Wenn Rechtspopulisten, deren Geschäft im Wegmobben ganzer Bevölkerungs­gruppen besteht, an einem Ort nicht willkommen geheißen werden, so fühlen sie sich gleich als Opfer so genannter Zustände. Der Sozialdarwinist Thilo Sarrazin, der aus verschiedenen Kreuzberger Lokalitäten flog, macht’s vor, wenn er, wie heute in der Welt, seinem neokonservativen Stammpublikum die Ohren volljammert:

Ein verdienter ehemaliger Berliner Senator, der sich nichts hat zuschulden kommen lassen, außer ein Buch mit unwillkommenen Zahlen und deren Analyse zu schreiben, wird aus einem zentralen Berliner Stadtteil, der nach eigenem Selbstverständnis die Speerspitze der Integration in Deutschland darstellt, förmlich herausgemobbt.

Wehe uns, wenn, wie viele hoffen, Kreuzberger Zustände die Werkstatt des künftigen Deutschland sind.

Aber auch die sog. „Anti“deutschen – eine rechtspopulistische Bewegung, die Muslime als „Zickenficker des Propheten“ verspottet, nach der wahllosen „Bombardierung islamischer Zentren“ schreit und der Antifa das Anzünden somalischer Flüchtlingszelte empfiehlt – machen lokale „Zustände“ dafür verantwortlich, dass sie mit ihrer demagogischen Hetze nicht mehr so ankommen wie noch vor einigen Jahren:

Normalerweise geschieht das [nämlich die Verhinderung ihrer Veranstaltungen – rhizom] arbeitsteilig. Zunächst findet man Fatwas [gemeint sind Fatāwā, also Rechtsgutachten; der Begriff soll eine Verschwörung zwischen Linken und Muslimen insinuieren] im Netz, mit denen bewiesen werden soll, Bahamas und Freunde seien rassistisch, imperialistisch, rechtsradikal, frauenfeindlich und als aktueller Schlager: islamophob. Diese Gemeinschaft der Verleumder und häufig auch Zitatenfälscher, deren Mitglieder manchmal Namen haben wie der antizionistische Hochleistungs­täter von der Jungle World, Bernhard Schmid, oder Peter Nowak vom ND bzw. der Jungen Welt, meist aber unter Pseudonymen wie lysis oder rhizom im Netz ihr Unwesen treiben, gibt die Stichworte für die „interventionistische Praxis“ von zumeist ziemlich derangierten Übriggebliebenen aus alten Kameradschaften wie Volx-Küche, Frauen-Lesben-Zusammenhängen oder der Antifa. Während die Täter in Bonn schnell als Mitglieder der marginalisierten aber extrem gewaltbereiten Roten Antifa Ruhr erkannt wurden und seit ihrem Angriff mit dem Laserpointer ein paar Probleme mehr mit Polizei und Staatsanwaltschaft haben, sind in Marburg erstmals Putztruppe und ideologische Stichwortgeber, angeführt von der wohlgelittenen Gruppe D.I.S.S.I.D.E.N.T., in Personalunion aufgetreten und haben erst die Fatwa verbreitet und dann durch Lärmen und Pfeifen verhindert, dass Thomas Maul zu Wort kam.

In diesem Sinne: Für die Globalisierung von Zuständen! Marburg ist überall.