Archive for Februar, 2012

Der „Irre“ von Teheran …

Mittwoch, Februar 29th, 2012

… verübt einen islamistischen Anschlag auf die Nürnberger Rostbratwurst!

Ahmadinejad
Die Online-Ausgabe der BILD-Zeitung weiß Genaueres:

Nürnberger Fleischer warnen vor teureren Bratwürsten, weil die Preise für die als Wursthülle gebrauchten Schafsdärme steigen. Der Iran ist einer der wich­tigs­ten Lie­fe­ran­ten – doch wegen Sank­tio­nen und dem da­durch sin­ken­den Le­bens­stan­dard wer­den dort immer we­ni­ger Scha­fe ge­schlach­tet. Der Preis für 90 Meter Schafs­darm (reicht für 1000 Würs­te) stieg in 18 Mo­na­ten von 6,30 auf 17,20 Euro!

Jetzt verlangen diese fanatischen Preistreiber also tatsächlich 1 Cent mehr pro Wurst!

Don’t believe the hype!

Sonntag, Februar 19th, 2012

CultureCat: Cornel West argued that we need identity politics, that they, to many people in the world, are „a matter of life and death.“

Well, no. I don’t think so. In fact …

Alex Blaze: The biggest red flag when it comes to the utility of the identity politics paradigm should be how little we’re invited to identify along the lines of class. It’s understandable – the times in history when people identified as a class didn’t turn out all that well for rich people. It turns out there are a whole lot more poor people than there are of everyone else, and they have the least to lose if the system of distributing rights and privileges and resources completely changed. On the other hand, though, the fact that it seems inherent in this system that we should not identify with our position on the money totem pole shows how it sets people up for easy co-option by keeping them from knowing exactly where they and others stand when it comes to the most basic measure of power and quality of life.

1980 — das Jahr, als der fordistische Klassenkompromiss gekündigt wurde

Sonntag, Februar 19th, 2012

New York Times: The State of Working America Infografik der New York Times, 4. Sept. 2011.

Zum Vergrößern bitte anklicken oder hier entlang!

Liberalism, Cultural Imperialism, and The Birth of „Civilisation“

Sonntag, Februar 19th, 2012

Im 2011 veröffentlichten vierten Band seines 1974 begonnenen Hauptwerks Das moderne Weltsystem beschreibt der amerikanische Sozialwissenschaftler Immanuel Wallerstein für den Zeitraum zwischen 1789 und 1914 (das sog. lange 19. Jahrhundert) die Entstehung des liberalen Fortschrittsnarrativs sowie seiner linken und rechten Variante – Radikalismus und Konservatismus – als Prozess der Formierung einer globalen Geokultur für das von ihm als erstem so getaufte „kapitalistische Weltsystem“.

Dessen Ursprünge datieren zwar bis ins lange 16. Jahrhundert zurück. Aber „das 19. Jahrhundert sah“, im Rahmen des liberalen Nationalstaats und des dort ausgefochtenen Kampfs um Bürgerrechte, „die Schaffung unseres gesamten zeitgenössischen Apparats an Identitäten“ (S. 217): „Bourgeois und Proletarier, Mann und Frau, Erwachsener und Minderjähriger, Brotverdiener und Hausfrau, Mehrheit und Minderheit, weiß und schwarz, europäisch und nicht-europäisch, gebildet und unwissend, […] hetero­sexuell und homosexuell, normal und abnorm, befähigt und behindert und selbstverständlich die Urkategorie, die alle diese anderen impliziert — zivilisiert und barbarisch“ (S. 146).

Warum er die letzte aus dieser langen Liste bürgerlicher Antinomien als eine Art ideologische Basis betrachtet, die den anderen mehr oder weniger verborgen zugrundeliegt, erschließt sich mir nicht gleich. Eine Andeutung gibt aber vielleicht die nachfolgende Passage (deren englisches Original sich, samt Kontext, auch online unter „Citizens All? Citizens Some! The Making of the Citizen“ findet):

Im 19. Jahrhundert gelangten die sogenannten Mittelschichten in die Lage, die westliche Welt zu dominieren, und Europa in die Position, die Welt zu beherrschen. Wenn man die oberste Spitze erreicht hat, ist das Problem nicht länger, wie man dorthin kommt, sondern wie man dort bleibt. Die Mittelschichten national und Europa global suchten, ihren Vorteil zu erhalten, indem sie sich zur Sicherung ihres Privilegs den Mantel der Natur und der Tugend verschafften. Sie nannten es Zivilisation, und dieses Konzept war ein Hauptbestandteil ihres Strebens. In der westlichen Welt wurde es in Bildung übersetzt, und Bildung wurde zu einem Mittel, die Massen zu kontrollieren. Auf der globalen Bühne, beginnend mit Napoleon (aber später von allen anderen europäischen Mächten übernommen), „wurde aus dem Begriff der Zivilisation als Ideologie … auf schamlose Weise eine Form des kulturellen Imperialismus“ (Woolf, 1989, 119). [S. 156]

Im Ganzen eine interessante Verlagerung des monumentalen Hauptwerks von Immanuel Wallerstein auf das Gebiet der Ideologiekritik – eine Verschiebung, die sich in den letzten zehn Jahren bereits abzeichnete. Es entspricht der methodischen Herangehensweise, jedem seiner Bände einen völlig neuen Fokus zu geben, um angesichts des Immergleichen globaler kapitalistischer Ausplünderung und Verarmung endlose theoretische Wiederholungen zu vermeiden.

Immanuel Wallerstein, The Modern World-System IV: Centrist Liberalism Triumphant, 1789-1914. Berkeley u.a.: University of California Press, 2011.

Hurray, it’s free health care day in L.A.

Donnerstag, Februar 16th, 2012

„This is like America, this is phantastic!“

Braudel’s Provocation

Donnerstag, Februar 16th, 2012

[Fernand] Braudel provides us with a lovely bit of unconventional wisdom: capitalism is inherently anti-market. Any sensible capitalist avoids a proper functioning market because that is not where the biggest profits are to be made. Put the other way round, markets are bad for capital accumulation because they do not allow enough of it. If capitalism does not equal market what does it equate with? For Braudel the answer is simple: monopolies, that is where the big profits are to be made. […]

I have called this argument Braudel’s provocation and by now you will have seen why: instead of monopoly being ‚a spreading rot in the fabric of competitive capitalism‘ (Shepherd 1970, 14) as is commonly supposed, it is itself capitalism. Rather than monopoly indicating an imperfect market, the market is a sign of failed monopoly. […] In fact once we begin to focus on monopolies, not as special exceptions to the market, but as the normal operation of capitalism then much old and new work in geography and the social sciences in general take on a new perspective.

From P.J. Taylor’s 1999 Annual Political Geography Lecture

Lowkey – Obama Nation (Part 2) ft. Black The Ripper & M-1 (Dead Prez)

Montag, Februar 13th, 2012

With Lyrics On Screen || Part 1 …

Der Mehrwert des Rassismus

Samstag, Februar 11th, 2012

Aus der Debatte um den republikanischen Antikriegskandidaten Ron Paul und die von ihm zwar nicht selbst verfassten, aber mit seinem Namen versehenen Newsletter aus der Zeit zwischen 1989 und 1994 hebt sich vor allem ein Text der liberalen Zeitschrift reason positiv hervor. Im Unterschied zu den interessierten Skandalartikeln von Neokonservativen und jenes kleinen Kreises linker Bellizisten, den es bedauerlicherweise auch in den USA gibt, spricht er nämlich ehrlich aus, wie nicht nur Dr. Pauls Ghostwriter vor 20 Jahren, sondern ein Großteil der gesamten Republikanischen Partei bis heute tickt. Um es gleich vorwegzunehmen: es geht darum, dass Rassismus in den letzten Jahrzehnten für einen systematischen Angriff auf den Sozialstaat instrumentalisiert wurde, indem man stets aufs Neue das Ressentiment der „Rednecks“ – der sich über ihre Hautfarbe identifizierenden Mitglieder der weißen Arbeiterschaft des Südens – gegen die afroamerikanische Unterschicht mobilisierte. „Die Ordnung“, ließ sich etwa einer der Newsletter von Ron Paul & Associates im Jahr nach den Rodney King Riots von 1992 vernehmen, „wurde in L.A. erst wiederhergestellt, als es für die Schwarzen Zeit wurde, ihre Wohlfahrtsschecks abzuholen.“ Die Autoren Julian Sanchez und David Weigel von reason situieren diesen Rassismus in einem größeren strategischen Kontext: (mehr …)

Islamika

Sonntag, Februar 5th, 2012

Wolfgang Pohrt bringt ein neues Buch heraus und der Berliner Tagesspiegel einen ersten Vorabdruck. Kapitalismus Forever – Über Krise, Krieg, Revolution, Evolution, Christentum und Islam, Edition Tiamat, Berlin 2012.

Der Westen hält sich für aufgeklärt und human. Moslems werden in Europa als rückständig gebrandmarkt. Für den Publizisten Wolfgang Pohrt zeugt das von einem Totalausfall realistischer Selbstwahrnehmung.

[….] Mit der Scharia kenne ich mich nicht so gut aus. Ich weiß nur so viel: Wenn ein Idiot heute weder von Religion noch von Politik und auch sonst gar keine Ahnung hat – von der „Scharia“ quasselt er immer. Wenn es um den Islam geht, ist jeder Dorftrottel plötzlich Spezialist für Glaubensfragen, Orientalistik und Islamwissenschaft, ja sogar für Arabisch. In jedem Diskussionsforum im Internet gibt es faschistische Hetzer, die Koransuren angeblich aus dem Original zitieren, um zu beweisen, wie schrecklich und gefährlich der Islam sei.

Diese Akribie erinnert an Eichmanns Judenreferat im Reichs­sicher­heitshauptamt der SS, wo mit der Zeit die umfassendste Sammlung von Judaika zusammengetragen wurde und die Beflissensten unter den Mördern sogar Hebräisch gelernt hatten. Die kannten den Talmud besser als jeder Jude. Und so ist das heute auch. Die Moslemfresser können Koransuren zitieren, die einem Moslem mit Sicherheit unbekannt sind.

Breivik hat viele Brüder im Geiste. (Weiterlesen…)

Edit: Hier eine Leseprobe des Verlags.

Edit2: Und hier die erste Reaktion von Michael Stürzenberger (PI-News):

Es wird sich zeigen, ob die geistig gesunden Menschen dieses Landes noch Ehre und Rückgrat haben. Ob Kirchenvertreter den Mut zeigen, offen gegen einen Vertreter des kranken linken Zeitgeistes anzutreten. Ob Christen endlich Flagge zeigen für ihre Religion und die Apolegeten der Gewalt und deren geistige Unterstützer offen demaskieren. Ob sich ein wahrer “Aufstand der Anständigen” entfacht, aller Nicht-Moslems und Nicht-Linken, die sich den Ausverkauf ihrer Werte und Überzeugungen nicht mehr länger gefallen lassen. Wir warten auf einen Proteststurm, der sich über den Tagesspiegel und diesen verblendeten Schreiberling ergießt.

Corporate Media and the Election Scam

Freitag, Februar 3rd, 2012

Mmh, was passiert eigentlich, wenn ein Präsidentschaftskandidat in den amerikanischen Vorwahlen Stellung gegen Krieg, Folter und Imperialismus bezieht und damit erstaunlich großen Zuspruch von den registrierten Wähler_innen seiner Partei erhält? Mmh, mal überlegen… Das hier?