Mmh, was passiert eigentlich, wenn ein Präsidentschaftskandidat in den amerikanischen Vorwahlen Stellung gegen Krieg, Folter und Imperialismus bezieht und damit erstaunlich großen Zuspruch von den registrierten Wähler_innen seiner Partei erhält? Mmh, mal überlegen… Das hier?






















so sympathisch der isolationismus der libertarians und/oder paleo-cons angesichts des us-imperialismus auch wirkt: gleichzeitig waren & sind die (teilweise aus rein strategischen gründen offenbar) die gleichen leute in der etablierten us-politik, die sich am offensten rassistisch äußern: http://en.wikipedia.org/wiki/Ron_Paul#Newsletter_controversy
@bigmouth: du hast anscheinend gingrichs statements die letzten zwei wochen nicht mitbekommen. offen rassistisch äußert sich paul übrigens gar nicht, zumindest heutzutage. im gegenteil verurteilt er als einziger republikaner den rassismus seiner mitbewerber. das macht seinen marktradikalismus nicht weniger gefährlich, den teilen aber eigentlich auch alle kandidaten.
@bigmouth: Sorry, aber es ist kompletter Unsinn, Paleocons und Libertarians einfach gleichzusetzen. Paleocons (wie Pat Buchanan) sind fast schon halbe Neonazis, Libertarians dagegen Leute wie – um sich eine ungefähre Vorstellung zu machen: die Produzenten von Southpark, die aufgrund ihres strikten Antiautoritarismus hierzulande von vielen fälschlich für Linke gehalten werden. Und tatsächlich teilen Libertäre mit Linken ja auch eine ganze Reihe gemeinsamer Themen: Antiimperialismus, Antimonopolismus, Skepsis gegenüber Eingriffen des Staates in die Rechte des Einzelnen und schließlich, im krassen Unterschied zu den Paleocons, die Ablehnung konservativer Moralvorstellungen, mit denen Christen in das Leben anderer Leute heineinregieren.
Zwar gibt es auch große Schnittmengen mit der alten Rechten (wieder: der Antiimperialismus, darüber hinaus die Verteufelung des Sozialstaats und der “Anmaßungen” der Zentralregierung in Washington). Der Unterschied ist aber ebenso frappant. Z.B. ist Buchanan ein Schwulenhasser, Ron Paul ein liberaler Kritiker des “Defense of Marriage Act”, weil er findet, dass niemand seine Definition von Ehe durch den Staat anderen aufzwingen sollte. Und Ron Paul betrachtet, wie man an den Videos oben sieht, Martin Luther King und John F. Kennedy als seine Vorbilder – für einen Vertreter der alten Rechten schlichtweg undenkbar.
Insofern ist die Unterstellung, er wäre ein Rassist à la Buchanan, wohl ziemlich an den Haaren herbeigezogen. Die “Newsletter Controversy” ist Teil einer Kampagne, die bei den letzten Vorwahlen von dem halbseidenen Neocon-Journalisten James Kirchick lanciert wurde, um die Fraktion der Kriegsgegner in seiner Partei zu diskreditieren. Ob Ron Paul diese Newsletter, die vor 20 Jahren in seinem Namen verfasst wurden, tatsächlich kannte und die rassistischen Passagen darin gebilligt oder sogar selbst autorisiert hat, ist eine hochspekulative Frage, aber ich finde, hier sollte immer noch die Unschuldsvermutung gelten. Ich persönlich halte es für nahezu ausgeschlossen, weil diese Passagen in völligem Kontrast zu allen seinen sonstigen Äußerungen stehen.
Es geht aber auch gar nicht darum, für Ron Paul Werbung zu machen – er ist ein knallharter Neoliberaler, Antikommunist und Feind der Arbeiterklasse. Doch damit haben die konservativen Medien das allergeringste Problem. Leute wie Michele Bachmann und Sarah Palin, die neben der antisozialistischen Tea-Party-Ideologie auch noch den Fundamentalismus im Programm führen, wurden von konservativen Medien überall hofiert. Es geht darum zu sagen, warum Ron Paul ausgegrenzt wird: aufgrund seiner Verteidigung der Grundrechte, seiner Kritik an Folter, Imperialismus und “präventiven” Angriffskriegen. Und ein bisschen Sympathie – die Art von Sympathie, die ihm Jon Stewart dafür zollt – hat er, der alte Klassenfeind, da schon verdient.
die trennung zw. libertarians und paleos haut nicht so sauber hin, wie du das unterstellst. wo ist dann zB hans-hermann hoppe anzusiedeln? und seit wann ist der auf der einen seite, wann war er auf der anderen, und wo verläuft die grenze?
die trennung lässt sich aus einem grund nicht sauber ziehen: irgendwann checken die meisten, dass die “naturrechts”-sache so nicht wirklich hinhaut, und dann wird sich wieder dem staat zugewandt. hoppe ist ein super beispiel dafür: der ist mittlerweile beim starken, rassistischen staat angekommen.
naja, warum sind die gegen paul? wahrscheinlich weil die gecheckt haben, dass die paulschen vorstellungen sich maximal im rahmen eines kleinstädtischen rollenspiels umsetzen lassen.
Ohja, deshalb heißt der Liebling der konservativen Medienindustrie auch Sarah Palin – die Hockey Mom aus Alaska! Regierungsfähigkeit … ROFL, das ist doch das letzte Kriterium, das solche Leute interessiert.
ja, aber sie greift nicht den dollar an. das ist doch der witz bei paul. der will den dollar abschaffen.
Der will nicht den Dollar abschaffen, sondern den Goldstandard wieder einführen, den es schon mal gegeben hat. Aber glaub mir, das ist ein Thema, das Fox News null interessiert. Du hältst die Leute für rationaler, als sie sind.
falsch. er will, dass jeder währungen rausgeben kann und im wettbewerb soll sich dann rausstellen, welche die beste ist. das ist maximal kleinstadt. das würde die USA sofort zerschlagen. und ja, liberatarians sind fanatiker – die ziehen sowas schon durch, wenn sie können.
und das checken auch fox und co, dass es da die USa in die kleinstaaterei zurückkatapultiert, und das ist noch die harmlose version.
bei leuten ohne ahnung nehmen die halt an, dass die sich schon nach ihren beratern richten werden
das ist kein Unsinn. schau dir mal diesen Artikel aus Reason an – selbst eine Zeitschrift der libertarians: http://reason.com/archives/2008/01/16/who-wrote-ron-pauls-newsletter
Murray Rothbard hat ganz gezielt die Strategie verfolgt. Und das Paul nicht wußte, was sein guter alter Freund in seinem Namen geschrieben und veröffentlicht hat, ist doch völlig lächerlich.
“Ablehnung konservativer Moralvorstellungen” trifft übrigens auf paul auch nur bedingt zu. Abtreibungsgegner ist der jedenfalls auch: http://www.ronpaul.com/on-the-issues/abortion/
Übrigens denke ich, dass Paul schlicht und ergreifend auch deswegen wenig Aufmerksamkeit kriegt, weil er der klassische also-ran ist, von dem eh klar ist, dass er sich nicht durchsetzen kann in den primaries. Glaubst du, die Kernzielgruppe der Republikaner wählt jemanden, der den war on drugs beenden möchte?
naja, war on drugs …er lockt die kernzielgruppe dafür mit einer ordentlichen migrantenhatz richtung mexiko.
ups, hab Rothbard und Rockwell verwechselt
Ron Paul ist scheisse!
- http://shirazsocialist.wordpress.com/2012/01/22/ron-paul-the-lefts-favourite-racist-antisemite-and-homophobe/
- http://www.searchlightmagazine.com/news/ron-paul,-the-american-third-position-party-and-stormfront
Das ist doch langweilig, wenn Linke sich einfach als Verlängerung der von Neocons entfesselten Denunziationskampagne betätigen. Stichwort Homophobie: Der angeblich so homophobe Ron Paul ist der einzige, der sich auf dem Kandidatenpodium der republikanischen Partei mit einem Statement gegen Homophobie zu Wort meldet und damit die konservative Parteibasis sichtlich entfremdet und vor den Kopf stößt. Da sieht man mal, wie glaubhaft das alles ist.
ja, das wird ja anders abgewickelt: privateigentümer exekutieren ihre homophobie und ihren rassismus via ausschließender verfügungsmacht. da braucht’s dann – in der vorstellung der austrians – keinen staat, der das macht, weil man das eh selber souverän durchziehen darf, so wie man auch leute fein abknallen darf, wenn sie das grundstück betreten. da braucht es dann keine police mehr, so die idee.
Sag mal, es geht doch nicht darum, Ron Pauls Anarchokapitalismus abzufeiern. Aus Feindschaft gegen seinen Wunsch, den Sozialstaat zu kassieren, muss man aber nicht jede Notlüge der amerikanischen Bellizisten über ihn reproduzieren. Ron Paul will weder den Dollar noch den Staat abschaffen, noch propagiert er, dass Rassisten und Schwulenhasser sich vom Souverän ungehemmt ausleben können.
doch, paul will den dollar abschaffen. informiere dich halt mal.
und zum zweiten: doch, klar. und zwar als souveräne privateigentümer. beispiel: schwulenhasser kaufen gemeinsam ein dorf auf und lassen dann als privateigentümer keine schwulen mehr rein. das ist die libertäre lösung des schwulen- und schwarzen-problems. und wennst dich aufregst,dann heißt’s: gründe doch ein schwulendorf! kaufst dir halt einfach eines …
http://www.ronpaul.com/on-the-issues/civil-rights-act/
Ja, klar, wehe, wenn sie losgelassen und kein Staat sie mehr in Schranken hält! Du hast das Menschenbild von Thomas Hobbes. Ich könnte mir in der Tat ein paar schöne Sachen vorstellen, die man ohne Staat mal auf die Reihe bekäme.
eine billigere antwort ist dir nicht eingefallen?
Ich weiß überhaupt nicht, worauf du hinaus willst. Ich bin kein Libertarian. Ich find’s aber gut, dass es noch einen Menschen in der amerikanischen Öffentlichkeit gibt, der sich gegen die Massenschlächterei des Krieges stellt. Die Sozialdemokraten (“liberals”) sind da ja leider ausgefallen.
und ich find’s gut, wenn die npd fordert, dass man die truppen heimholt, oder was?
mich kotzt es dermaßen an, dass ich andauernd auf die begeisterten kommentare stoße von leuten, die 1% der forderungen pauls irgendwie sympathisch finden – und gekonnt ignorieren, was für brutalitäten diese sau zu 99% von sich gibt. und dabei rassisten genauso bedient, wie homophobe (siehe link: der traum aller rassisten und co).
und wenn dann jemand kommt und sagt: hey, das ist ein brutales arschloch, dann hat man sich mist anzuhören wie das mit hobbes. fail!
Du kritisierst halt nicht, sondern du denunzierst. Weder hat Ron Paul etwas mit der NPD zu tun, noch äußert er sich homophob. Er ist vielmehr der einzige republikanische Präsidentschaftskandidat, der sich auf den Podien dezidiert gegen Homophobie zu Wort meldet. Und die Differenz hab ich von Anfang an benannt: der Mann möchte jede Form der sozialen Umverteilung im Kapitalismus beenden. Aber das möchten auch alle seine Mitkandidat_innen, nur dass die dafür den Rassismus gegen Schwarze und nicht eine libertäre Ideologie vorschieben.
er muss sich selber nicht homophob äußern, weil mit der ablehnung zB des civil rights acts sowieso klar ist, dass er da reaktionäre bedient. daher sind auch stormfront-user mehrheitlich paul-fans zB.
check doch einfach mal, was er da schreibt.
Das interessiert mich deshalb nicht, weil Ron Paul keine Chance hat, Präsident zu werden. Was deshalb zählt, ist, dass er als einziger Kandidat (Demokraten mitgezählt) sinnvolle Argumente gegen den Krieg unter die Leute wirft. Aber Hopfen und Malz…
gibt da haufenweise third party candidates z.B. http://www.socialism.com/drupal-6.8/?q=node/1839 oder die von der PSL oder der SPUSA … warum da irgendeine, wahlpolitisch ebenso chancenlose bourgeoise Gestalt ausgraben
Weil man von diesen “third party candidates” noch nie etwas gehört hat. Was für ein Fetischismus treibt Trotzkisten nur um, dass sie sich an diesem Wahlscheiß beteiligen, in dem grundsätzlich nur Millionäre eine Chance haben, statt diesen ganzen “Election Scam” offensiv zu kritisieren?!
“Weil man von diesen “third party candidates” noch nie etwas gehört hat.”
passt daher zum thema des blogposts wie nix. der arme paul wird großteils ignoriert, die die noch mehr ignoriert werden, für die interessiert sich dann auch rhizom nicht.
diese “kampagne” beruht aber schlicht auf fakten – und Reason sind mit Sicherheit keine neocons, die waren auch gegen den irakkrieg.
und Lew Rockwell und das Mises Institute sind nunmal bedeutende Stichwortgeber für pauls ansichten
Schau mal, das wäre vielleicht von Interesse, wenn Ron Paul Aussichten hätte, Präsident zu werden. So ist es einfach nur eine leerlaufende Schmutzkampagne, weil sie nichts, aber auch gar nichts über Pauls tatsächliche Positionen aussagt, sondern ihm einfach die von jemand anderem unterschiebt. Ich bin froh, dass es noch jemanden wie Dr. Paul gibt, der es wagt, in der Öffentlichkeit den Krieg zu kritisieren, nachdem Obama zum größten Kriegsfürsten aller Zeiten mutiert ist. Da kann man sich über jemanden wie Ron Paul auch mal offensiv freuen.
Im Übrigen, an unsere trotzkistischen Freunde, die sich so für Obama und die Demokraten ins Zeug legen: remember the voting trap under capitalism!
der feind meines feindes ist wiedermal mein freund. hurks!
So geht Politik.
na dann: npd.de/html/714/artikel/detail/1106/
Wäre schön, wenn du von meiner Seite aus nicht zur NPD verlinkst. Das sind nicht die Feinde meiner Feinde, sondern meine Feinde.
wieso? was zählt, ist dass die argumente gegen den krieg streuen. oder?
Wenn du die NPD für Pazifisten hältst, nur weil sie gegen die “Vasallenrolle” Deutschlands gegenüber Amerika sind, dann kann ich dir auch nicht mehr helfen. Deine Vergleiche sind einfach skurril. Der Punkt ist nämlich, dass Ron Paul auch aus den richtigen Gründen gegen den Krieg ist und nicht etwa aus den falschen. Das hat mit seiner Ablehnung des Sozialstaats nichts zu tun.
Soll er doch die kaum mehr nennenswerten Überreste des amerikanischen Sozialstaats abschaffen. Klar, es werden ein paar Menschen verhungern. Aber jetzt sterben die Menschen zu Tausenden auf den amerikanischen Schlachtfeldern! Ich finde, damit könnte die Menschheit leben: für die Amerikaner Abschaffung der Essensmarken, eine Ende des Krieges und die revolutionäre Selbstbestimmung der Massen für den Rest.
ist ja lässig, wie gekonnt du das us-proletariat aus der menschheit ausklammerst. auf das imperalistische deutschland umgelegt, würde dir das lachen wahrscheinlich schnell vergehen. aber bitte, so nem amiproleten kann man ruhig mal beine machen …
“Im Übrigen, an unsere trotzkistischen Freunde, die sich so für Obama und die Demokraten ins Zeug legen”
Welche trotzkisten machen denn sowas? Kannst du ein einziger nennen?
Nein, kannst du nicht, weil die Gründung eine “Labor Party” gehört zu den Glaubenssätze **alle* trotzkistische Strömungen, von ISO über SEP und SWP bis Socialist Action und Socialist Alternative. Dass ist sowas wie “Trotskyist Dogma 101″.
Es sind eher deine beliebte Maoisten, die immer die Democratic Party unterstützten, wie Line of March oder Freedom Road, immer mit komische “People’s Front” quatsch.
na ja, ob es so sehr die kriegsfrage ist, die Paul so oft durch die medien ignoriert werden läßt, oder nicht doch eher das gesamtpaket, das so quer zum republikanischen establishment und der basis liegt, dass er faktisch chancenlos ist, sei dahin gestellt.
auch mit Paul hätten amerikanische wähler nur die pest/cholera-alternative. und ich kann leute wie eine bekannte von mir nicht dafür schelten, dass sie sich mehr darum kümmern, ob sie unter obama weiter wie seit der 2010er reform bis 26 über ihre eltern krankenversichert werden kann, als über tote menschen in afghanistan
Schau mal, und du willst mich dafür schelten, dass ich mich einen Scheiß um Leute kümmere, die sich zwar um ihre Krankenversicherung sorgen, aber nicht um Menschen, die in Afghanistan zu Tode gebombt werden? Was soll das denn für ein Maßstab sein? Liegt mir deine Bekannte etwa näher als die verstümmelten und getöteten Körper in Afghanistan? Wenn ihre Leute ein politisches Klima unterhalten, in dem fast jede Regierung dafür sorgt, dass sie nichts zu fressen hat, ist es doch nicht mein Problem. Soll sie doch nach Kuba auswandern. Da kriegt sie was zu fressen und eine kostenlose Gesundheitsversorgung oben drauf.
und du wanderst dann auch nach kuba aus nach der nächsten runde standortaufbau durch sozialabbau? oder ist das nur der tipp für die extremloser unter den proleten?
dass leuten das hemd näher ist als der rock, sie dafür zu schelten, ist nun wirklich dümmster idealismus. oder spendest du von deinem mageren geld zB für brot für die welt? das würde auf deine kosten leuten wahrscheinlich mehr und direkter helfen, als Ron Paul zu wählen
Ja, natürlich ist es verständlich, dass Leuten das Hemd näher ist als der Rock. Aber es ist nicht mein Hemd, das ich mir anziehen muss. Mir steht deine Bekannte nicht näher als die Menschen in Afghanistan, weswegen ich mir ihre Prioritäten auch nicht zu eigen machen muss. Sich zuerst mit den Nöten und Interessen von “First worlders” zu identifizieren, das ist halt eine andere Form von “white suprematism”.
es ist nicht dein hemd, weil das proletariat hat jetzt ein vaterland, oder wie? und du hast nicht die nöte eines proleten in der “thirst world”, oder wie? alles nur ein identifikationsproblem von den anderen, oder was? und wer – außer dir – behauptet hier eigentlich, dass es den proleten woanders besser/schlechter ginge, wenn es den proleten in den USA schlechter/besser geht?
geht’s dir gut, weil es anderen in von deutschland geplätteten gegenden schlecht geht? bist du der nutznießer des deutschen afghanistan-einsatzes, du thirst worlder, oder nutznießer der deutschen exportweltmeisterei? und wenn ja, wann streicht man endlich mal hartz4 und beendet dafür die auslandseinsätze deutschlands?
Gut, die Debatte ist überflüssig, weil es keinen Widerspruch zwischen den Interessen des amerikanischen Proletariats und einem Ende der amerikanischen Kriegseinsätze gibt, in denen sich dieses Proletariat verheizen lässt, weil es daheim nichts zu fressen kriegt. Also brauchen wir nicht weiter darüber zu reden.
And thumbs up for Ron Paul’s anti-war ads from a strictly proletarian point of view!
gut, dass wir das klären konnten.
ansonsten: dass, was paul zu krieg sagt, haben schon so viele gesagt. ich weiß echt nicht, wieso man sich dann gerade den rauspicken muss, dessen programm ansonsten nur zum kotzen ist. angefangen von der hetzerei gegen mexikanische migranten bis hin zu irren wild wild west vorstellungen, wo man sich ausrechnen kann, dass dabei millionen proleten verhungern … aber wenigstens biste ja jetzt doch nicht der meinung, dass das verrecken lassen des us-proletariats der weg zum ewigen weltfrieden ist …
mir ging’s wirklich schlicht nur darum, dass man leuten in den USA schlecht empfehlen kann, gegen ihre engeren persönlichen interessen zu handeln, indem sie etwa Ron Paul statt Obama wählen – nicht darum, dass einem Afghanen egal sein können
Ach, diese ganze Ron Paul Scheiss ist nichts als mini-Spektakel und Ablenkung.
Die wirkliche soziale Opposition in Amerika zur Zeit ist die Occupy Bewegung, und stellt ein Teil der globale Revolte (Indignados in Spanien, arabische Frühling, Griechenland Proteste, und chinesische Streiks) dar.
Sich überhaupt mit Ron Paul zu befassen, pro oder contra, ist einfach Zeitverschwendung.
was sollen denn dauernd diese angriffe auf …s privatleben hier? is doch egal mit wem er irgendwas hatte oder kocht. kann man das nicht unterbinden? solange dabei niemand zu schaden kommt, soll das auch privat bleiben.
Ich lösch das doch schon immer. Aber ich hab jetzt auch noch eine zusätzliche Vorkehrung getroffen, um das kurzfristig abzustellen.
Naja, du weißt ja, wie das ist im Internet…
oh, was hab ich verpasst?
In der Tat: Wenn die Bürger losgelassen und kein Staat sie mehr in Schranken hält, dann wehe!
Und – da sowas ja schon mit Kuba kam – einen gaaanz billigen Provo-Spruch dazu kann ich mir auch nicht verkneifen: Geh doch nach Somalia!
Ja, klar, der Staat ist der, der die Nazis in Schranken hält – und ihnen nicht etwa den Weg freiprügelt! Er ist der, der die Armen versorgt – und sie nicht etwa vom Eigentum an den gesellschaftlichen Produktionsmitteln ausschließt! Er ist der, der Entwicklungshilfe leistet – und nicht etwa Hunderttausende von Flüchtlingen im Mittelmeer ersäuft!
Was soll denn überhaupt ein Bürger ohne Staat sein? Ein hölzernes Eisen?
(Und deinen weißen Wohlstandschauvinismus – von wegen Somalia! – kannst du dir hinstecken, wo die Sonne niemals scheint.)
Ach, tut er nicht beides in gewissem Maße? Mensch, du bist doch kein 15jähriger Antifa-Anarcho…
Und nur weil der Staat verschwindet, verschwinden damit auch die Eigentümerinteressen der Bürger? Nein, mehr noch: Weil Radikalliberale den Staat beseitigen, weil sie in ihm eine Schranke und nicht die Bedingung für die Verfolgung ihrer Eigentümerinteressen sehen – deshalb sollen diese Eigentümerinteressen verschwinden??
(Dass ich hier mit “Bürger” nicht auf den citoyen abstelle, sollte wohl klar sein.)
Somalia (näherliegend wäre in dem Fall vielleicht Haiti gewesen) sollte ein Beispiel sein für den von dir so ersehnten Zusammenbruch der staatlichen Ordnung ohne Ersatz durch etwas besseres (aka Sozialismus oder Kommunismus). Wie du da auf “weißen Wohlstandschauvinismus” kommst, würde mich schon interessieren…
Du hast von dem Zusammenhang zwischen Staat und Kapital genausowenig kapiert wie die Libertären. Es gibt kein Privateigentum an den Produktionsmitteln ohne Staat, ohne eine Polizei, die die Fabrikherren vor den Arbeitern schützt; im Übrigen auch keine Nation, auf die sich Nazis berufen könnten. Dazu brauchst du nicht Bakunin oder andere Bettlektüre für “Anarchos” zu lesen; der GegenStandpunkt reicht allemal.
Wie man dahin kommt, ist eine ganz andere Frage, die ich hier nirgends aufgeworfen habe. Mein Konzept ist sicher nicht, Libertäre an die Macht zu wählen – obwohl das, admittedly, ein komischer Versuch wäre, das Bürgertum mit seinen eigenen Waffen zu schlagen.
die Bettlektüre für “Anarchos” ist aber zumeist viel witziger und verdaulicher als das GSP-Geschwurbel
Well, duh. Natürlich bricht, sollten sich die Anarchokapitalisten durchsetzen, nicht das goldene Zeitalter der Marktwirtschaft an, sondern ein Gegeneinander diverser Rackets. Ich wüsste nicht, welche “schönen Sachen” man da “auf die Reihe bekäme”. Es sei denn, du hängst einer besonders irren Variante von Verelendungstheorie an.
Und wenn der Staat verschwindet, verschwindet damit auch gleich der Mythos der Nation, auf den sich Nazis berufen? Und auch der Wille dieser Leute, einen völkischen Staat einzurichten? Und die würden auch keine Schuldigen finden, die für den Niedergang der Nation verantwortlich sind? Ich würde eher meinen, dass die unter dem Eindruck der Racketherrschaft noch ordentlich Zulauf kriegen.
Wie du zu dem Vorwurf “weißer Wohlstandschauvinismus” gekommen bist, würde mich aber immer noch interessieren…
Alter, Ron Paul will den Staat gar nicht abschaffen; der ist ein Riesenfan der amerikanischen Verfassung. Und selbst wenn, hätte er, auch als Präsident, gar nicht die Macht dazu! Das überschritte schlicht und einfach seine Amtskompetenz. Schlimm ist an eurer Hysterie angesichts der Libertären überhaupt nur eins: dass ihr denkt, der Staat sei zu eurem Schutz und Trutze da – wie es in der Nationalhymne heißt -, während ihr tatsächlich nur das Material des Staates seid, mit dem er in Krieg und Frieden ziemlich zynisch kalkuliert.
Ich meine, seit wie vielen Jahrzehnten hält der GSP eigentlich schon Vorträge zu dem Thema, um diesen falschen Staatsidealismus den Leuten endlich aus dem Kopf zu schlagen? Hat das denn überhaupt nichts gefruchtet? Ich bin doch nun wirklich kein Leser der grauen Hefte, aber Grundsatzargumente gehen an mir nicht spurlos vorbei. An dir aber anscheinend schon! Die Panik, sie könnten einem das letzte bisschen zum Leben streichen, kann ich gut verstehen. Allerdings haben sie das schon getan. Ich weiß nicht, wie man so tun kann, als ob uns das erst drohend bevorstünde!
Es ist wie mit dem Mann, der vom Hochhaus fällt und sich immer wieder sagt: “Bis hierhin lief’s noch ganz gut, bis hierhin lief’s noch ganz gut, schlimm ist erst der Aufprall.” Nein, schlimm ist die Scheiße, in der wir gerade stecken. Ich brauch kein Horrorszenario von der Machtübernahme durch “Anarchokapitalisten”. Hartz IV reicht mir vollkommen aus. Das ist so der typische Antifa-Spleen, immer Angst vor einer faschistischen Zukunft zu haben und darüber die Kritik der Gegenwart ganz zu vergessen.
Sorry, aber die Fragen, die du stellst, sind für mich völlig belanglos. Ich muss mir nicht ausmalen, was geschähe, wenn irgendjemand den Staat plötzlich abschafft. Denn eins weiß ich sicher: da ist es immer noch wahrscheinlicher, dass mir morgen der Himmel auf den Kopf fällt. Also zurücklehnen, runterkommen und Ernst Thälmann zur Krise gucken!
” Schlimm ist an eurer Hysterie angesichts der Libertären überhaupt nur eins: dass ihr denkt, der Staat sei zu eurem Schutz und Trutze da”
nein, das legst du e. oder auch mir nur in den mund, um dann richtig loszulegen … das ist ja das miese an dieser debatte hier.
Ja, wenn sie diese Positionen einfach erfinden, wie etwa mit der Behauptung, Ron Paul plane, Medicaid, die Gesundheitsversorgung für Arme, abzuschaffen, wenn er in Wirklichkeit den Militärhaushalt zusammenstreichen und den staatlichen Drogenkrieg beenden will, dann schon.
Im sozialen Bereich kann man in den USA überhaupt nichts kürzen, weil es da nichts zu kürzen gibt. Die Hetze von Mitt Romney & Co. gegen den Wohlfahrtsstaat läuft komplett ins Leere. Das ist nur noch übrig gebliebene Rhetorik aus der Reagan-Ära, weil es seit den 80ern gar keinen Wohlfahrtsstaat mehr gibt.
Warst du mal in den USA? Das kannst du dir ungefähr so vorstellen wie in der Dritten Welt. Man hält sich halt durch Straßenkriminalität und Wühlen im Müll über Wasser. Workfare gibt’s, addiert über dein gesamtes Leben (das sog. lifetime limit), für maximal fünf Jahre und dann nie wieder.
Und es gibt keinen ernst zu nehmenden Politiker, der daran etwas ändern will, am wenigsten Obama, der das Health-Care-Projekt auch nur deshalb von Hillary Clinton übernommen hat, damit die nicht weiter gegen ihn kandidiert.
es erfindet niemand was. ron paul sagt, staatliche versicherungen und hilfsprogramme seien wider die verfassung. damit ist eigentlich alles gesagt. dann sagt er auch noch: nein, es wäre momentan nicht seine priorität, das alles abzusäbeln. aber langfristig muss das weg. “transition”. kannst du das bitte mal zur kenntnis nehmen? mich kotzt deine art, dich immer ganz fanatisch auf irgendwas zu stürzen, langsam an. entweder ganz oder gar nicht – das ist so idiotisch.
doch. sogar in den USA kann man das bisserl sozialsystem, das es da gibt, noch wegmachen. dann streicht man eben food stamps und sonstige staatliche almosen. aber du kannst das in deiner peinlichen verteidigung des dr. – so ein titel ist schon wichtig – ron paul gerne weiterhin bestreiten. ich hab jetzt was besseres zu tun.
und ja, ich war schon in den USA.
baba
Hey, sorry, aber wer macht denn hier tagelang den Aufstand, wenn ich ein paar wirklich beeindruckende Antikriegsvideos von Ron Paul verlinke? Und ich hab hier nirgends zur Wahl von diesem Menschen aufgerufen. Das wäre ja auch absurd. Von uns ist schließlich keiner wahlberechtigt.
beim gegenstandpunkt liest man aber auch, dass der wille der menschen entscheidet. die stellen sich im fall der fälle einfach wieder nen staat hin … oder hauen sich als eigentumsfans gegenseitig die schädel ein. wenn die keine kritik am eigentum haben / nicht für die bedürfnisse produzieren wollen, läuft da gar nix.
ad somalia: du hast ja angefangen damit dem us-proletariat zu empfehlen, es möge sich ja vertschüssen, wenn ihnen paul nicht passt. also hab dich nicht so.
ad revolutionäres somalia: http://www.youtube.com/watch?v=7QDv4sYwjO0
Sorry, aber das ist jetzt unterstes Niveau. Den Angriffen gegen den US-amerikanischen Sozialstaat (oder was davon noch übrig ist) hab ich einen ziemlich aufwändigen Blog-Eintrag gewidmet, in den ich einige Stunden meiner Freizeit investiert habe. Wenn du trotzdem meinst, du könntest mir da Schnurzigkeit unterstellen, dann kannst du gerne mit dir selber weiterdiskutieren. Auf solche Lächerlichkeiten geh ich nicht mehr weiter ein.
unterstes niveau ist es, dass du kritikern der sozialpolitischen positionen des herrn dr. paul vorwirfst, kriegspropagandisten zu sein.
afaik kriegen die somalischen rackets das mit dem privateigentum sogar halbwegs auf die reihe, mobilfunkunternehmen boomen etwa in somalia. ich glaube, es gibt oft die neigung, vorschnell sachen zu absoluten notwendigkeiten zu machen, die wir nur gewöhnt sind. kapitalismus auf niedrigem niveau geht wohl auch ohne gewaltmonopol
Oder mit auf einem Staatsgebiet noch miteinander konkurrierenden Gewaltmonopolen? Bürgerkrieg, have you heard of it? Gab’s auch mal in den USA.
And the prize for funniest anarcho-capitalist dystopia goes to:
http://www.amazon.com/Snow-Crash-Bantam-Spectra-Book/dp/0553380958/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1329275048&sr=8-1
Gerade weil der oben von rhizom verlinkte YouTube-Ausschnitt aus dem Thälmann-Film der DEFA offensichtlich nicht nur bei rhizom Anklang gefunden hat, sondern auch reihenweise bei von ihm auch zitierten GegenStandpunktlern hier ein weiterer Hinweis von mir auf ein kleine Diskussion um die miteinander verflochtenen Themen Staat, Klassenkampf und revolutionärer Arbeiterpartei, um die es bei Ernst Thälmann geht (und dem Film über ihn) auf einem GSP-Blog mit einem der ganz wenigen GSP-Blogger, die man überhaupt finden konnte und ab und zu auch noch finden kann:
http://normalzustandrot.blogsport.de/2009/07/01/was-von-thaelmann-zu-lernen-waere/
Jetzt auch noch Staatsidealismus. Was man nicht alles in meine Aussagen hineinlesen kann… Natürlich ist der Staat nicht zu meinem Schutz da. Der schützt mich zwar tatsächlich vor diversen Sachen (die es z.T. ohne ihn gar nicht gäbe), aber das ist nicht sein Zweck.
Ich eigentlich auch nicht. Ich mach das nur als Antwort auf Leute, die meinen, das allein würde schon tolle Perspektiven eröffnen:
Oder allgemeiner: Staatsfeindlichkeit an sich ist nichts, was man toll finden müsste. Kommt schon ein bisschen drauf an, aus welchen Gründen und mit welchen Zielen.
Mir auch, danke. Deshalb muss man aber nicht den Blick davor verschließen, dass da noch ganz andere Zumutungen drin sind. Muss man nur mal nach Griechenland gucken. Was auch zeigt, wie du völlig richtig schreibst, dass die realen Gefahren kaum von anarchokapitalistischen Ideologen ausgehen.
Für die realen Hoffnungen gilt allerdings das gleiche.