Archive for Januar, 2014

„Aufbruch in die Steinzeit des Marxismus“

Freitag, Januar 31st, 2014

Kreisch, ich lieg am Boden:

Heute wird in der K9 (Kinzigstraße 9, 19 Uhr) der „Marxismus ohne Klassen“ behandelt. Der Autor Georg Klauda spricht darüber, wie Adorno und „der frühe Lukács“ Marx nicht verstanden hätten, und, so Klauda, statt der Armut nun den von ihnen umdefinierten Warenfetisch in den Blick nahmen. Das sei, sagt Klauda schließlich, „einer der Hauptgründe für die wiedergewonnene Attraktivität der Kritischen Theorie in den neoliberal geprägten 90ern“. Die Kritische Theorie ist also ein Agent des Kapitalismus oder zumindest sein dummer Zuspieler. Dabei, so weiß es der Erzmarxist besser, ist ja alles nur ein Klassenspiel, wenn man das nach der immergleichen Methode immergleich analysiert, findet man zwar auch immer ein paar Widersprüche, die man jedoch als Nebenwiderspruch ignorieren kann. Ist das der Aufbruch in die Steinzeit des Marxismus?

Na, wenigstens bellen genau die Hunde, die man treffen wollte! 😉

Die Veranstaltung wird übrigens am 17.2. um 20:00 Uhr im Stadtteilladen Lunte (Berlin-Neukölln) wiederholt.

Von der Arbeiterbewegung zur Kritischen Theorie: Zur Urgeschichte des „Marxismus ohne Klassen“

Donnerstag, Januar 23rd, 2014

Marxsche Kategorien wie Verdinglichung und Warenfetisch erfahren bei Adorno und dem frühen Lukács eine einschneidende Umdeutung, die von der romantischen Kultur- und Zivilisationskritik ihrer Zeit inspiriert ist. Während sie bei Marx auf das ideologische Verkennen des Klassenverhältnisses bezogen sind, das den bürgerlichen Akteuren als ein äußeres Verhältnis von Sachen erscheint, werden sie hier, anstelle von Armut und Ausbeutung, zum eigentlichen Skandalon. Dass diese Autoren soziale Ungleichheit in die Peripherie des Marxschen Denkens abdrängen, erweist sich dabei nicht nur als grundlegendes Missverständnis, sondern auch als einer der Hauptgründe für die wiedergewonnene Attraktivität der Kritischen Theorie in den neoliberal geprägten 90ern.

Berlin-Friedrichshain
Donnerstag, 30. Januar 2014, 19 Uhr
Café Größenwahn, Kinzigstr. 9
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Let’s talk about class!