Archive for Mai, 2007

Zur Kritik der Ethnisierung antischwuler Gewalt am Beispiel Jörg Fischers

Donnerstag, Mai 24th, 2007

Der schwule Journalist Jörg Fischer hat einen langen und einigermaßen ungewöhnlichen Weg hinter sich. Bis 1991 Redakteur der „Nationalzeitung“, dem Presseorgan der rechtsextremen DVU, gelang es ihm nach seinem Bruch mit der organisierten Neonazi-Szene, sich bei zahlreichen Stiftungen und Institutionen als gefragter Rechtsextremismus-Experte zu profilieren. Gleichzeitig suchte er nach einer neuen politischen Heimat, zunächst in der PDS, dann in der trotzkistischen (und moderat antizionistischen) SAV. Doch auch das ist längst passé, denn Fischer wechselt seine Überzeugungen offenbar schneller als seine Hosen. Deshalb macht er, zum Fan der bürgerlichen Demokratie und des “freien Westens” geläutert, sich gerade zum Lautsprecher der israelischen Außenpolitik.

Diese Hintergründe erklären ein bisschen, warum Fischer plötzlich wieder in die altbewährte Kiste der Ausländerbedrohungsszenarien greift. Wenn der Islamismus für Israel eine Gefahr ist, dann soll es der Islam auf einmal auch für deutsche Homos sein. Offenbar geht es Fischer und dem ihn publizierenden Online-Magazin Hagalil darum, eine Art Interessenkonvergenz zwischen Schwulen und Israelis auf dem Rücken der hier lebenden türkischen Migrant_innen zu konstruieren, die mit dem Nahostkonflikt doch eigentlich gar nichts zu tun haben. (Tatsächlich ist die Türkei einer der wenigen Verbündeten Israels, was aber Fischer in seiner pauschalen Feinderklärung gegen Muslime herzlich wenig zu stören scheint.)

Doch schauen wir uns Fischers fraglichen Hetzartikel etwas näher an. (mehr …)

Klassiker der verkürzten Kapitalismuskritik. Heute: Theodor W. Adorno

Dienstag, Mai 15th, 2007

Da jetzt wieder vermehrt nach verkürzter Kapitalismuskritik gefahndet wird, hab ich mir diesbezüglich mal einen Theoretiker vorgenommen, der ja gerade bei den antideutschen Kritiker_innen der G8-Mobilisierung in hohem Ansehen steht: den guten alten Theodor W. Adorno. Und natürlich bin ich gleich fündig geworden, weil ich als ehemaliger Fan (those were the 90’s!) nicht erst lange überlegen musste, wo ich nachschlagen soll. So heißt es etwa in der Negativen Dialektik auf S. 150: (mehr …)