Archive for the ‘Nation Traitors’ Category

Sie lügen wie gedruckt: Über die Kampagne von SPIEGEL und Gregor Gysi gegen Max Blumenthal

Mittwoch, November 12th, 2014

Wenn es um den Nahostkonflikt geht, dann wird aus bundesdeutschen Medien schnell eine unerträgliche Mischung aus BILD-Zeitung und Aktueller Kamera. Nun hab ich zufällig die Bücher von Max Blumenthal gelesen und weiß deshalb, dass die Behauptung des SPIEGEL (sowie des englischunkundigen Linksparteipolitikers Gregor Gysi), Blumenthal hätte Israelis in Goliath als „Judäo-Nazis“ bezeichnet, nichts als eine abgefeimte Lüge ist. In Wahrheit handelt es sich dabei um ein Zitat von Prof. Jeschajahu Leibowitz, einem der angesehensten israelischen Naturwissenschaftler und orthodoxen Religionsphilosophen, der trotz seiner vehementen Kritik am Staat und seiner Aufforderung zur massenhaften Kriegsdienstverweigerung von Präsident Ezer Weizmann nach seinem Tod als „eine der größten Gestalten im Leben des jüdischen Volkes und des Staates Israel in den letzten Generationen“ bezeichnet wurde. Blumenthal erzählt Leibowitz‘ heroische Geschichte als Mahner und Warner vor den Folgen der Besatzung und der Legalisierung der Folter, ohne sich dessen Ruf: „Judäonazis existieren!“ in irgendeiner Weise zu eigen zu machen (siehe hierzu Seite 268, dritt- und vorletzter Absatz). Aus einem Zitat, das Blumenthal bringt, um Leibowitz‘ Wirken in der Öffentlichkeit zu illustrieren, wird durch gezielte Verdrehung so auf einmal eine Aussage des Autors in eigener Person. Das ist keine journalistische Berichterstattung, das sind Methoden einer Schmierenkampagne aus finsteren Zeiten.

Israel-Palestine: Prospects for Peace

Samstag, Juni 1st, 2013
Neve Gordon, a political scientist at Ben-Gurion University of the Negev and author of Israel’s Occupation, a book methodologically based on Foucault’s analytics of power, explains why Israel-Palestine has been ONE state since 1967 and most likely will stay one in the future, posing the question of which kind the political regime is that it wields over its Palestinian non-/citizens. He tells us why he fears that our unrelenting, though highly improbable insistence on a two-state solution might actually prolong rather than subvert the current sytem of ethnic discrimination and legal segregation, which he rather unabashedly calls a state of „full-blown apartheid.“

If you want to listen to the counterposition, it’s, funnily enough, Norman Finkelstein, who argues the goal of politics is not to change the people’s mind, which is set to a two-state resolution, but to spur them into action.

Der Nationalismus der Anderen

Sonntag, Januar 6th, 2013

Die Hauptbetroffenen und -leidtragenden dieses staatsbürgerlichen Rassismus, die Juden Europas, haben sich im Zionismus zu einer Antwort von gleichem Kaliber, bekannt. Sie waren nichts als die Opfer der gewalttätigen Fiktion einer nationalen Schicksals­gemeinschaft von Volk und politischer Führung, die jedem anständigen Untertanen als persönlicher Charakterzug mit in die Wiege gelegt sei, ihn vor allen andersartigen Gattungsgenossen auszeichne und zu ihrer Verachtung berechtige. Und doch haben die politisierten Juden Europas sich nie zu einer Kritik des patriotischen Wahns selbst, geschweige denn seines Grundes, der klassenstaatlichen Gewalt, verstanden. Die fatale Stärke der Ideologie des Nationalismus – die ja nachgerade ein Gefühl sein soll und wohl auch ist! – liegt eben darin, daß sie durch die Greuel, die in ihrem Namen angerichtet werden – und kein nennenswerter Greuel der modernen Zeit war nicht durch Vaterlandsliebe inspiriert! -, einfach nicht zu blamieren ist. An den Gesinnungsgenossen fremdländischer Observanz entdeckt noch jeder Patriot die Schädlichkeit und Verlogenheit dieser Ideologie, und daß Menschen durch sie zu Massenmördern werden – mit dem besten Gewissen! Bemerkt und kritisiert, mit Entsetzen und Verachtung bedacht wird da allerdings nie der Nationalismus, sondern der Nationalismus der anderen, gerade so als wäre der der wahre und eigentliche Gegensatz zum eigenen! So dient, was der Fanatismus der einen Nation anrichtet, stets ausgerechnet dem einer anderen als Rechtstitel und Gütesiegel, also als gutes Gewissen seiner Rücksichtslosigkeit. Und mit eben dieser nationalistischen Selbst­gerechtigkeit sind die Zionisten angetreten. Ganz im Sinne des Wahns ihrer Gegner und Verächter haben sie das Opferdasein der Juden als „völkische“ Eigenart interpretiert, als eine kollektive Identität der Betroffenen von der Art eines nationalen Volkstums, die ihren Inhabern ein unwidersprechliches Recht auf kollektive Untertänigkeit unter einer eigenen, und zwar besonders macht­vollen Staatsgewalt verliehe.

Aus: H. L. Fertl, Abweichende Meinungen zu Israel. München: Resultate Verlag, 1982.

Who started? Amira Hass über den Gaza-Krieg

Donnerstag, November 22nd, 2012

Am 19. November 2012 veröffentlichte die isra­elische Tageszeitung Ha­aretz einen viel­beachteten Artikel der preisgekrönten linken Journalistin Amira Hass, der die Legitimation des Gaza-Kriegs durch westliche Staatsführer wie Obama, Westerwelle und Merkel zum Thema hatte. Um eine inhaltliche Diskussion zu erleichtern, wurde der Artikel hier erstmals ins Deutsche übersetzt:

Israels ‚Recht auf Selbstverteidigung‘ – ein gewaltiger Propagandasieg

Durch die Unterstützung von Israels Gaza-Offensive haben westliche Staatsführer den Israelis eine Blankovollmacht erteilt, das zu tun, worin sie am besten sind: im Gefühl des eigenen Opferseins zu schwelgen und das palästinensi­sche Leiden zu ignorieren. (mehr …)

Plädoyer für einen konsequenten Antirassismus

Mittwoch, Mai 19th, 2010

Das Antisexismusbündnis Berlin hat in der mittlerweile komplett online verfügbaren letzten Ausgabe der Antifa-Theoriezeitschrift „Phase 2“ einen supertollen Artikel abgeliefert, den man unbedingt gelesen haben sollte:

Dramatisch ist also die Ausbreitung rassistischer Redeweisen, die Enttabuisierung alltäglicher Rassismen quer durch sogenannte linke, antifaschistische und emanzipatorische Projekte und Diskurse: kurz, der Eindruck, fast alles an traditionellen rassistischen Stereotypen ist mittlerweile sagbar, solange es sich in das Mäntelchen der Islamkritik zu kleiden weiß. Und um das noch mal deutlich zu formulieren: Rassismus ist kein Diskriminierungsproblem und Antirassismus kein Konzept von gestern. Es gibt eine gewalttätige rassistische Realität in Deutschland, es gibt einen umfassenden rassistischen Rollback in den Biowissenschaften und »Fortress Europe« findet nun mal nicht irgendwo, sondern genau hier und jetzt statt.

Wir fragen uns: Warum scheint es so unmöglich, die verrückten Mullahs im Iran und anderswo zu kritisieren und gleichzeitig Wiederherstellungsprozesse deutscher (oder weißer) Identität in der rassistischen Abgrenzung zum »Orient« mitzudenken?

Antirassismus und Antisexismus/Feminismus dürfen nicht in ein sich gegenseitig ausschließendes Verhältnis gebracht werden, und eine Kritik an sexistischen Herrschaftsverhältnissen muss immer auch die Reflexion rassistischer Strukturen miteinbeziehen. Wir fordern daher eine konsequente Verknüpfung von Antisexismus/Feminismus und Antirassismus in linker Gesellschaftskritik.

Und die getroffenen Hunde bellen schon! (Aber, ehrlich gesagt, wer diese Scheißer noch debattiert, ist sowieso durch.)