Archive for the ‘Aus aktuellem Anlass’ Category

On Charlie Hebdo and „Friends“

Dienstag, Januar 13th, 2015

1. Charlie Hebdo and the hypocrisy of pencils
pencils

To the victims of military occupation; to the people in the houses that bore the brunt of ’shock and awe‘ bombing in Iraq; to those whose bodies were disfigured by white phosphorous and depleted uranium […] — what but cruel mockery is the contention that Western ‚civilisation‘ fights its wars with the pen and not the sword? […] Of course the pen has played its role as well. The pens that signed the endless Patriot Acts, anti-terror laws and other bills that entrenched police harassment and curtailed civil rights. The pens of the newspaper editorialists who whip up round after round of hysteria, entrenching anti-Muslim prejudice and making people foreigners in their own country. But the pens of newspaper editors were strong not by virtue of their wit or reason, but insofar as they were servants of the powerful and their guns.

2. Understanding Charlie Hebdo cartoons

The French satirical magazine Charlie Hebdo has received a lot of attention after the recent attacks at their office. Some of the criticism directed at Charlie Hebdo is uncalled for and inaccurate. This website tries to explain the cartoons within the context they were published so that they may be better understood.

3. Je suis hypocrite: These ’staunch defenders‘ of the free press rallied in solidarity with Charlie Hebdo in Paris

4. The Charlie Hebdo cartoons no one is showing you

Homophobe Verfolgung unter der As-Sisi-Diktatur

Montag, Dezember 8th, 2014

Paper Bird berichtet über die Rolle der ägyptischen Fernsehjournalistin Mona Iraqi, die mit den Sicherheitskräften zusammenarbeitet, um die staatliche Repression auf die schwule Subkultur in Kairo zu lenken. Zu diesem Zweck versuchen der Diktatur nahestehende Medien, eine mit Verschwörungstheorien garnierte „Landkarte der Anormalen“ in Ägypten zu zeichnen:

The source also added that sexual perverts live in Egypt hidden and discreet from all sides, like night bats, and they appear under the name ‚gay‘ [transliterated in Arabic]. You will find that each and every one has a name different from his original name, by which they call each other. There are nicknames like Oum el Ali, Oum el Farouk, Oum El Susu, Oum el Fadi [nicknames for mothers in Arabic]. …. That helps them forget their masculinity and appear feminine and arouses the instinct that they have.

Als sie die Kommunisten holten…

Montag, März 17th, 2014

Dnipropetrowsk (Ukraine). Eine Gruppe von Männern skandiert: „Kommunist – an den Galgen!“ und verfolgt einen unbekannten Mann, der mit „Bandera – Schw***el“ darauf antwortet. (Der Nazi-Kollaborateur Stepan Bandera gilt trotz oder wegen seiner Verantwortung für das Massaker von Lemberg, bei dem noch vor dem Einmarsch der deutschen Truppen 7.000 Juden und Kommunisten erschlagen wurden, in der neuen Ukraine als derzeit meistgefeierter Nationalheld.)

Am Donnerstag beschloss das Parlament, aus diesen rechten „Aktivisten“ eine 60.000-Mann-starke Nationalgarde zu formen, die von Andriy Parubiy (1991 Gründer der ukrainischen Nazi-Bewegung SNPU, dem Vorläufer der heutigen Regierungspartei Swoboda) und Dmytro Yarosh (Rechter Sektor, paramilitärischer Arm der Nazibewegung) befehligt wird.

Siehe auch Pressemitteilung der KPRF: „The secretary of the communist party of Lviv tortured by the fascists in Ukraine

Überwachen und Bestrafen: Heinz Buschkowskys Buch „Neukölln ist überall“ (Berlin)

Mittwoch, November 14th, 2012

vorgestellt von Anne Seeck und Karl-Heinz Schubert

Der Neuköllner Bürgermeister, Heinz Buschkowsky, ist dafür bekannt, dass er kein Blatt vor den rassistischen Mund nimmt – so auch in seinem Buch „Neukölln ist überall“. Das stört sogar einige seiner sozialdemokratischen Parteifreunde. Was sie nicht stört, sind seine Vorschläge des Überwachens und Bestrafens, die den kapitalistischen Umbau profitträchtiger Stadtteile in Neukölln und anderswo vorbereiten, fördern und absichern sollen.

Anknüpfend an den Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung soll zunächst gezeigt werden, welches Ausmaß an sozialen Verwerfungen in den heutigen Zeiten der Krise entstanden ist. Speziell in Nordneukölln, wo es sich für das mit Immobilien spekulierende Kapital von der Lage und der Bausubstanz her lohnt zu investieren, wohnen heute Menschen, die als potentielle Kunden für den zukünftigen Nordneuköllner Immobilienmarkt nicht mehr in Frage kommen.

Wir werden dann anhand des Buches „Neukölln ist überall“ darstellen, dass sozialdemokratische Stadtpolitik in der Lesart von Heinz Buschkowsky bedeutet, eine Wohnbevölkerung so abzurichten, dass sie den kapitalistischen Stadtumbau akzeptiert, ihn mitträgt und die Vertreibung widerständiger und/oder nicht zahlungsfähiger BewohnerInnen begrüßt. Buschkowsky nennt dies „Integration aller in unser Wertesystem“. (mehr …)

Offene Worte an die Veranstalter_innen des t*CSD

Donnerstag, Juni 21st, 2012

Der diesjährige transgeniale CSD: Erst ein Werbevideo machen, in dem jemand das Schild «Queer gehört niemandem!» hochhält. Und dann schwulen Antifas einen Antirepressions-Stand verweigern, weil sie angeblich «nicht queer» seien. Irgendwie sehr widersprüchlich, findet ihr nicht auch? Und überhaupt: Ist dieses Queer-Dingens jetzt so etwas wie die neue Orthodoxie? Darf man an eurem CSD nicht mehr teilnehmen, wenn man sich dieses Gummiwort nicht überstülpt und einen entsprechenden Habitus an den Tag legt? Wenn dem so ist, dann soll diese hippe Gender-Szene doch einfach unter sich feiern. Ich geh dann dort auch nicht mehr hin.

Wenigstens muss ich mich so nicht mehr über eure Plakate ärgern – etwa jenes, auf dem, neben einem Execution-Porn-Foto aus dem Iran, «Fighting against Killing Homosexuals in the Middle East» steht. Was soll das aussagen? Dass in eurem orientalistischen Weltbild das Mullah-Regime mit dem gesamten Nahen Osten identisch ist? Dass außerhalb des Nahen Ostens keine LGBTs umgebracht werden? Und als wäre es angesichts des seit Jahren von bürgerlichen Lobbygruppen geschürten Rassismus in der lesbisch-schwulen Szene, wo Leute öffentlich bespuckt werden, die sich aufgrund ihres Klassenbewusstseins gegen kulturelle Essentialismen stellen (so geschehen mit Genossen der DKP queer während des Motzstraßenfests), nicht schon übel genug, für euer Mobilisierungsvideo ein Plakat auszuwählen, das mit homogenisierenden Zuschreibungen an eine sehr heterogene Region arbeitet, untertitelt ihr das Ganze dann auch noch suggestiv mit dem Wort «antifaschistisch»!

Der Antifa-Charakter des transgenialen CSD macht sich für euch also daran fest, dass ihr – in der Terminologie der internationalen Kriegspropaganda – gegen «Islamfaschismus» demonstriert? Na, dann wundert es mich überhaupt nicht mehr, dass ihr schwule Antifas, die wirklich – und nicht nur qua Einfühlung in westliche Bomberpiloten – gegen faschistische Tendenzen vorgehen; die um praktische Solidarität für einen Genossen bitten, der wegen seiner politischen Aktivitäten zurzeit in Untersuchungshaft sitzt; die schon allein deshalb wesentlich plausibler an die Tradition des Aufstands in der Christopher Street anknüpfen, weil sich dieser nicht abstrakt gegen «Homo- und Transphobie», sondern gegen die konkrete Drangsalierung durch die «Bullenschweine» richtete; dass ihr solche Leute bei eurem «Queer»-Spektakel nicht dabei haben wollt.

Sagt’s doch bitte frei heraus, wenn es der Antiimperialismus ist, der euch an unseren Genossen stört. Aber schiebt nicht solche absurden Begründungen vor wie die, dass sie nicht «queer» wären, während ihr gleichzeitig damit hausieren geht, dass dieses Konzept «niemandem gehört». Aber meinetwegen dürft ihr es gerne behalten!

„So funktioniert die linksextreme Mafia“ (Springer/B.Z.)

Montag, April 18th, 2011

Nachdem die B.Z. gestern unter dem Titel: „So funktioniert die linksextreme Mafia“ eine siebenteilige Serie über die autonome Szene in Berlin angekündigt hat, liefert das Springer-Blatt heute ein erstes Schaubild über „Das geheime Netz der linken Chaoten“. Man beachte auch die Box unten links!

B.Z.: "Das geheime Netz der linken Chaoten"

B.Z.: "Das geheime Netz der linken Chaoten"

Anklicken für Vollbild!

Was aus Fukushima zu lernen wäre

Montag, März 14th, 2011

Der Blog Hintergrundstrahlung fasst prägnant zusammen, was man an staats- und gesellschafts­kritischen Einsichten aus dem gegenwärtigen Atom-Desaster in Japan mitnehmen kann:

  1. „Kein vernünftiger Mensch würde unter den technisch möglichen Mitteln ausgerechnet eines auswählen, das ihn im besten Fall langsam, im schlimmsten akut verstrahlt, um sich mit benötigtem Strom zu versorgen. Das tut auch niemand, denn diese Entscheidung fällen Regierende, die damit erklärtermaßen Ziele wie ‚Energie­sicherheit‘ und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft verfolgen. Nur als nationales Konkurrenzmittel macht Atomkraft Sinn.“
  2. „Das Risiko großflächiger Verstrahlungen und deren Folgen einzugehen, ist Wahnsinn. (Ebenso wie die Schaffung eines unentsorgbaren Atom­müllbergs.) Und doch stellt […] eine ganze gesellschaftliche Bewegung offensichtlich nicht die Frage, warum dieser Wahnsinn betrieben wird.“
  3. „Über solche nationale Fragen wird nicht per Wahl entschieden, am wenigsten bei dieser Größenordnung. Atomgegner können die Grünen wählen, AKWs können sie damit nicht abschalten. Schließlich kennen alle demokratischen Parteien noch einige andere Entscheidungs­kriterien als die Verstrahlungsgefahr für ihre Bürger und schalten dann ab, wenn SIE das für richtig halten.“
  4. „Dass kapitalistischen Konkurrenznationen das ‚Restrisiko‘ eines Super-GAUs die Sache wert ist, solange es ihren Zwecken dient, ist keine Neuigkeit. Anschaulich wird aber, was ein moderner, kapitalistischer und demokratischer Staat seinen Einwohnern zuzumuten bereit ist.“

Für Neo

Dienstag, Januar 18th, 2011

… der gerade an einer ziemlich üblen Form des Sprechdurchfalls erkrankt ist (die Ärzte gehen bereits von Morbus Wertmüller aus).

Da es ihn – obwohl wir uns kaum kennen – nach Pflege und Zuwendung von meiner Seite verlangt, sende ich ihm via Äther ein paar musikalische Streichel­einheiten:

Alles wird gut, unbekannter Neo! Wir lieben und drücken dich. <3

GLADT e.V.: Protestaufruf gegen Kelek und Sarrazin

Samstag, August 28th, 2010

Kommenden Montag stellt Necla Kelek das Buch von Thilo Sarrazin vor, in dem er seine rassistischen Äußerungen zusammenfasst und zuspitzt. GLADT e.V. ruft dazu auf, sich an dem angemeldeten Protest dagegen zu beteiligen:

30. August 2010, 10:00 Uhr
Haus der Bundespressekonferenz
Schiffbauerdamm 40
(in der Nähe vom Bundestag)

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Freitag, April 9th, 2010

Eisernes Kreuz
(via)

Dazu ein schöner Trauermarsch:

http://www.youtube.com/watch?v=ms8SOudyySM