Archiv für die 'Homophobia is gay' Kategorie

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Der Westen und der Orientalismus der Sexualität (Interview)

Zur Ver­tie­fung siehe den Essay “Re-Orienting Desire: The Gay Inter­na­tio­nal and the Arab World”. Eine Kri­tik des auf die­sem Essay basie­ren­den Buchs, Desi­ring Arabs, fin­det sich auf den Sei­ten der Femi­nist Review. Nach­fol­gend ein Gespräch mit dem Autor Joseph Mas­sad. Inter­view: Ernesto Pagano. Unauto­ri­sierte Über­set­zung: /me.

Homo­se­xu­elle in der ara­bi­schen Welt? Sie wur­den vom Wes­ten „erfun­den“. In sei­nem Buch Desi­ring Arabs ver­sucht Joseph Mas­sad, ein Jor­da­nier paläs­ti­nen­si­scher Her­kunft und Asso­zi­ier­ter Pro­fes­sor an der Columbia-Universität, dem Pro­zess nach­zu­ge­hen, durch den die in den USA ent­stan­dene Schwu­len­be­we­gung in einer homo­se­xu­el­len Iden­ti­tät resul­tierte und sich mühte, sie jenen Ara­bern auf­zu­drän­gen, die Bezie­hun­gen mit Per­so­nen ihres eige­nen Geschlechts unter­hal­ten. Ein Pro­zess, der laut Mas­sad den Gelei­sen des west­li­chen Impe­ria­lis­mus folgt. […] (Click here to continue…)

No Homo

Zu mei­nen letz­ten Bei­trä­gen hab ich via E-Mail ein amü­san­tes Musik­vi­deo zuge­sandt bekom­men, das eigent­lich ganz gut in die Debatte passt — und das ich euch natür­lich nicht vor­ent­hal­ten möchte! ;)

Der Westen und der Orientalismus der Sexualität (Einleitung)

Seit eini­gen Jah­ren befin­det sich eine Reihe neu­rech­ter Publi­zis­ten auf dem Kreuz­zug gegen Joseph Mas­sad, der an der New Yor­ker Columbia-Universität moderne ara­bi­sche Poli­tik und Geis­tes­ge­schichte lehrt und mit Colo­nial Effects (2001), The Per­sis­tence of the Palesti­nian Ques­tion (2006) und Desi­ring Arabs (2007) bereits drei Bücher zu post­ko­lo­nia­len The­men ver­öf­fent­lichte. Der Ver­such, seine Fest­an­stel­lung (tenure) als Assis­tenz­pro­fes­sor zu hin­ter­trei­ben, etwa durch die bel­li­zis­ti­sche Watchdog-Organisation „Scho­lars for Peace in the Middle East“ (der u.a. auch Mat­thias Künt­zel ange­hört), erwies sich am Ende jedoch als fol­gen­los. Die Uni­ver­si­tät ließ sich durch den Druck der Neo­kon­ser­va­ti­ven nicht korrumpieren.

Der Haupt­grund für die Oppo­si­tion gegen den in Jor­da­nien gebo­re­nen Poli­tik­wis­sen­schaft­ler ist recht unzwei­fel­haft seine christlich-palästinensische Her­kunft und seine damit in Ver­bin­dung ste­hende Kri­tik am Zio­nis­mus, die ihm — wie üblich — den Vor­wurf des „neuen Anti­se­mi­tis­mus“ ein­ge­tra­gen hat. Als letz­ter Aus­lö­ser der Kam­pa­gne gegen Mas­sad erwies sich jedoch sein Auf­se­hen erre­gen­der Essay „Re-Orienting Desire: The Gay Inter­na­tio­nal and the Arab World“ (Public Cul­ture, 14/2002), der dem Autor sogar ein eige­nes Dos­sier auf Daniel Pipes berüch­tig­ter Denunzianten-Seite Cam­pus Watch bescherte. Und eine kleine Gruppe beflis­se­ner Neocon-Imitatoren aus Öster­reich trug Mas­sads Ruf als schlim­mer Post­ko­lo­nia­list und Feind des „freien Wes­tens“ sogar bis in (anti)deutsche Gefilde — obwohl er ins Deut­sche noch über­haupt nicht über­setzt wor­den war. (Click here to continue…)

A Gay Foreigner in Damascus

Ein Arti­kel im Spec­ta­tor nimmt den Fall des von einem Ame­ri­ka­ner gefak­ten Blogs „A Gay Girl in Damas­cus“ zum Anlass, den ori­en­ta­lis­ti­schen west­li­chen Blick auf „Homo­se­xua­li­tät“ in ara­bi­schen Län­dern zu hin­ter­fra­gen – obwohl er sich ihm selbst nicht ganz ent­zie­hen kann. In Anleh­nung an den palästinensisch­stämmigen Poli­tik­pro­fes­sor Joseph Mas­sad kri­ti­siert er dabei am Ende auch das pseudo-emanzipatorische Ansin­nen west­li­cher Les­ben– und Schwulen­organisationen, die es nicht las­sen kön­nen, den ara­bi­schen Bevöl­ke­run­gen ihre eigene iden­ti­täre Matrix auf­zu­zwän­gen:

I was well aware of Syri­ans’ repu­ta­tion for being extra­or­di­na­rily wel­co­m­ing and fri­endly, even by Arab stan­dards; but even I wasn’t quite pre­pa­red for the frank opening salvo from the hand­some young guy sit­ting next to me. ‘Are you active or pas­sive?’ he asked me.

It tur­ned out that the cof­fee shop — packed with men of all ages and types, from English-speaking teen­agers to elderly Bedouins — was a pick-up joint. Two other nearby rams­hackle cof­fee shops ser­ved the same func­tion, as did the only (packed) local bar. The city’s public parks, more­over, were 24-hour cru­i­sing areas, resem­bling not­hing if not Rus­sell Square in its 1980s heyday. (Click here to continue…)

The Fire That Burns (Trailer)

Muss ick mir ma runterladen!


The Fire That Burns = Gay The­med Preview

Missionaries of Hate: Uganda, „Kill the Gays“ und die christliche US-Rechte

In den nächs­ten 48 Stun­den könnte die Ent­schei­dung über die sog. „Kill the Gays“ Bill fal­len, ein Gesetz­ent­wurf in Uganda, der lebens­lange Haft für ein­fa­che und die Ein­füh­rung der Todes­strafe für „erschwerte“ Homo­se­xua­li­tät vor­sieht. Eine Online-Petition, die bereits 300.000 Men­schen unter­zeich­net haben, for­dert Prä­si­dent Yoweri Muse­veni auf, sein Veto gegen das Gesetz ein­zu­le­gen. (Wäre schön, wenn du das auch unterschreibst!)

Der fol­gende Doku­men­tar­film beleuch­tet auf 45 Minu­ten die Hin­ter­gründe des Geset­zes und die Ver­stri­ckung US-amerikanischer Fun­da­men­ta­lis­ten — jener Mis­sio­na­ries of Hate, die dem Film den Titel gaben — in die Ver­brei­tung einer fana­ti­schen, reli­giös ideo­lo­gi­sier­ten Form von Homo­pho­bie in Afrika.

Neokonservative Homophobie

Zwei Kom­men­tare aus dem trans­at­lan­ti­schen Kriegs­blog „Fact — Fiction“.

Saudi Arabia: Kingdom in the Closet

Wie lebt es sich als — in unse­ren Begrif­fen — „Schwu­ler“ in Sau­di­ara­bien? Die Jour­na­lis­tin Nadya Labi hat das für einen außer­ge­wöhn­li­chen Arti­kel in der Zeit­schrift The Atlan­tic etwas genauer recherchiert:

The King­dom in the Closet

SODOMY IS PUNISHABLE BY DEATH IN SAUDI ARABIA, BUT GAY LIFE FLOURISHES THERE. WHY IT IS “EASIER TO BE GAY THAN STRAIGHT” IN A SOCIETY WHERE EVERYONE, HOMOSEXUAL AND OTHERWISE, LIVES IN THE CLOSET

[…] When Yas­ser hit puberty, he grew attrac­ted to his male cou­sins. Like many gay and les­bian teen­agers ever­y­where, he felt iso­la­ted. “I used to have the fee­ling that I was the quee­rest in the coun­try,” he recal­led. “But then I went to high school and dis­co­vered there are others like me. Then I find out, it’s a whole society.” (Click here to continue…)

Globalizing Homophobia

An English trans­la­tion of the first chap­ter of Die Ver­trei­bung aus dem Serail („The Evic­tion from the Seraglio“) has become avail­able on MRZine:

After Sep­tem­ber 11th, 2001, one of the libe­ral justi­fi­ca­ti­ons for the mili­tary inter­ven­tion against Afgha­nis­tan was the opp­res­sion of women, but also of gays, by the Tali­ban. People in Europe and the USA recei­ved with shock the news that same-sex cou­ples were publi­cly exe­cu­ted in the Kabul Sta­dium by brin­ging down a wall upon them that was con­struc­ted solely for this pur­pose. Others, howe­ver, poin­ted out that not only in the coun­tries com­pri­sing the „Axis of Evil,“ but also among a few allies of the USA, the per­se­cu­tion of homo­se­xu­als has been ele­va­ted to a rai­son d’état. Hor­ror reports from Saudi Ara­bia and Egypt tell of dra­co­nian mea­su­res against men who are sus­pec­ted of same-sex activities. […]

Given this crude example, are we not obli­ga­ted to con­cede the unmistaka­ble supe­rio­rity of the „impe­ria­list“ West in mat­ters con­cerning indi­vi­dual rights and sexual tolerance? Is it not sim­ply true that the USA and Europe are the gua­ran­tors of civil free­dom world­wide? In the fol­lo­wing, I want to pro­vide a few argu­ments as to why this view, at least from a long-term per­spec­tive, is fun­da­men­tally pro­ble­ma­tic. For, his­to­ri­cally, it was the West its­elf that inspi­red by its own example these hete­ro­nor­ma­tive rela­ti­ons of violence.

Vote for it on red­dit!

Fact Check §175

Bei mei­nem letz­ten Vor­trag in Bochum wurde mir in sug­ges­ti­vem Ton die Frage gestellt, wann es denn das letzte Mal in der BRD ein Ver­ur­tei­lung wegen §175 StGB (Homo­se­xu­elle Hand­lun­gen) gege­ben habe. Die Ant­wort, dass der Para­graph bis zuletzt, d.h. bis 1994, von deut­schen Gerich­ten auch tat­säch­lich ange­wandt wurde, löste meh­rere ungläu­bige Nach­fra­gen aus. Des­we­gen als Beleg hier noch mal der Link auf den (von mir mit­ver­ant­wor­te­ten) Wikipedia-Artikel zum 175er mit den ein­schlä­gi­gen Jahres-Kriminalstatistiken.

Hier­bei las­sen sich zwei his­to­ri­sche Ein­schnitte fest­stel­len: eine Explo­sion (Ver­zehn­fa­chung) der Fall­zah­len im Jahr 1935, als der Para­graph vom Bei­schlaf­ver­bot auf ein Total­ver­bot „homo­se­xu­el­ler“ Hand­lun­gen unter Män­nern, ein­schließ­lich lei­den­schaft­li­chen Küs­sens oder gegen­sei­ti­gen Mas­tur­bie­rens, aus­ge­dehnt wurde. Zur Erfül­lung des Tat­be­stands war seit­dem nicht ein­mal mehr eine phy­si­sche Berüh­rung erfor­der­lich. Es genügte, wenn „objek­tiv das all­ge­meine Scham­ge­fühl ver­letzt und sub­jek­tiv die wol­lüs­tige Absicht vor­han­den war, die Sin­nes­lust eines der bei­den Män­ner oder eines Drit­ten [zu] erre­gen“. (Click here to continue…)


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Buchtipp

Die Vertreibung aus dem Serail

On Tour/Vorschau

  • Mi, 3. Jul. : Die Seele als Gefängnis des Körpers. Homophobie und Psychoanalyse im Werk von Theodor W. Adorno. Jena.

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