Archive for Juni, 2010

Moslemhass im Mehringhof

Montag, Juni 28th, 2010

Pro-Deutschland-Klima auf einer linken Buchmesse.

Islamistische Kinder-Rekrutierung

Mittwoch, Juni 23rd, 2010

„An Arabic children’s choir has been racking up views all over the world with the new YouTube hit ‚when we die as martyrs, we will go to heaven.'“ (Ha’aretz)

„Von dieser rassistischen Komplizenschaft muss ich mich distanzieren“

Sonntag, Juni 20th, 2010

Judith Butlers Rede zur Ablehnung des Zivilcourage-Preises auf dem bürgerlichen CSD – mitsamt Gesichtsentgleisung der Veranstalter_innen, die auf die Kritik völlig unsouverän mit Beschimpfung jenes Teils des Publikums reagierten, der es gewagt hatte, dieser bösen Frau öffentlichen Beifall zu spenden:

via SUSPECT/No Homonationalism

Judith Butler verweigert Preisannahme

Sonntag, Juni 20th, 2010

CSD-Veranstalter bloßgestellt:

Judith Butler […] hat am Samstagabend einen Zivilcourage-Preis auf der CSD-Bühne am Brandenburger Tor abgelehnt. […] Die Veranstaltung sei ihr zu kommerziell ausgerichtet und richte sich nicht genügend gegen Probleme wie Rassismus und doppelte Diskriminierung […]. Ausdrücklich Lob bekamen von Butler Gruppen, die eine Art alternativen Christopher Street Day jedes Jahr in Kreuzberg organisieren. In dieser Berliner Subkultur werde sich noch mit den großen Fragen von Krieg und Frieden und sexueller Identität in einer modernen Gesellschaft auseinandergesetzt. Der alternative, sogenannte Transgeniale CSD findet in diesem Jahr nicht parallel zum großen CSD statt, sondern am 26. Juni.

Wer nicht weiß, wer Judith Butler ist: Eine ARTE-Dokumentation porträtiert die jüdisch-amerikanische Philosophin, Queer-Theoretikerin und, auch wenn das im Film viel zu kurz kommt: Antimilitaristin auf 52 Minuten:

Doppelte Vergesellschaftung von Frauen

Samstag, Juni 19th, 2010

Stéphanie Mercier et al., „Girls suck at video games“ / „Les filles sont nulles aux jeux vidéo“:

via maledei

Schöner Schwuler Westen, oder: Emanzipation mit einem Preisschild

Freitag, Juni 18th, 2010

Auf 2500 Zeichen beschränkter „Tweet“ für den diesjährigen Antifee-Reader (Göttingen 2010).

Nordwesteuropäische Gesellschaften halten sich einiges darauf zugute, Homophobie vielleicht nicht überwunden, aber doch in ihren giftigsten Formen zurückgedrängt zu haben. Und tatsächlich findet der Ruf nach Unduldsamkeit, Strafverschärfung und Kastration allmählich immer weniger Widerhall. Allein zwischen 1974 und 1991 sank der Anteil derer, die ihm folgen, in der Bundesrepublik von satten 51% auf 39%. Doch trotz dieses Siegeszugs der „Toleranz“ blieb im selben Zeitraum eine zentrale Dimension von Homophobie nahezu unverändert bestehen: der Wunsch von über 60% der Befragten, soziale Kontakte mit homosexuellen Männern zu meiden, und die Auskunft von mehr als 40%, sich in ihrer Gegenwart „körperlich unwohl“ zu fühlen.1

Zweifellos hat die sexuelle Revolution die Einstellungen zu „Homosexuellen“ nachhaltig liberalisiert. Sie stehen heute vermutlich nicht mehr, wie noch 1969, in der sozialen Rangfolge „niedriger als Prostituierte“.2 Entsprechend spielen auch Selbstakzeptanz-Konflikte für die weiterhin massiv erhöhte Rate an Suizidversuchen unter homosexuellen Jugendlichen nur noch eine untergeordnete Rolle. 80% nennen als ihr Hauptmotiv stattdessen „Einsamkeit“.3 Und das hat Gründe.

„In der Schule ist Freundschaft eine Passion“, schrieb Benjamin Disraeli einst über die tobenden romantischen Leidenschaften zwischen englischen Schuljungen.4 Was ein Roman des 19. Jahrhunderts aber noch als prägende emotionale Erfahrung einer ganzen Altersstufe behandelte, ist laut einer Wiederholungsbefragung Hamburger Sexualwissenschaftler ausgerechnet in den letzten Jahrzehnten zu einer verschwindenden historischen Realität geworden. So sank die Zahl männlicher Jugendlicher, die angaben, sexuelle Erlebnisse mit dem eigenen Geschlecht gesammelt zu haben, ausgerechnet zwischen 1970 und 1990, den Hochjahren der bundesdeutschen „Homosexuellen-Emanzipation“, von 18% auf gerade einmal 2%.5

Von daher sollte man die selbst attestierte Vorbildfunktion Westeuropas für eine nicht-homophobe Zukunft einmal gründlich in Zweifel ziehen. Seine „Toleranz“ kommt mit einem Preisschild: Nach wie vor bindet diese Gesellschaft die Möglichkeit der Erfahrung gleichgeschlechtlicher Liebe an die Pflicht zur Übernahme einer „abweichenden“ sozialen Rolle.6 Die Folge ist nicht nur eine beispiellose historische Verknappung aller damit verbundenen Verhaltensweisen, sondern fast notwendig auch die Unterhaltung einer zumindest „defensiven“7 Homophobie.

Der Verfasser ist Soziologe und Autor des Buchs „Die Vertreibung aus dem Serail: Europa und die Heteronormalisierung der islamischen Welt“ (Hamburg: Männerschwarm, 2008).

  1. M. Bochow, „Einstellungen und Werthaltungen zu homosexuellen Männern in Ost- und Westdeutschland“, in: Gefahr von Rechts, hrsg. v. SVD-NRW (Köln 1993), 50 und 55f. []
  2. C. Schulz, Paragraph 175. (abgewickelt) (Hamburg 1994), 41f. []
  3. L. Lähnemann u.a., Sie liebt sie. Er liebt ihn. (Berlin 1999), 71. []
  4. B. Disraeli, Coningsby (Whitefish 2004), 54. []
  5. G. Schmidt, Hg., Jugendsexualität (Stuttgart 1993), 35. []
  6. M. McIntosh, „The Homosexual Role“, Social Problems 16/2 (1968), 182-192. []
  7. G. M. Herek, „Beyond homophobia“, Journal of Homosexuality 10/1-2 (1984), 10f. []

Homophober Moslem, toleranter Westen?

Donnerstag, Juni 17th, 2010

Interview anlässlich eines kürzlich in Halle gehaltenen Vortrags über „Homosexualität“ und den Wandel von Gender-Konstruktionen im Iran, wobei die Fragen im Radio noch einen etwas allgemeineren Fokus hatten:

Islamische Staaten geraten durch die Verfolgung „Homosexueller“ immer wieder in den Blickpunkt der Medien. Und wenn sich hierzulande deklassierte Halbstarke aggressiv gegenüber Schwulen zeigen, fragt man reflexhaft nach ihrem „kulturellen Hintergrund“. Dabei ist die klassische türkische und arabische Liebeslyrik voll von gleichgeschlechtlichen Motiven. Die sucht man hingegen in der Literatur des „aufgeklärten“ Abendlands zumeist vergeblich. Georg Klauda stellt in seinem Buch „Die Vertreibung aus dem Serail“ die Frage nach dem historischen Anteil des Westens an der Formierung antihomosexueller Diskurse in der islamischen Welt.

Download Homophober Moslem, toleranter Westen?

Die Eingangsfrage – ungefähr: ob man tatsächlich sagen könne, dass Homophobie aus Europa in die islamische Welt exportiert wurde – ist leider abgeschnitten worden. Ich nehme mal an wegen des Hinweises auf den Vortrag in Halle, was für den bundesweiten Programmaustausch der Freien Radios ziemlich ungeeignet war. Und natürlich werden in Iran nicht die meisten geschlechtsangleichenden Operationen nach Iran, sondern nach Thailand durchgeführt. 😉

Ansonsten verweise ich noch mal auf den nächste Woche stattfindenden Vortrag in Köln zum Thema „Orientalismus der (Homo-)Sexualität„.

Judith Butler: Queere Bündnisse und Antikriegspolitik

Donnerstag, Juni 17th, 2010

Keine Ahnung, ob es dafür überhaupt noch Karten gibt:

Judith Butler, die diesjährige Zivilcourage-Preisträgerin des Berliner Christopher Street Day 2010, widmet sich in ihrem Vortrag der Frage, welches Profil eine queere Politik haben muss, die sich als Teil einer Politik gegen den Krieg versteht. Von dieser Frage ausgehend, behandelt die amerikanische Philosophin Aspekte einer queeren Friedenspolitik, die queer nicht als Identitätskonzept, sondern als Bündnisform zu thematisieren sucht. Welche politische Rolle spielt queere Politik in einer Welt, in der Krieg alltäglich erscheint und viele Völker einem ständigen Bedrohungszustand hoffnungslos ausgeliefert sind? Wie muss sich queere Politik angesichts der globalen Herausforderungen der zunehmenden Militarisierung und fortgesetzten Kolonialisierung neu definieren, und ist eine queere Politik denkbar, die nicht zugleich auch eine anti-rassistische Bewegung ist? Wie können wir Bündnissen gegen nationalistische Abschottungspolitik beitreten, wenn diejenigen, für die und mit denen wir kämpfen, unsere Standpunkte nicht immer teilen?

Fr, 18. Juni 2010, 21:00 Uhr, Volksbühne Berlin, Großes Haus.

Die Nacht der lebenden Idioten

Mittwoch, Juni 16th, 2010

Hab mal eben den von Antiterra verlinkten dreigeteilten Kurzfilm zur Fußball-WM, „Die Nacht der lebenden Idioten“, zu einer Playlist zusammengefügt:

Nach dem Verzehr von Gammelfleisch mutieren die Besucher einer Semesterabschluss-Grillparty. Ihnen wachsen Fanschals, Fußballnationaltrikots, Oberlippenbärte, Bierbäuche und sie grölen unaufhörlich Fußballlieder vor sich hin. Und wer mit ihnen in Kontakt kommt, wird einer von ihnen.
Eine kleine, durch Zufall zusammengeführte Gruppe, kann sich in ein Sportlerheim retten und sich dort vor der Horde herannahender Fußballfanzombies verschanzen. So unterschiedlich wie ihre Charaktere sind auch ihre Lösungsansätze.

Dazu ganz passend ein weiterer antinationaler Kurzfilm, gedreht anlässlich der hier angerichteten Fußball-WM 2006 – kick it oder, wie ich ihn betiteln würde: Deutschland zurück ins Klo!

Besieged By Religious Wingnuts

Mittwoch, Juni 16th, 2010

’nother video, same topic …