son­dern als delu­sion, nicht als feh­ler­be­haf­tet, son­dern als den Feh­ler selbst bestimmt hat, geht Baum auch mit dem rohen Anti­im­pe­ria­lis­mus der 70er Jahre ins Gericht: (Click here to continue…)

Quo vadis, Leipzig? — oder: „Nie wieder Antira!“

Die Aus­ein­an­der­set­zung mit dem gar nicht ein­mal so ver­schwie­ge­nen Ras­sis­mus der radi­ka­len Lin­ken hat nun anschei­nend auch in Leip­zig begon­nen, einer Stadt, deren Szene durch eine jah­re­lang prak­tisch unbe­strit­tene Vor­herr­schaft der sog. anti­deut­schen Strö­mung geprägt ist — die ich per­sön­lich aller­dings nicht so dif­fe­ren­ziert und ver­dienst­voll wahr­nehme wie der fol­gende, inhalt­lich gleich­wohl sehr emp­feh­lens­werte Text:

Wie (Anti)Deutsche Ras­sis­mus ein­fach wegdefinieren

So wich­tig die anti­deut­sche Kri­tik für die Leip­zi­ger radi­kale Linke in Bezug auf Anti­se­mi­tis­mus war, so fatal hat sich ihr Ein­fluss auf die Pro­ble­ma­ti­sie­rung von Ras­sis­mus aus­ge­wirkt. Die anti­deut­sche Ver­wei­sung von Geschlech­ter­herr­schaft in andere, vor­nehm­lich mus­li­misch geprägte Län­der unter Aus­blen­den und Bestrei­ten von Hete­ro­se­xis­mus in West­eu­ropa und in den eige­nen Sozia­li­sa­ti­ons­zu­sam­men­hän­gen, wird zumin­dest von femi­nis­ti­schen Grup­pen, wie dem afbl kri­ti­siert. Das mit 9/11 ein­set­zende anti­deut­sche Antira-Bashing hat dage­gen wei­test­ge­hend zur Ver­ban­nung des The­mas Ras­sis­mus aus lin­ker Kri­tik und Poli­tik in Leip­zig geführt. Mehr noch als Femi­nis­mus gilt (Anti)Rassismus heute gro­ßen Tei­len der Leip­zi­ger Lin­ken als Ste­cken­pferd ner­ven­der Sprachpolizist_innen oder als Vor­wand für soge­nannte Kulturrelativist_innen, sich nicht mit Anti­se­mi­tis­mus und Isla­mis­mus aus­ein­an­der­set­zen zu müs­sen. Im Zuge der Dis­kus­sio­nen um die Posi­tio­nen vom AK 2009 und INEX zur Ver­fasst­heit des wie­der­ver­ei­nig­ten Deutsch­lands wird die Dele­gi­ti­mie­rung anti­ras­sis­ti­scher Kri­tik nun ver­kom­plet­tiert durch das Weg­de­fi­nie­ren von Ras­sis­mus. Die Beschäf­ti­gung mit ras­sis­ti­schen Zustän­den in Deutsch­land und West­eu­ropa wird als uneman­zi­pa­to­risch und unnö­tig gebrand­markt oder gar als eine der „gefähr­lichs­ten Bas­tio­nen des Antih­u­ma­nis­mus inner­halb der Lin­ken“ denun­ziert. Sol­cher­art Dele­gi­ti­mie­rungs­re­t­ho­rik lie­fert gleich­zei­tig eine per­fekte Ent­schul­di­gung für weiße deut­sche Linke, sich nicht mit den eige­nen ras­sis­ti­schen Pri­vi­le­gien und Pro­jek­tio­nen aus­ein­an­der­set­zen zu müs­sen. Ent­spre­chend wird Ras­sis­mus vom größ­ten Teil der Leip­zi­ger Lin­ken expli­zit oder impli­zit aus­schließ­lich als Pro­blem ost­zo­na­ler Nazis behandelt.

(Wei­ter­le­sen…)

Plädoyer für einen konsequenten Antirassismus

Das Antise­xis­mus­bünd­nis Ber­lin hat in der mitt­ler­weile kom­plett online ver­füg­ba­ren letz­ten Aus­gabe der Antifa-Theoriezeitschrift „Phase 2″ einen super­tol­len Arti­kel abge­lie­fert, den man unbe­dingt gele­sen haben sollte:

Dra­ma­tisch ist also die Aus­brei­tung ras­sis­ti­scher Rede­wei­sen, die Ent­ta­bui­sie­rung all­täg­li­cher Ras­sis­men quer durch soge­nannte linke, anti­fa­schis­ti­sche und eman­zi­pa­to­ri­sche Pro­jekte und Dis­kurse: kurz, der Ein­druck, fast alles an tra­di­tio­nel­len ras­sis­ti­schen Ste­reo­ty­pen ist mitt­ler­weile sag­bar, solange es sich in das Män­tel­chen der Islam­kri­tik zu klei­den weiß. Und um das noch mal deut­lich zu for­mu­lie­ren: Ras­sis­mus ist kein Dis­kri­mi­nie­rungs­pro­blem und Anti­ras­sis­mus kein Kon­zept von ges­tern. Es gibt eine gewalt­tä­tige ras­sis­ti­sche Rea­li­tät in Deutsch­land, es gibt einen umfas­sen­den ras­sis­ti­schen Roll­back in den Bio­wis­sen­schaf­ten und »Fort­ress Europe« fin­det nun mal nicht irgendwo, son­dern genau hier und jetzt statt.

Wir fra­gen uns: Warum scheint es so unmög­lich, die ver­rück­ten Mul­lahs im Iran und anderswo zu kri­ti­sie­ren und gleich­zei­tig Wie­der­her­stel­lungs­pro­zesse deut­scher (oder wei­ßer) Iden­ti­tät in der ras­sis­ti­schen Abgren­zung zum »Ori­ent« mitzudenken?

Anti­ras­sis­mus und Antisexismus/Feminismus dür­fen nicht in ein sich gegen­sei­tig aus­schlie­ßen­des Ver­hält­nis gebracht wer­den, und eine Kri­tik an sexis­ti­schen Herr­schafts­ver­hält­nis­sen muss immer auch die Refle­xion ras­sis­ti­scher Struk­tu­ren mit­ein­be­zie­hen. Wir for­dern daher eine kon­se­quente Ver­knüp­fung von Antisexismus/Feminismus und Anti­ras­sis­mus in lin­ker Gesellschaftskritik.

Und die getrof­fe­nen Hunde bel­len schon! (Aber, ehr­lich gesagt, wer diese Schei­ßer noch debat­tiert, ist sowieso durch.)

Wertmüller macht den Duke

Die Redak­tion Baha­mas über ein Jazz-Konzert im Wei­ßen Haus: „… ver­bie­tet es sich“ für die „ganz schwarze Frau eines ziem­lich schwar­zen Prä­si­den­ten“, „die Musik der eige­nen Rasse auf­spie­len zu las­sen.“ — Na, Jus­tus, du alte Schab­ra­cke, mitt­ler­weile schon auf den geis­ti­gen Spu­ren von David Duke?

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Endstation rechts

Herr Gri­gat, wo trei­ben Sie sich denn geis­tig rum?

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  • Mi, 3. Jul. : Die Seele als Gefängnis des Körpers. Homophobie und Psychoanalyse im Werk von Theodor W. Adorno. Jena.

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