Interview anlässlich eines kürzlich in Halle gehaltenen Vortrags über „Homosexualität“ und den Wandel von Gender-Konstruktionen im Iran, wobei die Fragen im Radio noch einen etwas allgemeineren Fokus hatten:

Islamische Staaten geraten durch die Verfolgung „Homosexueller“ immer wieder in den Blickpunkt der Medien. Und wenn sich hierzulande deklassierte Halbstarke aggressiv gegenüber Schwulen zeigen, fragt man reflexhaft nach ihrem „kulturellen Hintergrund“. Dabei ist die klassische türkische und arabische Liebeslyrik voll von gleichgeschlechtlichen Motiven. Die sucht man hingegen in der Literatur des „aufgeklärten“ Abendlands zumeist vergeblich. Georg Klauda stellt in seinem Buch „Die Vertreibung aus dem Serail“ die Frage nach dem historischen Anteil des Westens an der Formierung antihomosexueller Diskurse in der islamischen Welt.

Download Homophober Moslem, toleranter Westen?

Die Eingangsfrage – ungefähr: ob man tatsächlich sagen könne, dass Homophobie aus Europa in die islamische Welt exportiert wurde – ist leider abgeschnitten worden. Ich nehme mal an wegen des Hinweises auf den Vortrag in Halle, was für den bundesweiten Programmaustausch der Freien Radios ziemlich ungeeignet war. Und natürlich werden in Iran nicht die meisten geschlechtsangleichenden Operationen nach Iran, sondern nach Thailand durchgeführt. 😉

Ansonsten verweise ich noch mal auf den nächste Woche stattfindenden Vortrag in Köln zum Thema „Orientalismus der (Homo-)Sexualität„.