Akademie Waldschlösschen bei Göttingen, 5. bis 7. Dezember 2014:

Politiken in Bewegung: Die Emanzipation der Homosexuellen im 20. Jahrhundert

Das 20. Jahrhundert wurde zum geschichtlich einzigartigen Zentenarium homosexueller Emanzipationsbewegungen. Viele Impulse gingen dabei – trotz anhaltender Widerstände und dramatischer Rückschläge – von den Homosexuellenbewegungen in Deutschland aus.

Die fünfte Tagung zur Geschichte zur Geschichte der Homosexuellen in Deutschland seit 1945 greift diesmal weit zurück und fragt: Wie haben sich die Emanzipationspolitiken seit Beginn des 20. Jahrhundert verändert?

Wir spannen den Bogen von der Jahrhundertwende, als sich das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee 1897 mit einer Petition erstmals an die Politik wandte bis zu den 1980er und 90er Jahren, als die Schwulen- und Lesbenbewegung in die Politik drängte, und wollen erkunden, wie sich die Homosexuellenbewegungen politisierten und wie sich Politiken der Homosexuellenbewegungen veränderten.

Was machte den Organisationsprozess von Homosexuellen zur sozialen Bewegung und wer waren ihre Akteure? Was einte die Engagierten? Welche Ziele wurden angestrebt, welcher Mittel bedienten sich die Aktivist/innen und was haben die Emanzipationsbestrebungen unter den jeweils gegebenen Umständen erreichen können? Waren sie „anders als die anderen“ sozialen Bewegungen?

Auseinandersetzungen über die Frage nach den jeweils besseren Emanzipationsstrategien führten immer auch zum Streit zwischen Gruppierungen der Homosexuellenbewegung und hielten die Debatten um Homosexuellenpolitik fortwährend in Bewegung. Welche Themen erhitzen zu welcher Zeit die Gemüter? Welche Emanzipationsziele standen wann im Vordergrund? Welche Politikwechsel gab es? Wie bewerten wir heute die unterschiedlichen Bewegungsformen und Politikentwürfe?
Mit Forschungen von Historiker/innen, Politolog/innen und Soziolog/innen wollen wir ein Jahrhundert Bewegungsgeschichte beleuchten.

Flyer mit Themen und Referent_innen zum Download hier.