Ein neuer Beitrag im ak widmet sich dem Verhältnis von »Religionskritik, Marxismus und der Geschichte des antiklerikalen Kulturkampfs in Deutschland«:

Wenn die maßlose Hetze gegen Muslime heute mit Religionskritik gerechtfertigt wird, dann ruft das keine marxistischen Traditionen wach, sondern die schlimmsten Exzesse des deutschen Liberalismus im Umgang mit seinen selbstgeschaffenen »Anderen«. Es ist genau jene Linke, die die Klassenfrage preisgegeben hat, welche sich jetzt ohne Umschweife daran beteiligt, die Folgen sozialer Desintegration durch Hartz IV in einen Ausdruck zivilisierungsbedürftiger Fremdheit, Rückständigkeit und mangelnder Anpassungsbereitschaft umzudeuten. Dafür steht ihr Projekt der »Islamkritik«, das mit dem Bedürfnis nach Kriegslegitimation begann und in einem disziplinären Projekt für die Unterschichten endet.