Jean Baudrillard explained in two minutes:
Mag sein, dass der Menschenrechtsdiskurs die letzte Schwundstufe internationaler Solidarität und globaler Gesellschaftskritik ist – ich finde das folgende Video trotzdem ziemlich anrührend. *Schnief*
Da sich die Leute bei Norman Finkelstein die Ohren zuhalten, dachte ich mir, hören sie sich vielleicht seine Mutter an. Denn tatsächlich ist der Apfel nicht besonders weit vom Stamm gefallen:
Download Did We Learn Anything? (8:58 min.)
Download Are You Still a Pacifist? (5:19 min.)
Download It’s not a State, It’s a Garrison! (6:41 min.)
Die drei Audio-Dokumente sind Ausschnitte aus einem mehrstündigen Interview, das Maryla Finkelstein dem öffentlichen Rundfunksender WNYC etwa zwei Jahre vor ihrem Tod gab. Die Überlebende des Warschauer-Ghetto-Aufstands und des deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers Majdanek in Polen starb 1995 in New York – demselben Jahr, in dem Yitzhak Rabin wegen seiner Landofferte an die Palästinenser von einem rechtsextremen Israeli erschossen wurde.
Moshe Zuckermann zur aktuellen Kontroverse über die Ausladung von Norman G. Finkelstein durch die linksparteinahe Rosa-Luxemburg-Stiftung:
Worüber auch immer Norman Finkelstein letzten Monat in Deutschland sprechen wollte, klar war von Anbeginn, daß seine Aussagen kontrovers debattiert würden, und zwar noch bevor ihr Wahrheitsgehalt zur prüfenden Disposition gestellt würde. So ist das, wenn jemand bekannt und provokant ist und Unangenehmes ausspricht, welches man zwar selbst vorbewußt bereits registriert hat, sich aber weigert, sich auch selbst einzugestehen. Norman Finkelstein ist kein unbeschriebenes Blatt: von einer »Holocaust-Industrie« wußte er zu berichten, von »Antisemitismus als politischer Waffe«. Starker Tobak für zarte deutsche Seelen, die weder wollen, daß ihre ehrlich gemeinte »Wiedergutmachung« in Verruf gerate, noch daß der Fetisch »Israel«, den sie sich als Schuttabladeplatz für ihre schuldbeladenen Befindlichkeiten erkoren haben, demontiert werde. Seelenökonomisch günstiger, vor allem aber ideologisch lohnenswerter ist es da, Finkelstein gleich als (jüdischen) »Antisemiten« und »Geschichtsrevisionisten« zu apostrophieren, womit sich denn die notwendige Auseinandersetzung mit seinen Aussagen erübrigt. Es ist schon merkwürdig, mit welcher Unbeschwertheit nichtjüdische Deutsche heutzutage Juden als »Antisemiten« zu schmähen sich anmaßen, wenn diese die wackligen Prothesen ihrer über »Juden« und »Israel« gewonnenen Identität ins Wanken bringen.
Zuckermann zur Kontroverse um Finkelstein: hier weiterlesen »
So, mein vorläufig letztes Posting zur “Causa Finkelstein”, und wahrscheinlich wieder genauso polarisierend. Danach hab ich von diesem Emo-Thema, von dem ich hoffe, dass es einige Leute noch mal zum Nachdenken bringt, fürs Erste definitiv genug.
Nach einer Woche der versuchten character assassination gegen Norman Finkelstein, die in mehreren Vortragsabsagen, u.a. seitens der Rosa-Luxemburg-Stiftung mündete, präsentiere ich hier einen einstündigen Vortrag – mit anschließender 40-minütiger Diskussion -, in dem Finkelstein sich die Mühe macht, den weithin unumstrittenen Konsens der internationalen Gemeinschaft über die friedliche Beilegung des Israel-Palästina-Konflikts zu referieren und die Aussaat ideologischer Verwirrung zu kritisieren, durch welche die gleichermaßen simple wie unerwünschte Lösung – ein Ende der israelischen Besatzung – seit Jahrzehnten torpediert wird.
Dieses Video ist ein Kompendium für jeden, der den Konflikt in seinen Grunddimensionen verstehen will, ohne sich durch den Übereifer proisraelischer (ebenso wie antizionistischer) Gruppen in die Irre leiten zu lassen. Es handelt sich um ein Must-see für alle, die noch ernsthaft über diese Frage diskutieren wollen statt sich auf die üblichen Tickets zurückzuziehen. Dass die Rosa-Luxemburg-Stiftung den Vortrag abgesagt hat, spricht für sich, aber leider nicht für sie. Es ist eine schändliche und feige Absage nicht nur an ihren sogenannten Bildungsauftrag, sondern an jede Form politischer Aufklärung überhaupt.
Immer wieder ein Faszinosum: die evangelikale Szene in den USA. Im folgenden Youtube-Video wirbt eine religiöse Hiphop-Band für den “Christian side hug” als Ersatz für die frontale Umarmung (front hug), die man offenbar als furchterregende Gefahr für das Ziel sexueller Enthaltsamkeit betrachtet. Wobei “wirbt” vielleicht das falsche Wort ist: wer nicht pariert, dem wird ein Schlag ins Koma angedroht…
Wie schon bei der konservativen Teabagger-Bewegung ist man sich vielleicht nicht ganz der Doppeldeutigkeit von Sätzen wie “I’m a rough rider” bewusst … just saying.
Gefunden hab ich das übrigens bei meinem Lieblings-Vlogger Ray William Johnson, der sich im selben Beitrag auch den republikanischen Senator Chris Buttars vornimmt. (O-Ton Buttars: “I don’t mind gays … but I don’t want them stuffing it down my throat all the time … and certainly in my kid’s face!”)
Und wer noch nicht genug hat: in der aktuellen Folge widmet sich Ray den Äußerungen einer konservativen Kongress-Abgeordneten, die sich öffentlich in pornographischen Phantasien verliert, nur um zu beweisen, dass die Praktik des Analverkehrs für sie nicht in Frage komme, daher irgendwie “nicht normal” sei und es rechtfertige, gleichgeschlechtliche Paare gegenüber der Heterosexuellen-Ehe zu benachteiligen. Eine Lücke in der Argumentationskette? Hey, das ist eine gottesfürchtige Frau, was erwartet ihr!
Ein cooler, humorvoller und, wie ich finde, sehr um Differenzierung bemühter Dokumentarfilm von Yoav Shamir zum Thema Antisemitismus heute:
Israeli director Yoav Shamir embarks on a provocative – and at times irreverent – quest to answer the question, “What is anti-Semitism today?” Does it remain a dangerous and immediate threat? Or is it a scare tactic used by right-wing Zionists to discredit their critics? Speaking with an array of people from across the political spectrum (including the head of the Anti-Defamation League and its fiercest critic, author Norman Finkelstein) and traveling to places like Auschwitz (alongside Israeli school kids) and Brooklyn (to explore reports of violence against Jews), Shamir discovers the realities of anti-Semitism today. His findings are shocking, enlightening and – surprisingly – often wryly funny.
Download Defamation by Yoav Shamir (2009). Runtime: 91 min.

Letzte Kommentare
Slavoj Schaschlik
50, jim panse, willy, 50, rhizom, ubik [...]
Entdinglichung, pressback
Wie zu lesen sei « Ofenschlot, rhizom, mondoprinte, mondoprinte, nonono, Rumba [...]
Vermischtes « Entdinglichung, Entdinglichung