Video on Youtube shows gay son coming out to evangelical parents

Das ist dann wohl die berühmte Nächstenliebe, angewandt auf den eigenen Sohn…

Hintergrund- bzw. Folgeinfos im Independent.

Mein Kommentar dazu…

Wider die Phraseologie vom »Selbstbestimmungsrecht der Völker«!

Rosa Luxemburg über Lenins Antiimperialismus der dummen Kerle und sein Steckenpferd von der Existenz einer „ukrainischen Nation“:

Die russische Ukraine war zu Beginn des Jahrhunderts, als die Narreteien des „ukrainischen Nationalismus“ […] und das Steckenpferd Lenins von einer „selbständigen Ukraine“ noch nicht erfunden waren, die Hochburg der russischen revolutionären Bewegung gewesen. Von dort aus, aus Rostow, aus Odessa, aus dem Donez-Gebiete flossen die ersten Lavaströme der Revolution (schon um das Jahr 1902–04) und entzündeten ganz Südrußland zu einem Flammenmeer, so den Ausbruch von 1905 vorbereitend; dasselbe wiederholte sich in der jetzigen Revolution, in der das südrussische Proletariat die Elitetruppen der proletarischen Phalanx stellte. Polen und die Baltenländer waren seit 1905 die mächtigsten und zuverlässigsten Herde der Revolution, in denen das sozialistische Proletariat eine hervorragende Rolle spielte.

Wie kommt es, daß in allen diesen Ländern plötzlich die Konterrevolution triumphiert? (Click here to continue...)

Dramatische Reportage über den Euromaidan im russischen Fernsehen

Ziemlich interessant, wenn man die folgende russische Reportage über die Ereignisse in der Ukraine mit den hiesigen Nachrichtenbildern vergleicht, die den vom Westen unterstützten und durch die massive Gewalt von faschistischen Stoßtruppen bewerkstelligten Coup gegen eine gewählte Regierung als „friedliche Revolution“ gegen einen „Diktatoren“ verkaufen wollten. Am Ende wurde unter viel nationalistischem Tamtam lediglich ein von prorussischen Oligarchen gelenktes Regime durch ein von prowestlichen gelenktes ersetzt, das jetzt bereit ist, die Bevölkerung einem rigorosen neoliberalen Spardiktat zu unterwerfen. Massenhaften Hunger inklusive. Man zweifelt dann doch irgendwann am Verstand der Menschen, die sich dafür wochenlang den Arsch abgefroren haben. Such people give revolution a bad name!


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Ukrainische Helden von großdeutschen Gnaden

Dass der Westen das Missverständnis [von der Ukraine als einer von Russland zu trennenden Nation] nach Kräften förderte, hat vielleicht mit Ahnungslosigkeit, sicher aber mit der nachwirkenden Logik des Kalten Krieges zu tun. Was Russland schwächte und verkleinerte, konnte hierzulande nur für gut befunden werden. Im Falle der Ukraine hat das Missverständnis allerdings einen Vorlauf von gut hundert Jahren und enthält ein politisches Gift, vor dessen Freisetzung sich die Deutschen fürchten sollten. Die ersten Helden einer ukrainischen Unabhängigkeit, die noch heute von Angehörigen der Orangenen Revolution verehrt werden, waren nämlich Helden von deutschen Gnaden. […] (Click here to continue...)

The Empire Strikes Back

Nationen sind entweder Sieger- oder Opfergemeinschaften, und sie benötigen Feinde, damit sie sein können, was die Nationalisten sich ausgedacht haben. Die Ukraine wird als Nation von Opfern ausgestellt, die über Jahrhunderte unterdrückt worden und erst nach dem Ende der Sowjetunion aus tiefer Finsternis erwacht sei. In allen postsowjetischen Republiken erzählen Nationalisten solche Erweckungsgeschichten. Sie sollen belegen, dass es immer schon der Wunsch aller Menschen gewesen sei, in einer Nation von Gleichgesinnten zu leben. In der nationalen Mythologie von Separatisten konnten die Vielvölkerimperien der Zaren und Kommunisten nichts anderes als Völkerkerker sein, in denen Despoten unglückliche Menschen unterdrückten. Historiker aber widerlegen den Mythos, sie sind die ärgsten Feinde der Nationalisten. […]

War die poststalinistische Sowjetunion wirklich ein Völkergefängnis? War sie nicht vielmehr ein erfolgreiches Modell interethnischer Konfliktbewältigung? Kann man sich die Ukraine überhaupt als Nation ohne das Imperium vorstellen, und war sie nicht auch ein imperiales Projekt und ein Kind der Sowjetunion? Denn das Ende der Sowjetunion kam nicht, weil Millionen sich gegen sie erhoben, sondern weil seine Eliten entschieden hatten, sie aufzulösen. (Click here to continue...)

… da wächst der Widerstand auch

Märtyrervideo der ukrainischen Neonazis über ihre „Unterdrückung“ in Charkiw, proletarisches Zentrum, zweitgrößte Stadt der Ukraine und Schwerpunkt der separatistischen Bewegung im Nordosten des Landes. Die Nazis hatten zuvor versucht, das Rathaus zu besetzen. Die Menge prügelt sie unter antifaschistischen Sprechchören aus dem Gebäude.

Grüne Kriegstrommler

Der Konfrontationskurs der Bundesregierung gegen Russland wird von allen im Bundestag vertretenen Parteien unterstützt. Doch keine tut dies derart aggressiv und hysterisch wie die Grünen. (wsws.org, 20.03.2014)

Siehe auch: jonasbayer, „Die Grünen, die Ukraine und der neue kalte Krieg“ (trotzalledem, 18.03.2014)

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Der antizaristische Affekt

Traditionsbestände deutscher Außenpolitik:

In einem Erlass vom 11. August 1914 verkündete der Berliner Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg, man strebe – als „Kampfmittel gegen Rußland“ – die „Insurgierung“ unter anderem der Ukraine an. Wenig später bestätigte der Außenminister des Habsburgerreichs, „daß sowohl unser wie Deutschlands Hauptziel die möglichste Schwächung Rußlands ist. Wir hoffen daher, die Befreiung der Ukraine und der anderen durch Rußland unterdrückten Völker an unseren Grenzen zu erwirken.“ Das Vorhaben, Russland zu zerteilen, bot nicht zuletzt erhebliche innenpolitische Chancen. Zum einen konnte man mit ihm traditionelle antirussische Ressentiments in der deutschen Bevölkerung bündeln; zum anderen gelang es, die militärische Aggression als Kampf gegen den Despotismus des Zarenreichs zu etikettieren und damit auch zurückhaltendere Kreise für den Waffengang zu gewinnen. „Der antizaristische Effekt [Affekt? – rhizom] der Sozialdemokratie“ sei „ein wesentliches Moment gewesen, um ihr das Eintreten für den Krieg zu erleichtern“, hielt 1961 der Historiker Fritz Fischer in seiner bahnbrechenden Studie „Griff nach der Weltmacht“ fest.

Auszug aus: „Die Restauration der Oligarchen“ (german-foreign-policy.com, 07.03.2014, Volltextzugriff)

Lenins Völkergefängnis oder: die nationalistische Kritik des sowjetischen „Nationalismus“

Liebe Jenossen von marx21, man kann nicht, wie ihr, einerseits vorgeben, den Nationalismus überwinden zu wollen, und andererseits die transnationalen Gebilde früherer Zeit, einschließlich der poststalinistischen Sowjetunion, mit Lenin als „Völker-Gefängnisse“ denunzieren.

Heißt ja nicht, dass es in der SU, und zwar auch und gerade unter Lenin, keine kolonialen Praktiken seitens des russischen und ukrainischen Zentrums gegenüber den (vor allem wegen ihrer „homosexuellen“ Praktiken) als „unzivilisiert“ konstruierten muslimischen Sowjetrepubliken gab (während der Islam aber zunächst besser und nicht schlechter behandelt wurde als die russisch-orthodoxe Kirche). Trotzdem ist die Naturalisierung der im 19. Jahrhundert entstandenen Konstrukte von Volk und Nation, die ihr mit eurer Kritik am „stalinistischen Völkergefängnis“ betreibt, eben genau der Ausdruck des Nationalismus, den ihr in eurem Teaser gleichzeitig zu kritisieren beansprucht. Eine ukrainische Identität etwa, wie sie sich heute im Bandera-Faschismus Bahn bricht, hat es vor der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts überhaupt nicht gegeben.

Und es ist auch überhaupt kein Fortschritt, wenn sich transnationale Reiche mit der Idee der bürgerlichen Demokratie in ethnische Nationalzoos verwandeln. Nein, es ist eine unaufhörliche Schlächterei, weil man mit dem Auseinanderdividieren der einzelnen Völkerschaften nie zum Ende, nie zu jenem von den Nationalismen erstrebten Zustand kultureller Reinheit kommt. Die Auflösung der Sowjetunion ist deshalb ein Desaster und nicht die Befreiung aus dem „Völkergefängnis“, für die ihr sie haltet.

Zwischen Russophobie und Rechtfertigung: Zur Kritik des deutschen »Homonationalismus«

In dem Artikel „Der homophobe Russe steht vor der Tür“ bewegt sich Harm auf einem schmalen Grat. Ich will nur einen Satz kommentieren: „Warum sollte jedes Land dieselben Wege gehen müssen?“ Weil Russland mit dem „Anti-Homopropaganda-Gesetz“ gar keinen anderen Weg geht, sondern nur Margaret Thatchers „No Promotion of Homosexuality“ Law aus den 80er Jahren kopiert.

Die Antwort auf Homonationalismus ist doch nicht die Relativierung von Homophobie in anderen Staaten, sondern der Nachweis, dass der Westen ein irreales und doppelzüngiges Bild über sich selbst kultiviert. Man nehme nur den Einbürgerungstest, der in Baden-Württemberg aufgelegt wurde, um Muslime pauschal als homophob zu diskreditieren, während nur wenige Jahre später dieselben „autochthonen“ CDU-Kreise, die das Thema für ihre xenophobe Politik instrumentalisierten, nun selbst eine der schlimmsten heterosexistischen Kampagnen der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte vom Zaun brechen.

Das Prinzip ist immer das gleiche: Der „Andere“ wird gerade dort, wo er es einem gleichtut, als kulturell different konstruiert. So auch in der aktuellen Krimkrise: Da regen sich Deutsche über Russlands Großmachtallüren und „Putins Griff nach Westen“ auf, während sie selber über EU und NATO an der Ausweitung ihrer Einflusszone im Osten arbeiten, völkerrechtswidrige Kriege führen und einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat anstreben. DIE Heuchelei muss bloßgestellt werden, aber nicht indem man irgendwas von der Kritik an der fraktionsübergreifenden und selbst noch die Kommunisten einschließenden neokonservativen Politik der „family values“ in Russland fortnimmt.

Dass nicht schon jede Kritik aus dem Westen mit antirussischer Demagogie operiert, zeigt dabei ein Beispiel aus Schweden, wo 2.000 Menschen ihren Protest gegen das „Anti-Homopropaganda-Gesetz“ der Duma demonstrativ mit der russischen Nationalhymne unterlegten.

Im Übrigen ist es selbst ein antirussisches Klischee, dass man, wie Harm allen Ernstes behauptet, in Russland nicht demonstrieren dürfe.


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