Archive for the ‘Drop the bomb!’ Category

Bellizistische dpa-Ente: Putin lädt doch keine „Rechspopulisten“ ein

Samstag, März 15th, 2014

Laut SPIEGEL/dpa vom 12.03.2014 hat „Russland“ europäische Rechtspopulisten als Wahlbeobachter für das Referendum auf der Krim angefragt. Die Meldung wird mittlerweile von Dutzenden Zeitungen ungeprüft weiterverbreitet. Schließlich möchte man den Makel loswerden, beim Umsturz auf dem Maidan die Augen vor den rechtsextremen Kräften verschlossen zu haben. Das erreicht man am besten, indem man den Ball an Russland weitergibt. Ist nicht Putin der wahre Faschist?

Allein, an der Meldung ist kaum etwas wahr. Die Einladung ging keineswegs von „Russland“ aus, falls damit der Kreml gemeint sein soll, sondern von der aus Brüssel, Paris, Moskau, Sotschi und Kischinau operierenden, aber rein französischsprachigen NGO „Eurasian Observatory for Democracy and Elections“ (EODE) des belgischen Rechtsextremisten Luc Michel. So übereinstimmend die internationale Presse etwa hier und hier.

Offensichtlich hat sich niemand die Mühe gemacht, die dpa-Meldung zu recherchieren, bevor er auf den Share-Button gedrückt hat. Dabei ist sie in der Form, wie sie DER SPIEGEL verbreitet, so unglaubwürdig, dass nicht mal der außenpolitische Sprecher der CDU, Philipp Mißfelder, darauf hereinfällt. Die Machtübernahme durch die Faschisten in Kiew, in deren Foren auch mal zur physischen Liquidierung aller russischsprachigen Intellektuellen des Landes aufgerufen wird, ist schließlich einer der wesentlichen Gründe für die Abspaltung der Krim. Warum also sollte sich die russische Regierung selber kompromittieren, indem sie mit den Gesinnungsgenossen der neuen ukrainischen Regierung zusammenarbeitet?

Allein, wir wissen: das erste Opfer des Krieges ist immer die Wahrheit.

Der „Irre“ von Teheran …

Mittwoch, Februar 29th, 2012

… verübt einen islamistischen Anschlag auf die Nürnberger Rostbratwurst!

Ahmadinejad
Die Online-Ausgabe der BILD-Zeitung weiß Genaueres:

Nürnberger Fleischer warnen vor teureren Bratwürsten, weil die Preise für die als Wursthülle gebrauchten Schafsdärme steigen. Der Iran ist einer der wich­tigs­ten Lie­fe­ran­ten – doch wegen Sank­tio­nen und dem da­durch sin­ken­den Le­bens­stan­dard wer­den dort immer we­ni­ger Scha­fe ge­schlach­tet. Der Preis für 90 Meter Schafs­darm (reicht für 1000 Würs­te) stieg in 18 Mo­na­ten von 6,30 auf 17,20 Euro!

Jetzt verlangen diese fanatischen Preistreiber also tatsächlich 1 Cent mehr pro Wurst!

Berlin: Einladung zur Buchvorstellung

Sonntag, September 4th, 2011

Karriere eines konstruierten Gegensatzes: zehn Jahre «Muslime versus Schwule». Sexualpolitiken seit dem 11. September 2001

Do., 08.09.2011 · 10:30 – 11:30 | Café Kotti, Adalbertstr. 96 (Empore)

9-11Die Anschläge vom 11. September 2001 und der dann einsetzende «Krieg gegen den Terror» haben die Weltordnung nachhaltig verändert. Sowohl im internationalen als auch im innenpolitischen Diskurs sind «die Muslim_innen» zu einer homogenen Gruppe zusammengefasst und «dem Westen» gegenübergestellt worden. Insbesondere Menschen aus der Türkei, arabischen Ländern, dem Iran und anderen Ländern des Mittleren Ostens sind zur einheitlichen Gemeinschaft ernannt worden.

Die Rechte von Frauen und Homosexuellen haben im gleichen Zeitraum – und durchaus im Zusammenhang damit – eine beachtliche Aufwertung erhalten. Während im «Westen» zumindest einzelne Erfolge der Emanzipations­bewegungen sichtbar wurden, schien es um die sexuelle Selbstbestimmung in mehrheitlich muslimischen Ländern und innerhalb als muslimisch definierter Migrant_innen-Gruppen in Westeuropa schlecht bestellt zu sein. Sexismus und zum Teil auch Homophobie dienten so auch als Legitimation für außenpolitische, zum Teil militärische Interventionen und für rassistische Kampagnen im Inland. Aus einer kritischen Perspektive wurde anfangs von „Islamophobie“ gesprochen, heute warnen selbst amtliche Stellen vor „antimuslimischem Rassismus“.

„Karriere eines konstruierten Gegensatzes: zehn Jahre «Muslime versus Schwule». Sexualpolitiken seit dem 11. September 2001“ blickt zurück auf die letzte Dekade und schaut auf die Überlappungen von feministischen und queeren Debatten mit den Entwicklungen in der Mehrheitsgesellschaft. Sie geht der Frage nach, ob/wie die relativen Erfolge von Frauen- und Homosexuellen-Emanzipationsbewegungen unter anderem durch rassistische Rückschritte erkauft wurden. Nicht zuletzt weist sie den Weg für einen Aktivismus, der gesellschaftliche Emanzipation befördert, anstatt benachteiligte Gruppen gegeneinander in Stellung zu bringen.

Die von Koray Yılmaz-Günay herausgegebene Broschüre (in Buchform) enthält unter anderem Beiträge von:

Markus Bernhardt – Zülfukar Çetin – Jin Haritaworn – Andreas Hieronymus – Alexander King – Georg Klauda – Jennifer Petzen – Dirk Ruder – Saideh Saadat-Lendle – Hilal Sezgin – Yasemin Shooman – Salih Alexander Wolter.

» Infos und Bestellung

Ideologische Kindersoldaten der NATO

Mittwoch, Mai 25th, 2011

In meiner Kindheit haben wir immer den folgenden Reim gesungen: „Benni, geh doch zur Bundeswehr / Benni, hol dir ein Schießgewehr / Benni, dann schießt du alle tot / Benni, du bist ein Voll…“ Nicht anderes fällt mir dazu ein:

Worüber die jW nicht schreibt ist, dass sämtliche Änderungsanträge aus NRW und Hamburg, die die gegenwärtigen Kriege als “neo-imperialistisch” einschätzen, keine Mehrheit gefunden haben. Die Arbeit des BAK Shalom zeigt Wirkung!

Palästinensische Queers wehren sich gegen „Pinkwashing“ von Kolonialismus und Krieg

Freitag, Dezember 17th, 2010

Am 2. bis 4. Dezember fand an der Humboldt-Universität in Berlin die Konferenz Fundamentalism and Gender statt. Ich gehöre leider nicht zum erlauchten Kreis derjenigen, die von solchen Veranstaltungen schon vorab erfahren. Und meistens auch hinterher nur, wenn es einen handfesten Skandal gegeben hat. So wie auch diesmal anlässlich der Einladung von Jasbir Puar, deren Buch Terrorist Assemblages ich hier zuhause – leider noch ungelesen – herumliegen habe.

Puars umstrittener Vortrag mit dem Titel „Beware Israeli Pinkwashing“ richtete sich gegen den Versuch der Instrumentalisierung palästinenscher „Lesben und Schwuler“ mit dem Ziel, Unterstützung für die Kriegs- und Besatzungspolitik des Staates Israel einzuwerben. Hierbei handelt es sich um eine altbekannte Kritik, seit Blair Kuntz im August 2006 seinen Aufsehen erregenden Essay „Queer as a Tool of Colonial Oppression: The Case of Israel/Palestine“ auf ZNet veröffentlichte. Als besonders degoutant erscheint diese Instrumentali­sierung vor allem deshalb, weil Israel palästinensischen „Queers“ noch in keinem einzigen bekannten Fall Asyl gewährt hat, während es das Thema propagandistisch ausschlachtet, um sich selbst als Leuchtfeuer der Menschrechte zu feiern – und so darüber hinwegzutäuschen, dass es diese Rechte in den palästinensischen Gebieten als Besatzungsmacht regelmäßig mit Füßen tritt. (mehr …)

Wie kann man nur Afghane sein? Eine US-Studie impft Soldaten gegen die paschtunische „Homosexuellen“-Kultur

Dienstag, August 31st, 2010

Eine von Fox News im Januar 2010 vorgestellte Forschungsstudie des US-Militärs thematisiert zum ersten Mal das notorisch homophobe Verhalten amerikanischer Soldaten gegenüber afghanischen Männern. Im Zentrum steht jedoch, wie zu erwarten, nicht die kritischen Reflexion eigener gesellschaft­licher Normen, sondern die Aufforderung an die Soldaten, „eine wichtige soziale Kraft, die der paschtunischen Kultur zugrundeliegt“, richtig zu verstehen und entsprechend exotistisch einzuordnen.

The study, obtained by Fox News, found that Pashtun men commonly have sex with other men, admire other men physically, have sexual relationships with boys and shun women both socially and sexually — yet they completely reject the label of „homo­sexual.“

Nicht dass die US-amerikanischen Soldaten „homo“ und „gay“ als Beleidi­gungen einführen, um die männliche afghanische Bevölkerung nach den Kategorien von „normal“ und „anormal“ durchzusortieren, sondern dass sich paschtunische Männer allen Ernstes weigern, sich mit diesen Beleidigungen positiv zu identifizieren, stellt für die Studie (oder zumindest Fox News) das eigentlich Bemerkenswerte dar. So wird der Schwarze Peter für die homo­phoben Ausflipper amerikanischer Soldaten einfach an die afghanische Gesell­schaft weitergegeben. (mehr …)

A history timeline of American Imperialism

Montag, Juli 5th, 2010

Es ist ja seit zehn Jahren so richtig aus der Mode gekommen, in der „radikalen“ deutschen Linken noch von Imperialismus zu sprechen – nur weil Antiimperialisten, zugegebenermaßen, nicht immer alle Tassen im Schrank haben.

Deshalb ein paar simple Fakten, wovon da eigentlich abstrahiert wird – und wofür diese Linke nicht mal mehr ein Lexem besitzen zu müssen glaubt:

„Yes, I’m a little bit fascist“

Donnerstag, Mai 13th, 2010

Israeli tourists watch Gaza massacre from the „Hill of Shame“:

via mondoprinte

Collateral Murder

Dienstag, April 6th, 2010

Im Ring: Peter Decker vs. Freunde des imperialistischen Kriegs

Dienstag, März 23rd, 2010

Ich schließe meinen Blog-Zyklus zum Thema Krieg, Okkupation und Siedlungspolitik – von dem einige glauben, ich hätte damit das Höllentor zum „neuen Antisemitismus“ geöffnet – nicht ab (allgemeines Auftatmen!), ohne noch dieses erheiternde MP3-Audio einer Diskussion zwischen Peter Decker und zwei jungen Antideutschen hinterherzuschieben. Dass auch ich meine Differenzen mit dem GegenStandpunkt habe, dürfte bekannt sein. Aber manche Diskussionen haben einfach Kult-Status, und richtige Argumente sind natürlich auch dabei. Vor allem aber ist es, zumindest in diesem Fall, einfach wahnsinnig unterhaltsam!

Peter Decker vs. antideutsche Kriegsfans

Die 17-minütige Unterdiskussion, die ich für diesen Blog-Eintrag herausgeschnitten habe, schließt an einen Vortrag an, der am 5. Oktober 2006 in Nürnberg anlässlich des Libanon-Kriegs gehalten wurde. Der Vortrag, betitelt: „Das grenzenlose Sicherheitsbedürfnis Israels und sein Nutzen für die amerikanische Kontrolle der Welt“, wird als Audio auf Argudiss gehostet und kann dort komplett heruntergeladen werden. Die Argumente habe ich nicht geprüft und übernehme daher keine inhaltliche Verantwortung! 😉