Archive for Februar, 2011

Land Freier Bürger

Sonntag, Februar 27th, 2011

Die Jungle World, von manchen immer noch für eine linke Zeitung gehalten, versteht es, den kleinen rassistischen Schweinereien, über die man sich täglich ärgert, jede Woche eine neue hinzuzufügen. Es drängt sich allmählich etwa der Verdacht auf, die ganze Berichterstattung über Homophobie in Osteuropa – seit langem ein Markenkennzeichen dieses Blattes – diene einzig und allein dem Zweck, sich selbst zu versichern, wie „aufgeklärt“ und überlegen doch das eigene nationale Rudel sei. Entsprechend attestiert die Zeitung in ihrer vorletzten Ausgabe einem jungen Rom, der sich wie andere Jungs aus seinem Dorf auf dem Berliner Strich prostituiert, er komme „aus einer homophoben Gesellschaft“. Da kann sich Deutschland also nicht nur damit rühmen, die Ökonomie ganzer Dörfer in Osteuropa auf Armutsprostitution umgestellt zu haben (ein Fakt, der der Zeitung keiner weiteren Betrachtung wert ist). Nein, da halten sich linke Nationalisten auch noch für was Besseres, indem sie Homophobie zu einem Merkmal rückständiger Rumänen erklären. Liebe JuWos, wenn ich das richtig verstehe, seid ihr also der Ansicht, selbst einer post-homophoben Gesellschaft zu entstammen? Na, vielen Dank für diese Info, aber das wage ich dann doch zu bezweifeln!

Christus und die Jungfrau Johannes: Gender Trouble im Mittelalter

Sonntag, Februar 20th, 2011

"Einer von den Jüngern lag an der Seite Jesu; es war der, den Jesus liebte." (Joh 13,23)

"Einer von den Jüngern lag an der Seite Jesu; es war der, den Jesus liebte."

Nicht dass die De/Konstruktion von Geschlecht zu meinen Arbeits­schwerpunkten zählte. Aber es ist doch unvermeidlich, in der von mir favorisierten „Geschichte der Sexua­lität“ (Foucault) auch über das „Unbehagen der Geschlechter“ (Butler) zu stolpern. So habe ich aus meinem verschwun­denen Journal auf X-berg.de eine ziemlich abge­fahrene Quelle gefischt, die ich hier nach Jahren wieder verfügbar mache: ein Fürgebet aus einem alten englischen Gesangbuch, datie­rend aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Der Adressat dieses Gebets ist – nein, ausnahmsweise nicht die Jungfrau Maria, sondern die „keusche Maid“ Johannes oder „der Jünger, den Jesus liebte“.1 (mehr …)

  1. Joh 13,23–26; 19,26–27; 20,2–10; 21,7; 21,20. []

A Storm is Coming

Freitag, Februar 18th, 2011

Ich hab eine kindische Freude an maoistischen Propagandavideos. Dieses hier stammt von der berüchtigten, unter tausend verschiedenen Namen bekannten MIM (nicht zu verwechseln mit der auch hierzulande aktiven RIM). Antiimpe­rialismus meets Pop Art:

Die neuen Männer. Oder: da wächst zusammen, was zusammengehört

Mittwoch, Februar 16th, 2011

So wird den Individuen im „Queerfeminismus“ noch einmal gerade das genommen, was einzig das Moment ihrer Rettung wäre, die Einheit ihrer Individualität, Geschlecht, Lust, Sexualität. Das Subjekt wird theoretisch um seine Substanz gebracht. Voraus­gedacht ist all das natürlich bei der Täterschützerin Judith Butler. —Martin Dornis, 2011

Im wirklichen Leben begegnen wir uns hingegen als die geschlechtslosen Softies, die unsere Politiker schon heute sind: Androgyne Zombies wie Frau Merkel, Frau Nahles oder Frau Künast, die man selbst in seinen wildesten Macho-Phantasien nicht missbrauchen möchte. —Jürgen Elsässer, 2010

Ihr ganzen verschwulten Pazifisten-Veganer, hängt euch auf an euren aus dem Arsch gezogenen Sexismusdebatten, fickt euch alle ins Knie gegenseitig, damit Ihr wieder wisst, ob Ihr Männlein oder Weiblein seid, und geht den Leuten nicht auf den Sack, die wirklich Revolution machen wollen. —MaKss Damage, 2010

Immortal Technique — Open Your Eyes

Montag, Februar 14th, 2011