Fick die KOKs!

Bei meinem Blog-Provider nennen sie Polizisten intern nur noch KOKs, weil diese ihre Auskunftsersuchen, zu denen sie ohne richterlichen Beschluss gar nicht berechtigt sind, mit “Ranzlhuber, KOK” u. ä. unterzeichnen. In der Regel ist man nach einem Fax mit ihnen fertig, weil sie im gehobenen Dienst selber nicht daran interessiert sind, sich zu viel Arbeit aufzuhalsen.

Einige KOKs sind aber keine gewöhnlichen KOKs, sondern Super-KOKs – echte Nervbolzen aus der Provinz, die ihre brachliegende Kreativität monate- und jahrelang in die Jagd auf jugendliche Antifaschisten investieren können, weil diese es gewagt haben, in ihrem Blog zur Blockade eines fern gelegenen Naziaufmarsches aufzurufen. OK, solche KOKs sind wirklich selten, und sie scheinen alle einer bayerischen Vorhölle zu entstammen, wo auch Richter noch nach Rechts­auffassungen urteilen, die sogar den SPIEGEL einmal von den “Hexenprozessen von Memmingen” sprechen ließen.

Diesem Ruf machte ein Memminger Amtsrichter unlängst alle Ehre, als er einen Durchsuchungsbeschluss gegen Blogsport erließ, in dem die Standard-Klausel zur Abwendung einer Server-Beschlagnahmung durch freiwillige Herausgabe der E-Mail-Bestandsadresse kurzerhand “vergessen” wurde. Doch selbst unter der Voraussetzung einer notorisch zur Rechtsbeugung tendierenden bayerischen Judikative war die Anti-Antifa-Jagd der Memminger KOKs bislang erstaunlich erfolglos. So weigerte sich etwa die Berliner Polizei, den rechts­widrigen, weil “unverhältnismäßigen” Beschluss im Rahmen ihrer Amtshilfe zu vollstrecken und die gesamte Infrastruktur von Blogsport ohne Gewährung der obligatorischen Abwendungsbefugnis in die polizeiliche Reservatenkammer einzulagern.

Deshalb sind die Memminger KOKs jetzt dazu übergegangen, alle linken und antifaschistischen Blogs aus dem Allgäu – es sind zwei an der Zahl! – wegen fehlender Impressa bei der Landes­medienanstalt Berlin-Brandenburg anzuschwärzen. Wenn schon nicht die ganze linke Blogger-Szene ausgeknipst werden kann, so doch zumindest ihr südlichster Zipfel! Denn ernsthaft: welcher Antifa-Blogger wäre schon bereit, den von den KOKs verteidigten Nazi-Buben und -Maderln, die 2008 in Memmingen ihren 172. Mord seit der “Wiedervereinigung” begingen, freiwillig Name, Anschrift und vielleicht noch die Telefonnummer seiner Erziehungsberechtigten zu hinterlassen? Schach!

Tatsächlich ist es so, dass nach der zweifelhaften Auslegung der Landes­medienanstalt alles impressumspflichtig ist, was nicht bei drei auf den Bäumen hockt, einschließlich aller Twitter- und öffentlichen Facebook-Seiten. Nur dass dies niemand ernsthaft gegen Millionen von Internet-Nutzer_innen durchsetzen kann. Dazu müsste diese Institution – an sich schon überflüssig wie ein Kropf – zu einem gigantischen Überwachungsapparat ausgebaut werden, der das Internet tatsächlich in einen Zustand versetzen könnte, welcher dem in China oder Nordkorea nicht ganz unähnlich wäre.

Weil dazu aber die Kapazitäten fehlen, werden die Landesanstalten mit ihren Bußgeld-Androhungen “bis zu 50.000 Euro” nur höchst erratisch tätig – etwa wenn bayerische KOKs in ihrem schwarzen Gangland aus kaum verhüllter Sympathie für den politischen Gegner mal wieder Jagd auf ein paar verängstigte Antifa-Kids machen.

Einen Erfolg hatte die Kampagne immerhin schon: Die Seite der “Antifa Allgäu” ist seit ca. einer Woche vom Netz, auch wenn Blogsport damit nichts zu tun hat. Die Selbstabschaltung geschah, noch kurz bevor der Inhaber über das Drohschreiben aus der Anstalt informiert werden konnte. Aber offenbar wurde der Blog bereits auf andere Weise von den KOKs erpresst und eingeschüchtert.

Da liegt mir ein Lied, das die Landesmedienanstalt Stuttgart einst erfolglos aus dem Internet zu entfernen trachtete, förmlich auf den Lippen: “Fick die KOKs!

Sexual Mag Release Party

Order at sexualmag.com

American youth under capitalism

“For millions of youth in the inner cities, even taking into account the chances that you get killed at a young age or go to jail for a long time, crime is a rational choice — the best choice they can make under this system. What fucking kind of system have you got then?”

Fundamentalismus ist überall

Dass Fundamentalismus kein kulturelles Ding ist, sondern zum gegenwärtigen Gesicht eines Zeitalters rechnet, das sich einst stolz “wissenschaftlich-technologisch” nannte, die Probleme von Armut und sozialer Unsicherheit aber so wenig lösen konnte, dass es seit Ende der 70er Jahre zunehmend in neoreligiöser Spinnerei versumpft, das belegen im Kleinen diese verstörenden Bilder aus Bet Schemesch, einer 80.000 Einwohner zählenden Satellitenstadt 30 Kilometer westlich von Jerusalem. Dort haben Ultra-Orthodoxe sich und ihren säkularen Nachbarn in den letzten Jahren eine Hölle auf Erden bereitet: strikte Geschlechtertrennung und Verbannung von Frauen aus der Öffentlichkeit; achtjährige Mädchen, die aufgrund ihres “schamlosen Aufzugs” als Flittchen beschimpft und angespuckt werden, sowie die Auskunft, dass hier nur Gottes Gesetze Gültigkeit besäßen. Von “small Iran”, wie es im Film heißt, sollte man allerdings lieber nicht sprechen, wenn man nicht die grenzenlose Wut frommer antideutscher Seelen auf sich ziehen will!

Antiracism is part of the mobilization of our side for class war

The United States, like every capitalist society, is composed of masters and slaves. The problem is that many of the slaves think they are part of the master class because they partake of the privileges of the white skin. The abolitionists’ aim is not racial harmony but the abolition of the white race, as part of the mobilization of our side for class war. There are many poor whites in the U.S. In fact, the majority of the poor are white. Whiteness does not exempt them from exploitation, it reconciles them to it. It holds down more whites than blacks, because it makes them feel part of a system that exploits and degrades them. For those people, whiteness does not bring freedom and dignity. It is a substitute for freedom and dignity. It is for those who have nothing else. Its abolition is in the interests of all those who want to be free, “whites” no less than others.

Gideon Levy – The Israeli Sociopathy

2010 hielt Gideon Levy an der Columbia Universität in New York einen Vortrag über die Okkupation Palästinas und ihre mentale Verarbeitung in der israelischen Gesellschaft. Levy ist das journalistische Aushängeschild der regierungskritischen Tageszeitung Ha’aretz und einer der profiliertesten innerisraelischen Gegner der über-40-jährigen Besatzung. Hier im Folgenden der Videomitschnitt:


Dauer: etwa 1,5 Std. (40 min. Vortrag, 45 min. Diskussion). Sprache: englisch.

Das Regierungssystem der Antideutschen

Es ist irgendwie ganz lustig, dass jedes Mal, wenn man die Antideutschen kritisieren will, sie sich immer ganz furchtbar differenziert geben. Auf einmal gibt es “die” Antideutschen gar nicht mehr. Komischerweise war von dieser Differenzierung bei den antideutschen Wortmeldungen, die auf der Veranstaltung “Rechtspopulismus und die Linke” am Samstag getätigt wurden, in der Realität überhaupt nichts zu spüren. Der offene Kulturrassismus gegenüber Muslimen, die latente Befürwortung imperialistischer Kriege und die aggressive Apologie der israelischen Besatzungspolitik mit Hinweis auf den Antisemitismus “der Araber” waren der Tenor nahezu aller Beiträge aus dieser Hälfte des Publikums. Ich kann daraus nur eines schließen: Entweder meldet sich in der Öffentlichkeit regelmäßig nur eine Fraktion der Antideutschen zu Wort, während die andere ziemlich konsequent schweigt, oder es ist immer noch so furchtbar einfach, wie es vor sechs Jahren war, als ein kritisches Mitglied der Bewegung (und kaiserkritisch sind sie ja fast alle) dieses schöne Schaubild erstellte:

Das politische System der antideutschen Konferenz

Mit Kommunismus gegen Deutschland (… and every other fucking nation)


ROFL

Unter «Antideutschen»

Hintergrund, 22. Nov. 2011:

Auch [...] Silke O. möchte endlich aufräumen mit der „FriedensIslamAntiglobalisierungbewegung“. Daher fordert sie auf ihrer Homepage die Schließung des Fachbereichs Friedens- und Konfliktforschung an der Universität Marburg („antiamerikanische Israel-Hasser“). Ostermarschierern, die gegen „die Bundeswehr in Afghanistan und die Anti-Terror-Kriege im allgemeinen“ demonstrieren, möchte Silke O. „abwechselnd die Fresse und den Hintern verkloppen“. Und obwohl Ex-Kanzler Gerhard Schröder den Vereinigten Staaten nach 9/11 die „uneingeschränkte Solidarität Deutschlands“ versicherte, zählt Silke O. sogar ihn zu den Feinden der westlichen Zivilisation. Sein Vergehen: „Tatkräftiges Engagement für die islamische Barbarei“ und „Hass auf die Moderne“. Wer immer noch nicht erahnt, für welche politischen Kräfte Silke O. ihr Herz erwärmen kann: Ein Jihad-Watch-Video auf ihrer Homepage mit einem Gespräch zwischen Geert Wilders und Robert Spencer, dem Jetset der internationalen militanten Islam-Hasser-Front, gibt beredt Aufschluss.

Kommunistische Assoziation Hamburg, 15. Dez. 2011:

Den Vorwurf des Verrats [...] schafft man sich mit der Behauptung vom Hals, „weder Antideutsche noch Antiimps tragen zur gesellschaftlichen Emanzipation bei“ (Anarchistische Gruppe Rätekommunisten). Radikal für totalitären Kapitalismus, neoimperialistische Raubzüge, Folter und Massenmord im Namen der Zivilisation zu sein, das ist nicht gut, aber radikal dagegen zu sein, auch nicht – so flüchten die sozialdemokratisierten Linken ab durch die Mitte.

via schmok

Berlin: Rechtspopulismus und die Linke

Die bisherige Geschichte der BRD ist ohne die Existenz rechtsradikaler Parteien undenkbar. Richtete sich deren Rassismus über viele Jahrzehnte gegen “die Ausländer” schlechthin, entwickelte sich nach dem 11. September 2001 im rechten Lager eine Strömung, die sich auf den Kampf gegen Muslime spezialisierte. Das Besondere daran sind die ideologischen Schnittstellen zu Strömungen der Linken. Deren offene Flanke ins rechtspopulistische Lager ist das Resultat eines Jahrzehnts “antideutscher” Debatten. Was als Kritik an der vorgeblichen “Volksnähe” von klassenkämpferischen Positionen begann, hat sich längst in ein kulturrassistisches Aussteigerprogramm für angebliche Ideologie­kritiker_innen gewandelt. Bislang scheint die Linke nicht fähig oder willens, sich dieser Entwicklung zu stellen und die Flanke ins rechtspopulistische Lager zu schließen. Um eine überfällige Debatte über diesen Zustand zu befördern, laden wir am 17. Dezember 2011 um 19 Uhr zu einem TREND-Teach-in im Mehringhof ein.

Es diskutieren:
Gerhard Hanloser (Sozialwissenschaftler)
Bernhard Schmid (Jurist)
Attila Steinberger (Publizist)

Moderation: Georg Klauda, Karl-Heinz Schubert

Veranstalter_innen:
Trend Onlinezeitung: http://www.trend.infopartisan.net/
North East Antifa (NEA): http://nea.antifa.de/

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