Wenn es um den Nahostkonflikt geht, dann wird aus bundesdeutschen Medien schnell eine unerträgliche Mischung aus BILD-Zeitung und Aktueller Kamera. Nun hab ich zufällig die Bücher von Max Blumenthal gelesen und weiß deshalb, dass die Behauptung des SPIEGEL (sowie des englischunkundigen Linksparteipolitikers Gregor Gysi), Blumenthal hätte Israelis in Goliath als „Judäo-Nazis“ bezeichnet, nichts als eine abgefeimte Lüge ist. In Wahrheit handelt es sich dabei um ein Zitat von Prof. Jeschajahu Leibowitz, einem der angesehensten israelischen Naturwissenschaftler und orthodoxen Religionsphilosophen, der trotz seiner vehementen Kritik am Staat und seiner Aufforderung zur massenhaften Kriegsdienstverweigerung von Präsident Ezer Weizmann nach seinem Tod als „eine der größten Gestalten im Leben des jüdischen Volkes und des Staates Israel in den letzten Generationen“ bezeichnet wurde. Blumenthal erzählt Leibowitz‘ heroische Geschichte als Mahner und Warner vor den Folgen der Besatzung und der Legalisierung der Folter, ohne sich dessen Ruf: „Judäonazis existieren!“ in irgendeiner Weise zu eigen zu machen (siehe hierzu Seite 268, dritt- und vorletzter Absatz). Aus einem Zitat, das Blumenthal bringt, um Leibowitz‘ Wirken in der Öffentlichkeit zu illustrieren, wird durch gezielte Verdrehung so auf einmal eine Aussage des Autors in eigener Person. Das ist keine journalistische Berichterstattung, das sind Methoden einer Schmierenkampagne aus finsteren Zeiten.